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Welt

Griechenland investiert 3,1 Milliarden Euro in Achilles-Schild

Griechenland investiert rund 3,1 Milliarden Euro in den Aufbau eines mehrschichtigen Luft- und Raketenabwehrprogramms namens Achilles-Schild. Das Verteidigungsprojekt, das in Zusammenarbeit mit israelischen Rüstungsunternehmen wie Rafael und Israel Aerospace Industries realisiert wird, soll innerhalb von 35 Monaten abgeschlossen werden und bestehende Systeme wie US-amerikanische Patriot-Batterien einbinden.

Griechenland und Israel haben Verträge für ein umfassendes Luft- und Raketenabwehrnetz unterzeichnet. Das als Achilles-Schild bekannte Projekt beläuft sich auf ein Gesamtvolumen von rund 3,1 Milliarden Euro oder etwa 3,5 Milliarden US-Dollar. Die Vereinbarungen wurden von der griechischen Generaldirektion für Rüstungen und Investitionen sowie den israelischen Firmen Rafael und Israel Aerospace Industries auf den Weg gebracht. Ziel ist es, das griechische Staatsgebiet und die östliche Mittelmeerregion effektiver gegen moderne Luftbedrohungen abzuschirmen.

Technologische Architektur des Achilles-Schilds

Das neue Schutzschild kombiniert mehrere israelische Waffensysteme mit bestehenden militärischen Kapazitäten Griechenlands. Zum Einsatz kommen nach Angaben von The Defense Post der SPYDER-Luftabwehrkomplex von Rafael, der Barak MX von Israel Aerospace Industries sowie das System David’s Sling. Jede Komponente deckt einen spezifischen Bedrohungsbereich ab und ist für unterschiedliche Reichweiten ausgelegt.

Das System SPYDER AiO dient dabei der Abwehr von Drohnen und tieffliegenden Flugobjekten auf kürzere Distanzen. Der Barak MX übernimmt die mittlere Ebene gegen Flugzeuge und Marschflugkörper. Für die Bekämpfung ballistischer Raketen, schwerer Raketen und Bedrohungen mit großer Reichweite soll das System David’s Sling sorgen. Zusätzlich erhalten die griechischen Streitkräfte das System Drone Dome in einem separaten Vertrag im Wert von 26 Millionen Euro zum Schutz strategischer Standorte vor unbemannten Fluggeräten.

Vernetzung, künstliche Intelligenz und industrielle Beteiligung

Ein zentrales Element des Projekts ist die Vernetzung der verschiedenen Effektoren über ein einheitliches, von Rafael entwickeltes Führungs- und Kontrollnetzwerk. Sensoren und Radarsysteme wie die MMR-Multimissionsradare von ELTA Systems speisen Daten in dieses System ein. Eine integrierte Funktion auf Basis künstlicher Intelligenz soll jedes Ziel klassifizieren und eigenständig den wirtschaftlichsten Abfangflugkörper zuweisen, um den unnötigen Einsatz teurer Munition zu vermeiden.

Griechenland investiert 3,1 Milliarden Euro in Achilles-Schild
Photo: thedefensepost.com

Athen sicherte sich in den Verträgen den Zugang zum Quellcode und zur Softwarearchitektur, um die nationale Kontrolle über Wartung und Modernisierungen zu behalten. Rund zwölf griechische Unternehmen sind als Unterauftragnehmer an dem Programm beteiligt; ihr finanzieller Anteil an den Arbeiten liegt bei mehr als 700 Millionen Euro, womit etwa 25 Prozent der Investitionssumme in der heimischen Wirtschaft verbleiben.

Politische Einordnung und strategische Relevanz

Das Rüstungsgeschäft gilt als das größte in der Geschichte der bilateralen Beziehungen zwischen Israel und Griechenland sowie als eines der umfangreichsten Exportvorhaben des israelischen Staates überhaupt. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz betonte die sicherheitspolitische Bedeutung der Zusammenarbeit in einer unruhigen Region.

Barak MX Grece
Photo: Meta-Defense

„Israel and Greece share common strategic interests and face shared regional challenges. At a time when actors with hegemonic ambitions are seeking to expand their influence and undermine stability in the region, Israel and Greece will continue to deepen their defense and strategic cooperation, and will act with determination to preserve stability and safeguard their security and shared interests.“

Warum muss Griechenland 3,5 Milliarden Euro an Israel zahlen?
Israel Katz, Verteidigungsminister von Israel

Rafael-Verwaltungsratspräsident Yuval Steinitz betonte zudem, dass Griechenland nach Israel das zweite europäische Land ist, das das System David’s Sling beschafft.

Die Pläne stoßen in Ankara indes auf Kritik. Das türkische Verteidigungsministerium reagierte bereits zuvor auf militärische Infrastrukturmaßnahmen in der Ägäis mit dem Hinweis, dass solche Schritte den Frieden und die Stabilität in der Region beeinträchtigen könnten, während Athen seine strategische Ausrichtung im östlichen Mittelmeer durch das Modernisierungsprogramm weiter ausbaut.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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