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Technik und Wissenschaft

Tesla stellt Verkauf und Installation des Solar Roof ein

Tesla hat den Verkauf und die Installation seiner Solar-Dachziegel schrittweise eingestellt. Rund ein Jahrzehnt nach der Erstvorstellung durch Elon Musk zeigt eine Recherche, dass das integrierte Solardach wirtschaftlich nicht tragfähig war. Künftig konzentriert sich das Unternehmen im Energiebereich ausschließlich auf herkömmliche Solarpaneele.

Tesla hat die Reißleine gezogen und das ehrgeizige Projekt des Solardachs de facto beendet. Wie das Branchenportal Electrek berichtete, wurden zertifizierte Installationspartner darüber informiert, dass das Produkt unter der Bezeichnung Solar Roof nicht mehr bestellt werden kann. Interne Analysen sollen demnach zu dem Schluss geführt haben, dass das System wirtschaftlich nicht rentabel ist. Das Produkt verschwand schweigend von der offiziellen Website: Die bisherige Zieladresse leitet Besucher mittlerweile automatisch auf die allgemeine Seite für herkömmliche Solarmodule um.

Vom visionären Versprechen zur wirtschaftlichen Sackgasse

Im Oktober 2016 präsentierte Konzernchef Elon Musk das Solar Roof als technologische Revolution. Die mit Solarzellen bestückten Glasdachziegel sollten wie klassische Ziegel aussehen, gleichzeitig aber genügend Energie liefern, um Haushalte zu versorgen, Elektrofahrzeuge zu laden und Powerwall-Heimspeicher zu speisen. Musk bezeichnete die Photovoltaik-Schindeln damals als einen Gelddrucker am Dach. Zeitlich fiel die Markteinführung mit der umstrittenen Übernahme des Solargiganten SolarCity zusammen, an dem Musk als Hauptanteilseigner beteiligt war.

Doch die hohen Erwartungen erfüllten sich nie. Während das Unternehmen zunächst ambitionierte Ziele von bis zu 1.000 Installationen pro Woche ausgab, hinkte die Realität den Plänen massiv hinterher. Bis zum Frühjahr 2023 schätzten Marktbeobachter die Gesamtzahl der in den USA installierten Dächer auf gerade einmal 3.000 Einheiten, was einer kumulierten Leistung von rund 30 Megawatt entspricht. In den besten Phasen lag die Installationsrate bei lediglich 20 bis 40 Systemen pro Woche.

Technische Hürden und explodierende Kosten

Hinter den niedrigen Absatzzahlen standen vor allem zwei Faktoren: langwierige Lieferschwierigkeiten und ein drastisch gestiegenes Preisniveau. Erst im März 2020 gelang es Tesla nach eigenen Angaben, eine ausreichende Produktionskapazität aufzubauen. Das ursprüngliche Versprechen, das Solardach sei günstiger als ein konventionelles Dach plus aufgesetzter Solaranlage, bewahrheitete sich jedoch nicht.

Tesla Recalls Nearly 3 Million Vehicles in China Over Hidden Emergency Door Releases
Photo: digitalmarketreports.com

Kunden sahen sich mit enormen Preissprüngen konfrontiert. In einigen Fällen erhöhte das Unternehmen die Kosten für bereits unterzeichnete Verträge drastisch – so stieg der Kostenvoranschlag für einen Kunden von ursprünglich 72.000 auf 146.000 US-Dollar, noch bevor die Bauarbeiten begonnen hatten. Solche Vorfälle führten sogar zu rechtlichen Auseinandersetzungen in den USA. Hinzu kamen produktspezifische Herausforderungen wie die aufwendige und fehleranfällige Montage, die im Vergleich zu standardisierten Aufdach-Modulen deutlich höhere Kosten verursachte. Branchenanalysten weisen zudem darauf hin, dass die eng anliegenden Schindeln im Vergleich zu herkömmlichen Solarpaneelen, die einen größeren Luftspalt zur Kühlung besitzen, anfälliger für Hitzeeinwirkung waren, was die Effizienz der Solarzellen beeinträchtigen konnte.

Die Zukunft der Solartechnik bei Tesla

Während das integrierte Dachprojekt gescheitert ist, zeigt sich das Unternehmen mit seinem klassischen Photovoltaik-Geschäft deutlich stabiler. Die Fokussierung verschiebt sich nun vollständig auf reguläre Solarpaneele, die effizienter zu produzieren und weltweit standardisiert sind. Um diese Sparte weiter auszubauen, plant der Konzern den Bau einer neuen, zehn Milliarden US-Dollar teuren Fabrik in der Nähe von Houston im US-Bundesstaat Texas, wie Berichte von The Verge bestätigen.

Tesla stellt Verkauf und Installation des Solar Roof ein
Photo: reneweconomy.com.au

Das schrittweise Aus für die Dachziegel markiert das Ende eines ehrgeizigen Experiments im Baustoffsektor. Zwar bleibt der Markt für integrierte Solardachziegel durch spezialisierte Hersteller erhalten, doch für den US-Automobil- und Energiekonzern gehört das Produkt nun der Vergangenheit an. Eine offizielle, eigenständige Presseerklärung zu den Gründen für die Einstellung hat Tesla Energy bis heute nicht veröffentlicht.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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