Nach mehr als 250 Tagen auf See ohne regulären Hafenstopp ist der US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln samt rund 5000 Besatzungsmitgliedern in Thailand eingetroffen. Für den fünftägigen Landgang in Pattaya und Umgebung gelten strenge Auflagen, darunter ein striktes Verbot von Wassersport und Cannabis.
Der atomgetriebene US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln hat am 2. September 2026 den thailändischen Hafen Laem Chabang erreicht. Das rund 330 Meter lange und bis zu 74 Meter hohe Kriegsschiff lief nach einem ungewöhnlich langen und belastenden Einsatz ein, der in den USA zuvor für erhebliche Besorgnis gesorgt hatte. Die Besatzung war mehr als 250 Tage ohne Hafenaufenthalt auf See unterwegs, nachdem der Verband im November 2025 von der Westküstenstadt San Diego ausgelaufen war.
Einsatzverlauf und Verlegung in den Nahen Osten
Ursprünglich war der Flugzeugträger für einen Einsatz im Pazifik und im Südchinesischen Meer vorgesehen. Infolge des Konflikts mit dem Iran wurde der Verband jedoch in den Nahen Osten verlegt, noch vor Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar 2026. Die monatelange Isolation auf See führte laut Berichten zu massiven Belastungen an Bord. So gab es immer wieder Schlagzeilen über verstopfte Toiletten, Probleme mit der Wasserversorgung und eine stark gestiegene psychische Belastung der Seeleute. Angehörigenberichten zufolge sollen einige Matrosen sogar versucht haben, über Bord zu springen. Das US-Militär wies die schwersten Vorwürfe zwar zurück, räumte jedoch die außergewöhnliche Härte des Einsatzes ein.
Nach Angaben der lokalen Zeitung Bangkok Post befinden sich rund 4800 Besatzungsmitglieder der USS Abraham Lincoln sowie 312 Soldaten des Zerstörers USS Frank E. Petersen Jr. in der Region. Begleitet wird das Flaggschiff zudem vom Lenkwaffenkreuzer USS Robert Smalls, der im Hafen Map Ta Phut in der Provinz Rayong ankerte, während der Zerstörer USS Frank E. Petersen Jr. im nahen Sriracha festgemacht hat. Konteradmiral Robert E. Loughran betonte in einer offiziellen Mitteilung der US-Navy die Notwendigkeit dieser Pause: Unsere Ankunft in Laem Chabang bietet unseren Seeleuten und Marinesoldaten die wohlverdiente Gelegenheit, sich zu erholen und neue Kraft zu tanken
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Strenge Auflagen und Verbote während des Aufenthalts in Pattaya
Für den Landgang der US-Truppen in der Touristenhochburg Pattaya und dem rund 25 Kilometer entfernten Ankerplatz wurden in Abstimmung mit Pattayas Bürgermeister Poramet Ngampichet strenge Regeln erlassen. Rund 40 Busse transportieren die Soldaten zu ihren Unterkünften, darunter auch auf die vorgelagerte Insel Koh Larn. Dennoch ist das Ausgehprogramm stark reglementiert. Dem US-Magazin Newsweek zufolge ist den Soldaten unter anderem der Konsum von Cannabis sowie das Betreten von Apotheken strikt untersagt. Auch Wasseraktivitäten wie Jetski und Parasailing wurden auf die Verbotsliste gesetzt.
Bestimmte Straßenzüge und das Rotlichtviertel der Stadt bleiben für die Besatzung gesperrt. Eine Ausnahme bildet die bekannte Ausgehmeile Walking Street im Süden Pattayas: Diese darf besucht werden, allerdings gilt für alle Soldaten eine strenge Sperrstunde bis 2 Uhr nachts. Die örtliche Polizei kündigte eine stark verstärkte Präsenz an. Zudem gingen die thailändischen Behörden kurz vor dem Eintreffen der Truppen verstärkt gegen Straßen prostitution vor und nahmen mehrere Personen fest, da Prostitution in Thailand offiziell verboten ist.
Thailändische Gesetze und historische Verbindungen nach Pattaya
Die thailändischen Behörden machten unmissverständlich klar, dass Verstöße gegen das lokale Recht konsequent verfolgt werden. Polizeichef Anek Srathongyoo wies darauf hin, dass die Gesetze des südostasiatischen Landes in vielen Bereichen erheblich von denen in den USA abweichen. So sind E-Zigaretten und Vapes im Land strikt verboten; bereits der Besitz kann mit Geldstrafen oder einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden. Cannabis ist zwar für medizinische Zwecke unter Auflagen gestattet, erfordert jedoch ein Rezept eines zugelassenen thailändischen Arztes. Freizeitkonsum in der Öffentlichkeit oder der Erwerb ohne entsprechende Papiere wird mit bis zu einem Jahr Haft und Geldstrafen geahndet. Besonders streng geahndet werden zudem Beleidigungen oder Verleumdungen des Königshauses, worauf nach thailändischem Recht bis zu 15 Jahre Haft stehen.
Die militärische Verbindung zwischen den USA und Pattaya besitzt eine jahrzehntelange Geschichte. Bereits während des Vietnamkriegs diente der Küstenort als beliebtes Erholungsziel für US-Soldaten. Die USS Abraham Lincoln selbst lief die Region in der Vergangenheit bereits zweimal an: im Jahr 2006 und im Jahr 2012.
Wirtschaftliche Hoffnungen und die bevorstehende Heimreise
Während die Stadtverwaltung von Pattaya auf erhebliche Einnahmen durch den US-Tourismus hofft und sich als wichtiger internationaler Urlaubsort präsentieren möchte, ist das Ende des Zwischenstopps bereits fixiert. Der Aufenthalt in Thailand ist auf fünf Tage bis zum 6. September 2026 angesetzt. Nach Abschluss der Erholungsphase und der vollständigen Versorgung der Schiffe mit Nachschub wird der Flugzeugträger den Rückweg in seinen Heimathafen San Diego antreten.

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