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Sport

Alessandro Romano entscheidet sich offenbar für die italienische Nationalmannschaft

Der 20-jährige Schweizer Mittelfeldspieler Alessandro Romano hat sich offenbar gegen die Schweizer Nationalmannschaft und für den italienischen Verband entschieden. Nach Berichten italienischer Sportmedien vom August 2026 treibt der Verband den Nationenwechsel voran, während der Schweizerische Fussballverband betont, bisher keine offizielle Kenntnis über den Wechsel zu haben.

Der Wechsel von Alessandro Romano sorgt im Schweizer und italienischen Fussball für erhebliche Aufregung. Der 20-jährige Mittelfeldspieler, der beim italienischen Erstligisten Cagliari unter Vertrag steht, hat nach übereinstimmenden Medienberichten eine definitive Entscheidung bezüglich seiner internationalen Laufbahn getroffen. Bisher lief das Talent ausschliesslich für die Nachwuchsauswahlen des Schweizerischen Fussballverbandes auf und bestritt insgesamt 34 Junioren-Länderspiele. Da Romano jedoch über italienische Wurzeln verfügt und im Besitz eines italienischen Passes ist, stand ihm laut den FIFA-Regularien ein Verbandswechsel offen, solange er noch kein Pflichtspiel für die Schweizer A-Nationalmannschaft absolviert hatte.

Italienischer Verband treibt den Nationenwechsel von Alessandro Romano voran

Die italienische Sporttageszeitung La Gazzetta dello Sport berichtete in ihrer Freitagsausgabe, dass der in Winterthur geborene Mittelfeldspieler der italienischen «Squadra Azzurra» seine Zusage gegeben habe. Demnach wurden die administrativen Formalitäten für den Nationenwechsel bereits eingeleitet. Ziel des italienischen Verbandes ist es, die notwendige Zustimmung der FIFA zeitnah zu erhalten, um den Jungstar direkt für die kommenden Länderspiele nominieren zu können.

Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini hat offenbar ein persönliches Interesse an dem Mittelfeldspieler. Nach dem jüngsten Serie-A-Auftakt von Cagliari, bei dem Romano beim Auswärtsspiel gegen Parma einen sehenswerten Treffer erzielte, soll der Nationaltrainer den Spieler direkt nach der Partie angesprochen haben. Die Verantwortlichen in Italien sehen in dem 20-jährigen Doppelbürger ein wichtiges Puzzleteil für den Neuaufbau der Nationalmannschaft. Im Raum steht dabei eine mögliche Aufbietung bereits für das nächste Zusammenkommen am 18. September 2026, bei dem Italien in der Nations League unter anderem auf Belgien, die Türkei und Frankreich trifft.

Reaktion des Schweizerischen Fussballverbandes auf die Berichte

In der Schweiz schlägt der drohende Verlust des Nachwuchstalents hohe Wellen. Romano durchlief seit der U16 sämtliche Juniorenteams des SFV und führte die U18 sowie die U19 zeitweise als Captain auf das Feld. Im Oktober 2025 stand er noch für die Schweizer U20-Auswahl bei einem 1:0-Sieg gegen England auf dem Rasen. Als sportliches Vorbild nennt der Mittelfeldspieler den langjährigen Nati-Leistungsträger Granit Xhaka.

Der Schweizerische Fussballverband zeigt sich von den Berichten überrascht. Auf entsprechende Medienanfragen teilte der damalige Nati-Direktor Pierluigi Tami mit, dass der Verband zwar seit langem in engem und regelmässigem Kontakt mit dem Spieler steht, jedoch keine formelle Kenntnis über einen vollzogenen Nationenwechsel vorliegt. Tami bestätigte allerdings, dass den Verantwortlichen die intensiven Bemühungen des italienischen Verbandes um den Spieler durchaus bewusst waren.

Der sportliche Aufstieg und die Stationen von Cagliari bis zur AS Rom

Der nun bevorstehende Verbandswechsel fällt in eine Phase steiler sportlicher Entwicklung für den Mittelfeldspieler. Seine Karriere begann in der Jugend des FC Winterthur, ehe er im Jahr 2022 im Alter von 16 Jahren in die Nachwuchsabteilung der AS Rom wechselte. Dort arbeitete er sich bis in den Profikader hoch und feierte in der vergangenen Spielzeit sein Debüt in der italienischen Serie A.

Alessandro Romano entscheidet sich offenbar für die italienische Nationalmannschaft
Photo: bluewin.ch

Um in der laufenden Saison mehr Spielpraxis auf höchstem Niveau zu erhalten, wechselte Romano im Sommer von der AS Rom nach Sardinien zu Cagliari. Der Vertrag enthält nach Angaben von Medienberichten eine Kaufpflicht, sofern bestimmte sportliche Bedingungen wie eine Mindestanzahl an Einsätzen oder erzielten Toren erfüllt werden. Direkt zum Saisonstart in Parma gelang ihm dort das erste Pflichttor im italienischen Oberhaus, womit er das internationale Interesse weiter anheizte.

Verlust weiterer Talente für die Schweizer Auswahl

Der potenzielle Abgang von Alessandro Romano trifft den Schweizer Fussball zu einem Zeitpunkt, an dem der Verband bereits den Verlust weiterer Nachwuchstalente hinnehmen musste. In den Wochen zuvor hatten sich bereits Albian Hajdari und Leon Avdullahu für den Kosovo sowie Eman Kospo für Bosnien-Herzegowina entschieden. Sollte die FIFA dem Verbandswechsel von Romano zustimmen, verliert die Schweizer Nachwuchsarbeit einen weiteren hochgehandelten Spieler an einen europäischen Nachbarverband.

Alessandro Romano entscheidet sich offenbar für die italienische Nationalmannschaft
Photo: 20min
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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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