Der 40-Millionen-Pfund-Wechsel von Folarin Balogun zum FC Everton ist am späten Deadline Day geplatzt, weil der Stürmer nach Unstimmigkeiten bei seinem Medizincheck und gefühlter Fehlbehandlung durch den Klub den Vertrag in letzter Minute verweigerte. Monaco-Chef Thiago Scuro bestätigte den turbulenten Ablauf, der auch den Transfer von Lamine Camara zum FC Chelsea blockierte.
Ein geplatzter Millionen-Transfer auf den letzten Drücker
Der FC Everton hatte sich bereits mit der AS Monaco auf ein Ablösepaket von rund 40 Millionen Pfund für Folarin Balogun verständigt. Der 25-jährige US-Nationalspieler war am Mittag im Merseyside-Gebiet eingetroffen, um den Deal auf dem Trainingsgelände von Finch Farm abzuwickeln. Doch ein Befund während der medizinischen Untersuchungen warf Fragen auf, die das gesamte Geschäft ins Wanken brachten. Während Everton den Transfer nach einer kurzen Phase des Nachverhandelns wieder vorantreiben wollte, kam es zu einer dramatischen Wendung.
Wie Monaco-Chef Thiago Scuro in einer Pressekonferenz darlegte, hatten beide Vereine kurz vor Ablauf der Wechselfrist sogar ein offizielles Formular, ein sogenanntes Deal Sheet, bei der Premier League eingereicht. Der Stürmer selbst zog jedoch die Reißleine und lehnte die Unterschrift ab. Thiago Scuro schilderte die Situation wie folgt: At the last moment, the player decided not to sign. And basically, the allegation of Balogun is that: I’m not feeling well by the way the club treated me. I’m not feeling well by the way the medical department of Everton brought doubts about my future or my health.
Medizinische Zweifel und der Ärger der beteiligten Klubs
Im Zentrum des Streits stand der Medizincheck, den Everton um 16:00 Uhr begann. Um 19:00 Uhr und in den folgenden Stunden traten nach Angaben des englischen Klubs Bedenken auf, die eine tiefgehende Prüfung durch weitere Ärzte erforderten. Scuro und das persönliche medizinische Team des Spielers wiesen diese Zweifel entschieden zurück. Dennoch sickerte die Nachricht über vermeintliche Probleme rasch an die Öffentlichkeit durch.

Diese Verzögerungen hatten weitreichende Konsequenzen auf dem internationalen Transfermarkt. Da der Wechsel von Balogun zeitweise gefährdet schien, hatte Monaco den Weg geebnet, um stattdessen Mittelfeldspieler Lamine Camara an den FC Chelsea zu verkaufen.
Around 10pm, in our time here, maybe a bit earlier, Everton realised that OK there is no problem: ‘We are ready to do it. Let’s sign the contract.’ As soon as we got the information, yes, we did come back to Chelsea and told them: ‘OK, we have our deal there. There is no deal on Lamine.’Thiago Scuro, CEO von Monaco
Die chronologische Abfolge eines chaotischen Abends
Der Verlauf des Deadline Day war von parallelen Verhandlungen und kurzfristigen Kurswechseln geprägt. Nach Angaben von Everton-Quellen kam der 25-Jährige später als geplant aus Frankreich an, und Monaco sei langsam bei der Bereitstellung der entsprechenden medizinischen Unterlagen gewesen, was den Toffees weniger Zeit zur Lösung des Problems ließ.

Balogun war bei Monaco als wichtige Einnahmequelle eingeplant, um den Kader für die Saison auszubalancieren. Vor dem späten Vorstoß bei Balogun hatten die Toffees bereits andere Optionen geprüft, nachdem Guinea-Bissau-Frontmann Beto einen permanenten Wechsel zum Serie-A-Klub Fiorentina vollzogen hatte. Everton erkundigte sich auch nach Manchester-United-Stürmer Joshua Zirkzee und Aston-Villa-Frontmann Tammy Abraham, konnte jedoch keinen von beiden von einem Wechsel überzeugen.
Ebenfalls am Transfer-Deadline-Day verpflichtete Everton Jack Grealish auf Leihbasis für eine Saison von Manchester City. Grealish verbrachte bereits die Spielzeit 2025/26 auf Leihbasis bei Everton, kam auf 20 Einsätze, ehe er sich im Januar eine saisonbeendende Fußverletzung zuzog. Der 30-Jährige war mit anderen Teams in Verbindung gebracht worden – darunter sein Jugendklub Aston Villa –, entschied sich jedoch für eine Wiedervereinigung mit David Moyes auf Merseyside. „I think I’m at my best at everything in life, not just football, when I feel loved. That’s what the manager has given me, what my team-mates have given me and especially what the fans have given me, erklärte Grealish.
Folgen für Chelsea, Monaco und den Spieler
Während Everton nach der Kehrtwende von Balogun ohne den ersehnten Stürmer dastand, herrschte auch beim FC Chelsea große Frustration. Die Blues erfuhren nach Mitternacht, dass Balogun abgesprungen war, nachdem Monaco zuvor bereits die Zusage für den Camara-Transfer zurückgezogen hatte. Chelsea blieb jedoch im Geschäft um den 125-Millionen-Pfund-Verkauf von Enzo Fernandez an Manchester City und zog sich aus Gründen des fairen Miteinanders nicht davon zurück, wie Sky-Sports-Chefkorrespondent Kaveh Solhekol erläuterte.

Thiago Scuro bestätigte auf einer Pressekonferenz über den YouTube-Kanal von Monaco, dass der Klub Gespräche mit Balogun über dessen Zukunft führen wird. Da in anderen Ligen wie in der Türkei, in Saudi-Arabien und in den USA die Transferfenster noch geöffnet sind, könnte sich für den US-Nationalspieler noch eine kurzfristige Veränderung ergeben. „We are still waiting Balo to come back for us, to sit and discuss and to realize between us what’s next“, sagte Scuro.”
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