Selena Gomez und ihre Anwälte haben am Mittwoch, den 26. August, eine Klage von Investoren gegen die von ihr mitgegründete Mental-Health-Plattform Wondermind als absurd und rechtlich haltlos zurückgewiesen. Sie fordern vor einem Bundesgericht in Delaware die sofortige Entlassung aus dem Verfahren sowie mögliche Sanktionen gegen die Kläger.
Der Streit um das im Jahr 2021 gegründete Startup Wondermind zieht Kreise vor Gericht. Fünf Investoren werfen den Gründerinnen vor, sie durch falsche Versprechungen zu einer Kapitaleinlage von knapp 1,2 Millionen Dollar bewegt zu haben, wie aus den Akten eines Bundesgerichts in Delaware hervorgeht. Neben der Sängerin richtet sich die Klage gegen ihre Mutter Mandy Teefey und die ehemalige Geschäftspartnerin Daniella Pierson. Die Kläger in dem am 13. August eingereichten Fall sind die begrenzten Haftungsgesellschaften Wondermind SRS 44 LLC und Bespoke Wondermind SPV I LLC. Die Vorwürfe lauten auf Betrug nach Gewohnheitsrecht, Vertragsbruch und Wertpapierbetrug. Die im Verfahren genannten Investoren sind Brent Saunders, Marc Roberts, EJ Solimine, Andrew Resnick und Mark Peikin.
Juristischer Gegenangriff von Mathew Rosengart im Bundesgericht von Delaware
Die Vorwürfe gegen den Popstar entbehren nach Ansicht der Verteidigung jeder Grundlage. Das Legal-Team um den bekannten Anwalt Mathew Rosengart, der vor allem für seine Arbeit bei der Beendigung der Vormundschaft von Britney Spears bekannt ist, reichte am Mittwoch einen entsprechenden Antrag auf Klageabweisung ein. Die Kläger hätten die Künstlerin zu Unrecht in den Rechtsstreit hineingezogen, da sie weder das operative Geschäft noch die Mittelbeschaffung des Unternehmens verantwortet habe. Die in dem Antrag vertretene Position stellt klar, dass Gomez als eine der weltweit am stärksten beschäftigten Frauen zwar die Möglichkeit zur Informationsabfrage besessen haben mag, jedoch keinerlei Aussagen über den operativen Zustand oder die finanzielle Verfassung getätigt hat.
“The notion that Selena engaged in ‘fraud’ or any other wrongdoing is absurd — and in addition to filing our motion we are exploring other avenues of relief for Ms. Gomez including sanctions against plaintiffs for improperly including her,”
Mathew S. Rosengart, Anwalt für Selena Gomez
In dem Antrag wird betont, dass Gomez weder Mitglied des Vorstands war noch die Geschäftsführung innehatte oder einen Minderheitsanteil an dem Unternehmen hielt. Die operative Leitung lag demnach bei Teefey und Pierson als Co-Geschäftsführerinnen und Vorstandsmitgliedern. Die Rolle der Sängerin beschränkte sich vertraglich auf die einer Beraterin, verbunden mit der Verleihung ihres Titels als Chief Impact Officer.
Details des Investorenstreits und die Rolle der Gründerinnen
Hintergrund der Klage sind angebliche Falschinformationen über die Infrastruktur, die Ressourcen und die tatsächliche Mitarbeit von Selena Gomez. Die Kläger behaupten laut den Gerichtsakten, den Investoren sei eine intensive Beteiligung der Künstlerin als Marketingchefin in Aussicht gestellt worden. In der Realität habe sich Gomez jedoch aktiv darum bemüht, sich von dem Unternehmen zu distanzieren, und viele der angekündigten Initiativen wie Telefon-Apps, Werbedeal-Strukturen und Promi-Inhalte seien ausgeblieben.

Die Verteidigung hält dem entgegen, dass selbst eine Erwähnung in einer E-Mail aus dem Dezember 2022 von Daniella Pierson über das Unternehmenswachstum, bei der Gomez lediglich in Kopie gesetzt war, nicht belege, dass die Sängerin Kenntnis von angeblichen Falschangaben gehabt habe. Der Mangel an jeglichen konkreten Aussagen von Gomez gegenüber Investoren oder Beteiligungen an den Kommunikationen der anderen Beklagten mache die Betrugsvorwürfe hinfällig. Die Anwälte fordern die Abweisung sämtlicher vier Klagepunkte gegen Selena Gomez mit Vorurteil. Die Anwälte der Kläger reagierten am Mittwoch nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.
Reaktionen auf die anhaltende Krise des Mental-Health-Portals
Wondermind war im Jahr 2021 mit Plänen für eine Reihe von Mental-Health-Medieninitiativen gestartet, darunter ein digitales Magazin, eine mobile App und ein Podcast. Das Unternehmen geriet im vergangenen Jahr stark in den Fokus der Öffentlichkeit, als eine viel beachtete Reportage in The Cut über die prekäre finanzielle Verfassung und angebliche Probleme im Zusammenhang mit dem Verhalten von Mandy Teefey berichtete.
Mandy Teefey wies die Management-Vorwürfe gegenüber dem Magazin seinerzeit zurück und erklärte, sie habe Wondermind gegründet, um Menschen mit psychischen Erkrankungen zu helfen, während einige verärgerten Mitarbeiter Lügen verbreiteten. Daniella Pierson hat die Anschuldigungen ihrerseits kategorisch von sich gewiesen und erklärt, sie begrüße die Gelegenheit, konkrete Unterlagen und Finanzaufzeichnungen vorzulegen. Pierson betonte, sie habe niemals Gelder von Investoren für persönliche Ausgaben verwendet, sondern im Gegenteil ihr eigenes Geld in das Geschäft investiert und kein Gehalt bezogen. Weder Wondermind noch Teefey reagierten unmittelbar auf aktuelle Anfragen zur Stellungnahme.
Das Bundesgericht in Delaware muss nun entscheiden, ob die Forderungen der Kläger gegen die Mitgründerin Bestand haben oder ob das Verfahren gegen sie abgewiesen wird.
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