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Welt

Giorgia Meloni bricht mit 1.413 Tagen Berlusconis Regierungsrekord

Italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat mit 1.413 ununterbrochenen Tagen im Amt den Regierungsrekord von Silvio Berlusconi gebrochen. Die am 22.

Italien, ein Land, das über Jahrzehnte hinweg für seine extrem kurzlebigen Regierungen bekannt war, erlebt eine ungewohnte Phase der politischen Beständigkeit. Seit der Gründung der Republik im Jahr 1946 sah sich die italienische Politik mit insgesamt 68 Regierungen konfrontiert, die im Durchschnitt gerade einmal rund 13 Monate im Amt blieben und damit eine jahrzehntelange Instabilität prägten. Nun hat die amtierende Ministerpräsidentin diese historische Marke durchbrochen.

Das Ende der kurzen Legislaturen: Meloni übertrifft Silvio Berlusconi

Mit dem Erreichen von 1.413 ununterbrochenen Tagen im Amt hat Giorgia Meloni die bisherige Bestmarke von Silvio Berlusconis zweiter Regierung abgelöst. Berlusconis Kabinett hielt von 2001 bis 2005 genau 1.412 Tage, ehe es im November 2011 nach einer schweren Finanzkrise zurücktreten musste und das Land an den Rand des Staatsbankrotts führte. Oktober 2022 vereidigt und markiert seither eine beispiellose Phase der Dauerhaftigkeit.

Die 49-jährige Politikerin ist zugleich die erste Frau an der Spitze einer italienischen Regierung in der Geschichte der Republik. Während im europäischen Ausland und in Rom selbst zu Beginn eine rasche Regierungsunfähigkeit prophezeit wurde, hat sich die Koalition trotz interner Reibereien behauptet.

Vom radikalen Wahlkampf zum pragmatischen EU-Kurs

Vor ihrer Regierungsübernahme galt Meloni vielen europäischen Beobachtern als Risiko. Das deutsche Magazin Stern titelte kurz vor der Wahl im Herbst 2022 mit Blick auf ihre Person und die Parteiwurzeln als die gefährlichste Frau Europas.

Giorgia Meloni bricht mit 1.413 Tagen Berlusconis Regierungsrekord
Photo: nau.ch

Im Amt schlug Meloni jedoch einen betont pragmatischen Kurs ein. Sie positionierte sich als verlässliche Partnerin innerhalb der Europäischen Union, hielt an der Seite der Ukraine fest und profitierte innenpolitisch von einer robusten wirtschaftlichen Entwicklung. Im Vergleich zu anderen großen europäischen Staaten, in denen Regierungschefs in rascher Folge wechselten, inszeniert sich Rom inzwischen als Stabilitätsanker. So erlebte Meloni seit ihrem Amtsantritt bereits fünf französische und vier britische Premierminister sowie zwei deutsche Bundeskanzler.

Risse im Bündnis, verlorene Reformen und neue Konkurrenz von rechts

Trotz der rekordverdächtigen Amtszeit ist die politische Lage im Herbst 2026 von wachsendem Gegenwind geprägt. Im März erlitt Meloni eine empfindliche Niederlage, als ihr umstrittenes Referendum über eine Justizreform trotz parlamentarischer Durchsetzung scheiterte und von der Opposition als Denkzettel genutzt wurde. Kurz darauf stieß auch ein zentraler Änderungsantrag für eine geplante Wahlrechtsreform auf massiven Widerstand im Abgeordnetenhaus bevor der modifizierte Plan schließlich vom Parlament gebilligt wurde.

Giorgia Meloni bricht mit 1.413 Tagen Berlusconis Regierungsrekord
Photo: derstandard.at

Auch auf dem internationalen Parkett gab es Spannungen. Ein ehemals enges Verhältnis zu US-President Donald Trump kühlte ab, nachdem dieser öffentlich behauptet hatte, Meloni habe bei einem G7-Treffen um ein gemeinsames Foto gebettelt – eine Darstellung, die die Regierungschefin in den sozialen Medien scharf zurückwies.

Zusätzlicher Druck entsteht durch das Aufstreben neuer politischer Akteure im rechten Lager. Die im Februar gegründete Partei Futuro Nazionale des ehemaligen Generals Roberto Vannacci, der wiederholt mit rassistischen und homophoben Äußerungen auffiel, hat in Umfragen zugelegt und setzt die etablierten Regierungsparteien stark unter Druck.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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