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Gesundheit

COPD-Risiko durch TyG-Index und BMI-Index

Ein aktueller Blutwert-Index aus Triglyceriden und Glukose, der sogenannte TyG-Index, gibt Forschern neue Einblicke in das Risiko und den Verlauf einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung.

Veränderungen im Zucker- und Fettstoffwechsel lassen sich möglicherweise frühzeitig nutzen, um die Lungengesundheit besser zu überwachen. In einer aktuellen systematischen Übersichtsarbeit und Meta-Analyse untersuchte ein Forschungsteam, ob der TyG-Index und der TyG-Index im Bezug zum Body Mass Index (kurz: TyG-BMI-Index) mit dem Risiko für eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und ihrem Verlauf zusammenhängen. Für die Analyse werteten die Forschern elf Studien mit insgesamt 488.622 Teilnehmenden aus. Dabei betrachteten sie sowohl Menschen ohne COPD als auch Personen mit bereits bestehender Erkrankung.

Der TyG-Index und sein Einfluss auf das COPD-Risiko

Der TyG-Index wird aus den Blutwerten für Triglyceride und Glukose berechnet. Forschende nutzen ihn als Hinweis auf Stoffwechselstörungen und eine verminderte Wirkung von Insulin. Die aktuellen Daten zeigen nun, dass diese metabolischen Faktoren unmittelbar mit der Lungenfunktion verschaltet sind.

Die Auswertung zeigt: Personen mit höheren TyG-Werten haben ein erhöhtes Risiko, eine COPD zu entwickeln. Auch ein höherer TyG-BMI-Index steht mit einem höheren COPD-Risiko in Verbindung. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Veränderungen im Zucker- und Fett-Stoffwechsel eng mit der Lungengesundheit verknüpft sein könnten, so die Studienautor:innen.

Schwerere Verläufe und erhöhtes Sterblichkeitsrisiko bei bestehender Erkrankung

Nicht nur die Entstehung der Lungenkrankheit wird durch den Stoffwechselindex beeinflusst, sondern auch der Krankheitsverlauf bei bereits diagnostizierten Patienten. Bei Menschen, die bereits an COPD erkrankt sind, fiel dem Forschungsteam ein weiterer Zusammenhang auf: Höhere TyG-Werte gehen häufiger mit ungünstigen Krankheitsverläufen einher.

Dazu gehören ein erhöhtes Risiko für die Gesamtsterblichkeit, die Sterblichkeit auf Intensivstationen und die Sterblichkeit während eines Krankenhausaufenthalts. Außerdem treten bei Betroffenen mit erhöhtem TyG-Index häufiger schwere Komplikationen auf. Dazu zählen Atemversagen, akute Nierenschäden, Blutvergiftung (Sepsis), chronische Herzerkrankungen, die durch einen Lungenhochdruck entstehen („Lungenherz“, pulmonale Herzerkrankung) schwere Störungen der Lungenbelüftung (Ventilationsstörungen) und Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Auch der TyG-BMI-Index ist den Studienautor:innen zufolge mit einer höheren Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.”

Das Wissenschaftsteam schlussfolgert, dass hohe TyG- und TyG-BMI-Werte mit einem erhöhten Risiko für COPD sowie mit ungünstigeren Krankheitsverläufen zusammenhängen. Da beide Kennzahlen auf leicht verfügbaren Blutwerten beruhen, könnten sie künftig dabei helfen, Menschen mit erhöhtem Risiko früh zu erkennen und Personen mit COPD genauer zu überwachen. Ob die Werte auch direkt für die Behandlung genutzt werden können, müssen weitere Studien zeigen, wie Wu, Y. et al. in ihrer Arbeit „Association of triglyceride-glucose index and triglyceride-glucose body mass index with risk and prognosis of chronic obstructive pulmonary disease: a systematic review and meta-analysis(erschienen im J Thorac Dis. 2026; 18 (5): 509) darlegen.

Diagnostische und bildgebende Einordnung in der Praxis

Während Blutwerte wie der TyG-Index künftig dabei helfen könnten, Risikogruppen frühzeitig zu identifizieren und den Zustand bekannter Patienten engmaschiger zu überwachen, stützt sich die klassische Diagnostik im klinischen Alltag auf ergänzende Untersuchungsmethoden. Eine Röntgenaufnahme der Brust (Chest X-ray) ist ein schneller und schmerzfreier Bildtest, der Strukturen in und um die Brust betrachtet. Der Test kann eine COPD zwar nicht diagnostizieren, aber andere Erkrankungen finden, die mit COPD interagieren können, und wird in einer Arztpraxis, Klinik oder einem Krankenhaus durchgeführt.

COPD-Risiko durch TyG-Index und BMI-Index
Photo: nhlbi.nih.gov

Für detailliertere Einblicke setzen Kliniken zudem auf Computertomographie-Scans (CT-Scans) des Brustraums, die viele detaillierte Bilder der Lunge aufnehmen. Ein Brust-CT-Scan kann dabei helfen, die Ursache von Lungensymptomen wie Kurzatmigkeit oder Brustschmerzen zu finden und Probleme wie Tumore, überschüssige Flüssigkeit um die Lunge (Pleuraerguss) oder Lungenentzündungen aufzudecken. Da der Test jedoch Strahlung verwendet, sollten Patienten laut klinischen Leitlinien keine unnötigen CT-Scans erhalten.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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