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Linz: Legionellen-Fälle steigen auf 30 und drei Tote

Gesundheitsbehörden und das Kepler Universitätsklinikum untersuchen weiterhin die genaue Infektionsquelle, während die Linz AG betroffene Kühlanlagen auf Trockenbetrieb umgestellt hat.

Die Lage in Linz bleibt angespannt. Wie das Linzer Gesundheitsamt und das Land Oberösterreich bekannt gaben, hat sich die Gesamtzahl der Infizierten auf 29 erhöht. Der jüngste Fall betrifft eine Patientin, die vor rund acht Tagen erste Symptome verspürte und nun medizinisch betreut wird, wie der Linzer Gesundheitsdirektor Ulrich Püschl bestätigte.

Bislang sind im Zuge des Ausbruchs drei Patienten gestorben. Nach Angaben des Kepler Universitätsklinikum Linz (KUK) wurden seit Beginn der Welle 15 Erkrankte dort behandelt. Vier davon mussten intensivmedizinisch versorgt werden, sieben konnten das Spital bereits wieder verlassen. Aktuell befinden sich noch sechs Patienten im Uniklinikum, einer davon auf der Intensivstation.

Untersuchungen an Kühlanlagen und genetische Analysen

Trotz intensiver Spurensuche ist nach wie vor nicht eindeutig geklärt, ob kontaminierte Kühltürme der Linz AG als primäre Infektionsquelle dienen. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat bislang etwa drei Viertel der insgesamt 190 eingesandten Wasserproben untersucht und ausgewertet.

In einer Wasserprobe eines Kühlturms auf dem Dach des Stromnetzgebäudes wiesen die Behörden neben verschiedenen Legionellen-Varianten auch das Bakterium Legionella pneumophila des Subtyps Allentown nach. Dieser spezifische Subtyp trat ebenfalls bei drei epidemiologisch verknüpften Infektionsfällen auf. Dennoch betonen die Behörden, dass die vorliegenden genetischen Daten noch keinen hundertprozentig sicheren Beweis für eine direkte Kausalität liefern.

Reinigung und Umstellung auf Trockenbetrieb bei der Linz AG

Um jegliches verbleibende Risiko auszuschließen, hat die Linz AG drastische Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Bei der Anlage auf dem Dach des Stromnetzgebäudes fand bereits Mitte August eine gründliche Reinigung und Desinfektion statt, verbunden mit einem vollständigen Wasseraustausch.

Angezüchtete Legionellen-Kolonien im Labor. In einer schwarzen Flüssigkeit entstehen weiße Flecken, die wie Schimmel
Photo: kurier.at

Wegen der aktuellen Witterungsbedingungen schaltete das Unternehmen die Anlage schließlich auf Trockenbetrieb um. Mit diesem Schritt sei jede mögliche Neubildung von Bakterien in diesem System unterbunden, teilten die Betreiber mit. Die Gesundheitsbehörden bestätigten, dass der neu gemeldete Fall keineswegs im Widerspruch zu der Annahme steht, dass eine potenzielle technische Quelle bereits entschärft wurde.

Medizinischer Hintergrund und Info-Hotline für Betroffene

Infektionen mit Legionellen erfolgen typischerweise durch das Einatmen feinster, kontaminierter Wassertröpfchen oder Aerosole. Dies kann zu schweren Lungenentzündungen, der sogenannten Legionärskrankheit, führen. Neben schwereren Verläufen sind laut AGES auch milde Infektionen ohne Lungenentzündung möglich, die als Pontiac-Fieber bekannt sind und meist nach wenigen Tagen von selbst ausheilen.

Linz: Legionellen-Fälle steigen auf 30 und drei Tote
Photo: nachrichten.at

Ein erhöhtes Risiko tragen insbesondere ältere Menschen, Raucher sowie Personen mit chronischen Lungenerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem. Für betroffene Bürger und Fragen aus der Bevölkerung hat die Linz AG eine Info-Hotline unter der Telefonnummer 0732-3400 DW 4004 sowie per E-Mail eingerichtet, die werktags besetzt ist.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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