In Australien ist das hochpathogene H5N1-Vogelgrippevirus erstmals bei einem einheimischen Säugetier nachgewiesen worden. Wie unter anderem Deutsche Welle berichtete, wurde das Virus bei einem tot aufgefundenen mazedonischen beziehungsweise langnasigen Seebären (lange-nasen-Seebär) festgestellt. Das Tier wurde ohne Anzeichen von Verletzungen im Küstenort Beachport im Bundesstaat Südaustralien entdeckt, rund 310 Kilometer von der Landeshauptstadt Adelaide entfernt. Bundeslandwirtschaftsministerin Julie Collins erklärte in im Fernsehen übertragenen Äußerungen, dass der Tod des Tieres nicht mit anderen kranken oder toten Meeressäugern zusammenzuhängen schiene.
Erster Nachweis von H5N1 bei einem australischen Säugetier
Australien kämpft seit Juni gegen die Aviäre Influenza, nachdem das Virus das Land erreicht hatte. Anfang des Monats hatte das Land zudem seine ersten Massensterben von Seevögeln gemeldet, was als Eskalation gewertet wurde. Nach Angaben der Regierung hat sich das Virus bisher nicht auf Australiens Geflügel oder die Landwirtschaft ausgebreitet; bis Freitag wurden 297 bestätigte Fälle gezählt. Am Montag wurde zudem ein zweiter Fall bei einem Robben in den The Pages Conservation Park Inseln nahe Kangaroo Island untersucht, wie SBS berichtete.
Besorgniserregende Entwicklung für die heimische Tierwelt
Die Entdeckung des Virus bei einem Meeressäuger gilt unter Experten als bedeutender und besorgniserregender Schritt. Umweltminister Murray Watt erklärte, das Land müsse realistisch hinsichtlich der Auswirkungen sein, die diese Krankheit auf die heimische Tierwelt haben werde. Gegenüber dem Sender ABC sagte Watt, dass mit massenhaften Sterbefällen bei Vögeln und Säugetieren zu rechnen sei. Auch Sean Dooley von der Vogelschutzorganisation BirdLife Australia warnte vor den ökologischen Folgen der Seuche.
Bundesministerin Collins erklärte, dass ein mögliches Entkommen des Virus in die natürliche Umwelt unweigerlich zu signifikanten Verlusten führe, da es nicht möglich sei, dies zu verhindern. Die Behörden betonen jedoch, dass ein solches Übergreifen auf andere Wildtiere in Gebieten mit hohen Infektionsraten bei Wildvögeln nicht gänzlich unerwartet kam. In den Gewässern des Bundesstaates leben schätzungsweise 100.000 langnasige Seebären.
Hintergrund des Ausbruchs und Schutzmaßnahmen
Australien war aufgrund seiner geografischen Lage und Entfernung zu wichtigen Zugvogelrouten jahrelang von der weltweiten Ausbreitung verschont geblieben, die seit 2020 durch eine Variante der H5-Klade 2.3.4.4b geprägt ist, wie The Times anmerkt. Im Juni 2021 beziehungsweise laut den Berichten im Juni 2026 erreichte das Virus den Kontinent. Die aktuelle Linie lässt sich historisch auf ein Virus zurückführen, das 1996 in Hausgänsen in der chinesischen Provinz Guangdong identifiziert wurde.

Zur Eindämmung der Seuche hat die Regierung im August ein Impfprogrammpatent für Vögel begonnen, das auf der Verwundbarkeit bestimmter Arten und Naturschutzaspekten basiert. Laut Landwirtschaftsministerin Collins wird zudem geprüft, ob in Nordamerika durchgeführte Impfstoffversuche für Meeressäuger auch in Australien eingesetzt werden könnten. Bisher gebe es jedoch nichts kommerziell Verfügbares zum Schutz der Robben. Experten wie Robyn Alders von der Australian National University weisen zudem darauf hin, dass das Virus außerhalb eines Wirts überleben kann und Katzen mit einer Mortalitätsrate von 50 Prozent besonders gefährdet sind, weshalb Halter ihre Tiere im Haus behalten sollten.
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