Der US-Elektroautobauer Tesla hat in Austin im US-Bundesstaat Texas sein neues, rein fahrerloses Robotaxi namens Cybercab vorgestellt und mit ersten Fahrten begonnen. Das Fahrzeug verzichtet vollständig auf ein klassisches Lenkrad sowie auf Gas- und Bremspedale. Im Innenraum des zweisitzigen Stromers befindet sich lediglich ein zentraler Bildschirm. Für den Betrieb setzt Tesla im Gegensatz zu manchen Konkurrenten ausschließlich auf Kameras zur Umgebungserfassung und nutzt das HW4.0-Hardwaresystem sowie insgesamt neun HD-Kameras. Die Fahrten werden nach Angaben des Unternehmens in bestimmten Gegenden der texanischen Hauptstadt angeboten, wie n-tv berichtet.
Tesla stellt autonomes Cybercab in Austin vor
Bei den bisherigen Testfahrten sitzt allerdings noch ein Aufpasser auf dem Beifahrersitz, der im Notfall eingreifen kann, wie das Medium Heute meldet. Zudem überwachen Mitarbeiter die Fahrzeuge aus der Ferne. Das Unternehmen hatte zuvor unter anderem ein Notfalltraining mit Einsatzkräften in Austin absolviert, um Ersthelfer auf den Umgang mit den fahrerlosen Autos vorzubereiten. Die Produktion des Cybercab lief nach Unternehmensangaben im April an. Bislang betrieb Tesla einen begrenzten Robotaxi-Dienst mit Fahrzeugen des Typs Model Y, künftig soll jedoch das Cybercab das Hauptmodell dieser Flotte werden. Teslas KI-Chef Ashok Elluswamy erklärte, das Angebot stehe der gesamten Öffentlichkeit offen, und die Preise sollen sich dynamisch an der Nachfrage orientieren.

Marktumfeld und Wettbewerb mit Waymo
Mit dem neuen Modell will Tesla zu Marktführern wie der Alphabet-Tochter Waymo aufschließen. Beobachter weisen darauf hin, dass Tesla beim autonomen Fahren in den vergangenen Jahren hinter der Konkurrenz zurückgeblieben ist. Während Waymo im Bundesstaat Texas bereits 988 registrierte autonome Fahrzeuge betreibt, kommen Teslas autonom registrierte Fahrzeuge in Texas nach Behördenangaben auf eine Flottengröße von 420 Einheiten, darunter 45 Cybercabs.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Systemen besteht darin, dass Waymo теure Laserradare einsetzt, während Tesla rein auf Kameras setzt. Konkurrent Waymo verzeichnete im vergangenen Jahr weltweit deutliche Zuwächse bei den Fahrten. Für Tesla-Chef Elon Musk gilt das Cybercab als zentraler Baustein, um auf dem Markt für Elektroautos gegen die zunehmende Konkurrenz durch chinesische Hersteller zu bestehen und im zukunftsträchtigen Geschäft mit fahrerlosen Taxis eine dominierende Rolle einzunehmen.
Regulatorische Hürden und Sicherheitsfragen
Der weiteren Expansion stehen erhebliche regulatorische Hürden im Weg. US-Bundesgesetze begrenzen die Anzahl von Fahrzeugen ohne Lenkrad und Pedale, die ein Hersteller verkaufen darf. Gleichzeitig hat Tesla im wichtigen Markt Kalifornien derzeit keine Genehmigung für den Betrieb eines Robotaxi-Dienstes oder für Tests ohne Sicherheitsfahrer. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA erklärte nach der Vorstellung, sie stehe mit Tesla in Kontakt und prüfe den Vorgang.
Zudem sah sich Tesla in der Vergangenheit mit behördlichem Druck wegen seiner Assistenzsysteme konfrontiert. So musste das Unternehmen in Kalifornien einlenken und drohenden Konsequenzen bei der Nutzung des Begriffs Autopilot entgegentreten, nachdem Behörden dem Konzern irreführende Angaben vorgeworfen hatten. Auch bezweifeln Analysten und Beobachter, ob das Cybercab in seiner aktuellen Form schnell massentauglich wird.
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