Tropischer Sturm Dolly hat sich am Freitag, dem 28. August 2026, über dem Atlantischen Ozean in eine offene tropische Welle aufgelöst. Das National Hurricane Center meldet, dass die Überreste des vierten benannten Sturms der Saison mit Windgeschwindigkeiten von rund 40 mph nach Westen ziehen und am Wochenende die Leeward Islands erreichen werden.
Der am Donnerstag im Atlantik entstandene Tropische Sturm Dolly hat nach Angaben des National Hurricane Center in Miami eine rasche Abschwächung erfahren. Meteorologen stuften das System am Freitagmorgen, dem 28. August 2026, zu einer offenen tropischen Welle herab, da in Satellitenbildern keine westlichen Winde südlich des Zentrums mehr nachgewiesen werden konnten. Trotz der Herabstufung behält das System seine bisherige Zuggeschwindigkeit und seinen Kurs bei nach Angaben des National Hurricane Center.
Kurs auf die Leeward Islands und die Karibik
Die Überreste des Sturms bewegen sich mit einer beachtlichen Geschwindigkeit von etwa 25 Meilen pro Stunde nach Westen und befinden sich rund 1.000 Meilen östlich der Leeward Islands. Wie das National Hurricane Center durch den Meteorologen Jack Beven mitteilte, wird das System voraussichtlich am späten Samstag oder frühen Sonntag auf die Inseln treffen. Begleitet wird die Welle von maximal anhaltenden Winden von 40 mph sowie höheren Böen.
Für die Region bedeutet das System erhebliche Niederschläge.
Nach dem Passieren der Leeward Islands werden die Regenbande voraussichtlich am Sonntag und Montag auf die Virgin Islands, Puerto Rico, Hispaniola sowie die Dominikanische Republik und Haiti übergreifen. Besonders in gebirgigen Lagen besteht die Gefahr von Sturzfluten.
Dringend benötigter Regen für das von Wasserkrise betroffene Puerto Rico
Für Puerto Rico könnten die Nachwirkungen des Sturms eine willkommene Entlastung bringen, auch wenn die Wassermassen kontrolliert niedergehen müssen. Wie USA TODAY berichtet, kämpft das US-Territorium derzeit mit einer schweren Wasserkrise. Eine Kombination aus anhaltender Dürre, niedrigen Pegelständen in den Stauseen, einem großen Rohrbruch im Aquädukt und veralteter Infrastruktur hat zu massiven Defiziten geführt.

Der U.S. Drought Monitor stellte fest, dass sich die Dürrebedingungen auf der Insel in der vorangegangenen Woche weiter ausgedehnt und verschärft hatten. Der Nationale Wetterdienst in San Juan erklärte in einer Online-Diskussion, dass die Feuchtigkeit des herannahenden Systems das Potenzial für Schauer und Gewitter deutlich erhöhe und kurzfristige Linderung bringen könne.
Meteorologische Hintergründe und Namensgebung
Die rasche Auflösung des Sturms erklärt sich durch ungünstige Umweltfaktoren. Laut dem Hurrikanzentrum führten zunehmende südliche Windscherung in der Vertikalen, trockene Luft und die hohe Vorwärtsgeschwindigkeit dazu, dass sich das System nicht weiter verstärken konnte und auseinandergerissen wurde.
Zudem betonte das Hurrikanzentrum, dass die Verwendung des Namens Dolly für diesen Sturm in keinerlei Verbindung zum Tod der Country-Musik-Legende Dolly Parton steht, die wenige Tage zuvor am 25.
Mögliche Reorganisation im weiteren Verlauf der nächsten Woche
Ob sich das System nach dem Passieren der karibischen Inseln neu formieren kann, wird von Meteorologen unterschiedlich bewertet.

Alex DaSilva vom Wetterdienst AccuWeather erklärte, dass, falls Dolly die trockene Luft, die Windscherung und die Interaktion mit Land in der Nähe der Inseln überstehen könne, die Umweltbedingungen Mitte bis Ende der kommenden Woche vor der Küste des südöstlichen Teils der USA tatsächlich günstiger für eine Entwicklung und Verstärkung werden.
Das National Hurricane Center plant indessen keine weiteren regulären Warnmeldungen zu dem ehemaligen Tropensturm.
Verwandte Artikel