US-Präsident Donald Trump hat die Handelsgespräche mit Kanada abrupt abgebrochen und als Reaktion auf eine umstrittene Anti-Zoll-Werbekampagne der Provinz Ontario sogar gedroht, den Lake Ontario in Lake America umzubenennen. Der eskalierende Wirtschaftsstreit umfasst massive Strafzölle und drohende Stromsperren.
Nachdem Washington am Wochenende Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar verhängt hatte, schlug der US-Präsident im Streit mit der Provinz Ontario auch auf rhetorischer Ebene scharf zu. Die US-Regierung führt damit faktisch einen harten Handelskurs, der nun auch geographische Symbole erfasst.
Das Ronald-Reagan-Video als Auslöser des Abbruchs
Auslöser für den abrupten Stopp aller Verhandlungen war eine Werbekampagne der Regierung von Ontarios Premier Doug Ford. Der Werbespot verwendete Originalzitate aus einer Radioansprache des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan aus dem April 1987, um ein US-Publikum vor den wirtschaftlichen Folgen von Protektionismus zu warnen. U.S. President Donald Trump said on Thursday he would terminate all trade negotiations with Canada, nachdem er das Video als betrügerisch und gefälscht kritisiert hatte.
„TARIFFS ARE VERY IMPORTANT TO THE NATIONAL SECURITY, AND ECONOMY, OF THE U.S.A. Based on their egregious behavior, ALL TRADE NEGOTIATIONS WITH CANADA ARE HEREBY TERMINATED.“
Donald Trump, U.S. President
Der Spot lief unter anderem während des siebten Innings der nationalen Fernsehübertragung von Spiel 1 der World Series zwischen den Toronto Blue Jays und den Los Angeles Dodgers. Ontario ist Kanadas bevölkerungsreichste Provinz und wirtschaftlich extrem eng mit den US-Märkten verflochten, weshalb der Spot gezielt amerikanische Zuschauer erreichen sollte.
Reaktionen der Ronald-Reagan-Stiftung und Drohungen am Grenzsee
Nicht nur die US-Regierung störte sich an der Verwendung des historischen Materials. Auch die Ronald Reagan Presidential Foundation & Institute kritisierte den Clip öffentlich. The institute said in a social media post on Thursday night, dass die Regierung von Ontario weder um Erlaubnis gebeten noch eine solche erhalten habe und die Ansprache verfälsche; das Institut prüft rechtliche Schritte.

Parallel dazu spitzte sich der Konflikt rund um die gemeinsame Grenze zu. Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, dass die Vereinigten Staaten ernsthaft erwägen würden, den Lake Ontario in «Lake America» umzubenennen, da man keine nennenswerten Geschäfte mehr mit Ontario erwarte. Premier Doug Ford hatte zuvor mit scharfen Worten reagiert und unter anderem gedroht, die Strom- und Rohstofflieferungen in US-Bundesstaaten wie New York, Michigan und Minnesota einzuschränken.
„Wir versorgen 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmen mit Strom. Alles ist verhandelbar. Ich werde alles Notwendige tun.“
Doug Ford, Premierminister von Ontario
Geplante Vergeltungszölle und Ausblick auf kommende Verhandlungen
Die wirtschaftlichen Verwerfungen zwischen Ottawa und Washington greifen immer weiter um sich. Kanadas Premierminister Mark Carney kündigte daraufhin Gegenzölle an, die ab dem 8. September in Kraft treten sollen. Trump konterte mit der Drohung, zum Jahreswechsel die Abgaben auf kanadische Autos, Autoteile und Stahl ebenfalls auf 50 Prozent anzuheben.

Obwohl die direkten Verhandlungen vorerst auf Eis liegen, signalisierte die kanadische Seite Gesprächsbereitschaft für die Zukunft. Carney betonte beim Verlassen des Landes, dass die heimischen Verhandlungsführer konstruktive Gespräche geführt hätten und Ontario die Werbekampagne über das Wochenende vorerst pausieren werde, damit künftige diplomatische Kanäle offen bleiben.
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