Wiener Ermittler haben im August 2026 zwei weitere mutmaßliche Mitglieder einer georgischen Einbrecherbande gefasst, die zwischen Februar und August 2026 eine Serie von Wohnungseinbrüchen mittels ätzender Säure in mehreren Wiener Bezirken verübte. Ein dritter Verdächtiger ging in der Slowakei ins Netz, während die Polizei vor gefährlichen Flüssigkeitsrückständen an Türschlössern warnt.
Eine beunruhigende Serie von Wohnungseinbrüchen hält die Ermittler in der österreichischen Hauptstadt seit Monaten in Atem. Die Täter gehen dabei mit einer besonders gefährlichen Methode vor: Sie setzen ätzende Säure ein, um Wohnungsschlösser zu verätzen und sich so unbemerkt Zutritt zu verschaffen. Allein zwischen Februar und August 2026 registrierte die Polizei nach Angaben aus der aktuellen Berichterstattung eine zweistellige Anzahl derartiger Fälle in zahlreichen Stadtteilen.
Festnahmen in Wien-Landstraße und internationale Fahndungserfolge
Die Kriminalpolizei setzte bei ihren Ermittlungen auf intensive Observationsmaßnahmen. Beamte des Landeskriminalamtes Wien arbeiteten dabei eng mit dem Landeskriminalamt Niederösterreich und der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität zusammen. Am vergangenen Wochenende vor dem Zugriff am 16. August 2026 gelang es den Einsatzkräften nach gezielten Beobachtungen, zwei mutmaßliche Georgier auf frischer Tat in der Landstraße festzunehmen. Die beiden Beschuldigten, ein 42-jähriger und ein 39-jähriger Georgier, befinden sich in polizeilicher Anhaltung. Einer der Tatverdächtigen hatte sich zuvor in einem Wohnhaus aufgehalten, in dem anschließend Spuren eines Einbruches mittels ätzender Säure festgestellt wurden.
Die Serie beschränkt sich längst nicht auf einen Bezirk. Zwischen Februar und April wurden acht gleichgelagerte Fälle in Landstraße, Wieden, Favoriten und Meidling registriert. Im Juni kamen zwei weitere Fälle in Margareten und Döbling hinzu. Zwischen dem 17. und 22. Juli schlugen die mutmaßlichen Täter dann gleich fünfmal in Favoriten zu. Zuletzt wurde auch in der Donaustadt ein Fall mit dem bekannten Vorgehen angezeigt.
So klickten am 20. August 2026 in der Slowakei die Handklicken für einen 36-jährigen Tatverdächtigen. Slowakische Zielfahndern nahmen den Mann in Bratislava aufgrund eines Europäischen Haftbefehls fest. „Aufgrund eines gegen den 36-Jährigen erwirkten Europäischen Haftbefehls konnte der Tatverdächtige am 20. August 2026 schließlich von slowakischen Zielfahndern in Bratislava festgenommen werden“, heißt es vonseiten der Landespolizeidirektion Wien. „Dem 36-Jährigen werden nach derzeitigem Ermittlungsstand mindestens sechs Wohnungseinbrüche in den Bezirken Leopoldstadt und Landstraße zur Last gelegt“, so die Beamten. Er befindet sich derzeit noch in der Slowakei in Haft. Ein weiterer 48-jähriger Georgier als mutmaßlicher Serien-Einbrecher wurde am 21. August 2026 ausgeforscht; ihm werden vorerst zwei Taten in Penzing angelastet. Derzeit befindet sich der Mann wegen eines Delikts in deutscher Untersuchungshaft.””
Gefährliche Spuren an den Schlössern und dringende Warnung der Polizei
Die Spuren an den Tatorten lassen keinen Zweifel an der Gefährlichkeit der Methode. Zuletzt machten Anwohner am 8. August 2026 in Ottakring eine besorgniserregende Entdeckung, als sie Flüssigkeitsrückstände und Beschädigungen an gleich zwei Wohnungstüren in einem Mehrparteienhaus vorfanden. Die alarmierten Beamten der Polizeiinspektion Rötzergasse stellten an beiden Türschlössern entsprechende Spuren fest. Nach derzeitiger Einschätzung könnte es sich bei der Flüssigkeit um Salpetersäure handeln.


Die Polizei warnt eindringlich davor, solche Substanzen eigenhändig zu berühren. Wer Beschädigungen am Schloss seiner Wohnungstür und eine unbekannte Flüssigkeit bemerkt, sollte jeden Kontakt vermeiden. Salpetersäure kann ätzend wirken und Haut, Atemwege und Schleimhäute schädigen. Kommt es dennoch zu einem unbeabsichtigten Kontakt, soll die betroffene Körperstelle sofort mit klarem Wasser gespült werden.
Beamte weisen ausdrücklich darauf hin, dabei keine Seife oder andere Zusätze zu verwenden. Bei verdächtigen Spuren gilt daher: Abstand halten und sofort die Polizei unter 133 verständigen. Das Landeskriminalamt Wien, Ermittlungsbereich Diebstahl, Gruppe Kremser, ermittelt mit Hochdruck, und die umfangreichen Ermittlungen zu der Tätergruppe und möglichen weiteren Straftaten dauern an.