Nach mehr als 200 Tagen auf See und Berichten über gravierende Missstände an Bord ist der US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln in Thailand eingetroffen. Das 330 Meter lange und bis zu 74 Meter hohe atomgetriebene Schiff lief im Hafen von Laem Chabang in der Provinz Chon Buri ein, der rund 20 Kilometer von der Touristenhochburg Pattaya entfernt liegt. Hinter den rund 5000 Soldaten liegt ein Kriegseinsatz, der wegen angeblicher Versorgungsengpässe und Beschwerden von Matrosen und Angehörigen für erhebliche Schlagzeilen gesorgt hatte.
Ankunft im Hafen von Laem Chabang nach monatelanger Belastung auf See
Das Schiff war im November 2025 aus der US-Westküstenstadt San Diego ausgelaufen, um zunächst einen regulären Einsatz im Pazifik zu absolvieren. Infolge des Kriegs mit dem Iran wurde der Flugzeugträger jedoch in den Nahen Osten verlegt. Die Besatzung war nach Angaben mehrerer Medien mehr als 200 Tage ohne Hafenaufenthalt unterwegs. Zwar sind mehrmonatige Fahrten bei Einsätzen von US-Flugzeugträgern üblich, doch eine so lange Zeit ohne regulären Landgang gilt als außergewöhnlich. Berichte über Probleme mit der Wasserversorgung, verstopfte Toiletten sowie eine zunehmende psychische Belastung führten zu heftigen Diskussionen. Laut Angaben von Angehörigen sollen in einigen Fällen Besatzungsmitglieder sogar versucht haben, über Bord zu springen, wobei das US-Militär die schwersten Vorwürfe zurückwies.
Erholung für die Besatzung und wirtschaftliche Erwartungen in Thailand
Die Ankunft in Thailand bietet den Soldaten nun die Gelegenheit zum Durchatmen. Nach Angaben der Zeitung Bangkok Post sind rund 4800 Besatzungsmitglieder mit dem Flugzeugträger sowie weitere 312 Soldaten an Bord des Zerstörers USS Frank E. Petersen Jr. in der Region angekommen. Unsere Ankunft in Laem Chabang bietet unseren Seeleuten und Marinesoldaten die wohlverdiente Gelegenheit, sich zu erholen und neue Kraft zu tanken
, erklärte Konteradmiral Robert E. Loughran in einer Mitteilung der US-Navy.
Für den thailändischen Badeort Pattaya bedeutet der Besuch einen großen Besucheransturm. Rund 40 Busse transportieren die Soldaten zwischen Laem Chabang und der Küstenstadt hin und her. Die Crew-Mitglieder dürfen auch auf der vorgelagerten Insel Koh Larn Zeit verbringen und in Hotels übernachten. Die lokale Wirtschaft, deren Tourismusbranche unter einer eher schwachen Nachfrage leidet, blickt entsprechend optimistisch auf den Aufenthalt. Pattaya-Bürgermeister Poramet Ngampichet rechnet mit einem Geldregen: Bei durchschnittlichen Ausgaben von 1000 bis 3000 Baht pro Soldat könnten Schätzungen zufolge zwischen 5 und 15 Millionen Baht in der Stadt umgesetzt werden.
Streng geregelte Freizeitaktivitäten und historische Verbindungen
Der Aufenthalt ist auf fünf Tage angesetzt und soll bis zum 6. September dauern, während an Bord zugleich Nachschub geholt wird. Anschließend ist Berichten zufolge die Rückreise in den Heimathafen San Diego geplant. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, gelten für die US-Soldaten klare Regeln und Einschränkungen. Aktivitären wie riskante Wassersportarten inklusive Jetski und Parasailing sowie der Konsum von Cannabis wurden untersagt. Die berühmt-berüchtigte Walking Street darf besucht werden, jedoch müssen die Soldaten das Vergnügungsviertel laut Bürgermeister Poramet Ngampichet täglich bis 2:00 Uhr morgens verlassen.
Kurz vor dem Eintreffen der Schiffe gingen die lokalen Behörden verstärkt gegen Straßeprostitution vor, bei der es zu Festnahmen kam. Zudem sorgt eine erhöhte Polizeipräsenz mit Verkehrslenkungen und Kontrollen für Sicherheit. Für den Flugzeugträger ist es bereits das dritte Mal nach 2006 und 2012, dass er in Thailand Station macht. Die Verbindung zwischen der Region und dem US-Militär reicht weit zurück; bereits während des Vietnamkriegs ab Mitte der 1960er Jahre diente Pattaya als beliebtes Erholungsziel für US-Soldaten.
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