Chevron baut seine Ölförderung in Venezuela massiv aus. Der US-Konzern investiert über fünf Jahre mehr als 7 Milliarden Dollar, um die Produktion bis 2031 auf rund 600.000 Barrel täglich zu verdoppeln. Energieminister Chris Wright verteidigte das Projekt bei einem Besuch in Caracas als Gewinn für beide Länder, während Experten skeptisch bleiben.
Der Ölkonzern Chevron hat am Mittwoch offiziell bestätigt, dass er seine Aktivitäten in Venezuela deutlich ausweitet. Die Entscheidung folgt auf weitreichende energiepolitische Schritte der US-Regierung zur Erschließung der südamerikanischen Vorkommen. Wie Associated Press berichtet, wurde dem Unternehmen im Orinoco-Gürtel zusätzliches Terrain zugewiesen, wo der Konzern bereits aktiv ist. Mit einer Investition von mehr als 7 Milliarden Dollar über die kommenden fünf Jahre will Chevron seine dortige Rohölproduktion auf etwa 600.000 Barrel pro Tag mehr als verdoppeln.
Mike Wirth und die neue Attraktivität des venezolanischen Marktes
Für Chevron-Chef Mike Wirth spiegelt der Schritt das langfristige Engagement des Unternehmens wider. Wirth erklärte in einer offiziellen Stellungnahme, die von CNBC dokumentiert wurde, Chevrons Geschichte in Venezuela erstrecke sich über mehr als ein Jahrhundert, und ihre ausgeweitete Position spiegele ihr Vertrauen in das enorme Ressourcenpotenzial des Landes wider. Das Unternehmen ist seit 1923 im Land präsent und betreibt dort derzeit als einziger großer US-Ölkonzern Gemeinschaftsunternehmen mit dem staatlichen Ölkonzern PDVSA.
Im Gespräch mit CNBC betonte Wirth, dass sich die Rahmenbedingungen für ausländische Investoren nach einer Reform der Gesetzgebung durch die Interimsregierung maßgeblich verbessert hätten. Das neue Kohlenwasserstoffgesetz hat Steuern, Lizenzgebühren und operative Auflagen neu geregelt. Dadurch sei der Standort im Vergleich zu globalen Alternativen deutlich wettbewerbsfähiger geworden, so der Vorstandsvorsitzende.
US-Energieminister Chris Wright wirbt in Caracas für neue Verträge
Während einer offiziellen Zeremonie in der venezolanischen Hauptstadt unterzeichneten neben Chevron auch europäische Firmen wie das italienische Unternehmen Eni neue Abkommen mit der Regierung. US-Energieminister Chris Wright reiste am Mittwoch nach Caracas, um die Vereinbarungen zu begleiten.

Chris Wright, US-Energieminister, erklärte, Präsident Trumps Mission in Venezuela sei unkompliziert, und das Ziel bestehe darin, den Menschen in Venezuela Frieden, Freiheit, Chancen und Wohlstand zu bringen.
Das Weiße Haus treibt die Erschließung der Vorkommen parallel über Partnerschaften voran. Neben Chevron kooperiert Washington mit dem privaten Unternehmen North American Blue Energy Partners (NABEP). Nach Angaben aus Regierungskreisen wurden NABEP Nutzungsrechte an 17 Ölfeldern mit geschätzten Reserven von 65 Milliarden Barrel für einen Zeitraum von 100 Jahren übertragen, wobei sich das US-Verteidigungsministerium eine Beteiligung von 35 Prozent gesichert hat.
Zweifel von Experten und historische Hürden der US-Konzerne
Trotz der offiziellen Zuversicht äußern Energieexperten erhebliche Bedenken. Kritiker verweisen darauf, dass die Infrastruktur des südamerikanischen Landes nach Jahren des Verfalls und unter dem Druck internationaler Sanktionen schwer beschädigt ist. Venezuela verfügt zwar laut OPEC-Daten mit über 303 Milliarden Barrel über die weltweit größten nachgewiesenen Ölreserven, produziert aktuell jedoch nur knapp über eine Million Barrel täglich.

Zudem gibt es verfassungsrechtliche Unklarheiten. Ian Vásquez vom Cato Institute wies darauf hin, dass Verträge dieser Tragweite laut der Verfassung des Landes vom Parlament genehmigt werden müssen. Eine formelle Debatte oder Abstimmung in der Nationalversammlung hat dazu bislang jedoch nicht stattgefunden, was die langfristige Rechtsunsicherheit des Abkommens unterstreicht.
Andere US-Konzerne halten sich indes weiterhin stark zurück.
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