Vor einem Familiengericht in Dallas stehen sich Wunscheltern und eine Leihmutter in einem aufsehenerregenden Rechtsstreit gegenüber, wie aus übereinstimmenden Berichten hervorgeht. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht ein neugeborener Junge, der an einem lebensbedrohlichen Herzfehler leidet. Die Wunscheltern Nausheen Gilkar und Omar Ahmed aus Kalifornien und die Leihmutter McKenna West streiten vor Gericht um das Sorgerecht und medizinische Entscheidungsbefugnisse.
Gerichtlicher Streit um schwer kranken Säugling in Dallas
Dallas County District Judge Ashley Wysocki verlängerte eine bestehende einstweilige Verfügung um weitere 14 Tage, sodass die Leihmutter das Kind weiterhin weder sehen, halten noch transportieren oder medizinische Entscheidungen für es treffen darf. Eine endgültige Entscheidung über das Sorgerecht oder die Vormundschaft traf das Gericht bei der Anhörung noch nicht.
Medizinischer Zustand und Herzfehler des Neugeborenen
Der Junge – mit vollem Namen Rumi Ali Ahmed, von der Leihmutter und ihren Anwälten jedoch Baby Gabriel genannt – kam am 12. August zur Welt. Bei einer Ultraschalluntersuchung in der 20. Schwangerschaftswoche war bei dem ungeborenen Kind ein hypoplastisches Linksherzsyndrom (HLHS) diagnostiziert worden. Bei diesem angeborenen Defekt ist eine Herzhälfte unterentwickelt, wodurch der Blutfluss gestört wird.
Nach Angaben der Wunscheltern und aktueller Gerichtsakten befindet sich das Kind in einem kritischen Zustand. Nach einer offenen Herzoperation – einem sogenannten Norwood-Eingriff – kam es zu Komplikationen, weshalb das Neugeborene erneut intubiert werden musste (Foxnews, Yahoo Sports). Ein vom Gericht bestellter Anwalt des Kindes erklärte im Gerichtssaal, dass der Säugling für mindestens die kommenden 30 Tage auf der Intensivstation betreut werden muss.
Hintergrund des Streits: Abtreibungswunsch und Reise nach Texas
Der Konflikt entzündete sich an den Reaktionen auf die medizinische Diagnose während der Schwangerschaft. Nach Bekanntwerden des Herzfehlers forderten Nausheen Gilkar und Omar Ahmed die Leihmutter McKenna West nach deren Angaben auf, die Schwangerschaft abzubrechen. West, eine aus Alaska stammende Herz- und Intensivpflegekraft, lehnte dies ab und reiste nach Texas, um dort zu entbinden, da in dem Bundesstaat ein weitreichendes Abtreibungsverbot gilt.

Die Wunscheltern warfen der Leihmutter daraufhin Vertragsbruch vor und leiteten rechtliche Schritte ein. Im August 2025 hatten die Parteien eine Leihmutterschaftsvereinbarung geschlossen, die auch Regelungen für den Fall eines Schwangerschaftsabbruchs vorsah. Ein kalifornisches Gericht stellte im Juni fest, dass Gilkar und Ahmed die rechtlichen Eltern des Kindes sind und West keine Entscheidungsbefugnisse besitzt.
Argumente und Aussagen vor Gericht
Während der Anhörung in Dallas betonte Nausheen Gilkar unter Tränen, dass das Kind der Mittelpunkt ihres Lebens sei und sie am Krankenbett um das Überleben ihres Sohnes kämpfen. Sie wies Vorwürfe zurück, die Wunscheltern würden dem Kind eine lebensrettende Behandlung verweigern.
McKenna West erklärte ihrerseits vor Gericht, sie würde ihre Sorgerechtsforderungen fallen lassen, falls das Gericht feststelle, dass die Wunscheltern uneingeschränkt zur Durchführung der notwendigen Operationen entschlossen seien. Der Fall hat landesweit Aufmerksamkeit erregt und Kontroversen über Leihmutterschaftsverträge, elterliche Rechte und gesetzliche Regelungen im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbrüchen ausgelöst.
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