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Gesundheit

Tai-Chi und chinesische Übungen lindern Schmerzen bei Muskel-Skelett-Erkrankungen

Traditionelle chinesische Übungen wie Tai Chi verbessern laut einer neuen, im British Journal of Sports Medicine veröffentlichten Metastudie nachweislich die körperliche Funktion, lindern Schmerzen und fördern den Schlaf bei Menschen mit Muskel-Skelett-Erkrankungen.

Muskel-Skelett-Erkrankungen betreffen weltweit Millionen Menschen und sind laut einer aktuellen Untersuchung der führende Verursacher von Behinderungen. Betroffen sind Personen jeglichen Alters in jedem Land und auf allen Kontinenten, wobei die Prävalenz mit dem Alter und der Diagnose variiert. Die Beschwerden schränken Mobilität und Geschicklichkeit erheblich ein, führen zu vorzeitiger Verentung aus der Arbeit, geringeren Wohlbefinden und einer reduzierten Fähigkeit zur Teilnahme an der Gesellschaft, wobei niedriger Rückenschmerz in 160 Ländern die einzelne Hauptursache für Behinderung ist.

Umfangreiche Auswertung von 1.744 klinischen Studien

Um die bislang fragmentierten und oft inkonsistenten Daten zu bewerten, haben Forscher an Krankenhäusern und Universitäten in China die bislang größte Untersuchung ihrer Art durchgeführt. Die im British Journal of Sports Medicine erschienene Arbeit einer Überprüfung gepoolter Datenanalysen von Systemdatensätzen fasst 92 Datensynthesen aus insgesamt 1.744 randomisierten kontrollierten klinischen Studien zusammen.

Die Wissenschaftler fanden dabei hochgradig sichere Belege («high certainty evidence») für die Wirksamkeit traditioneller chinesischer Übungen. Zu den untersuchten Techniken zählen Tai Chi, Qigong, Baduanjin, Wuqinxi und Yijinjing für eine Reihe von gesundheitlichen Ergebnissen bei Menschen mit muskuloskelettalen Erkrankungen. Die Ergebnisse belegen positive Effekte auf Schmerzen, körperliche Funktion, psychische Gesundheit, Schlafqualität und die Knochenmineraldichte.

Gezielte Linderung bei Arthrose, Fibromyalgie und Osteoporose

Die Untersuchung zeigt spezifische Vorteile für verschiedene Krankheitsbilder. So verbessern die Bewegungsformen die Bewegung in Kniearthrose. Zudem steigern sie die psychische Gesundheit im Zusammenhang mit Nackenschmerzen und Kniearthrose und verbessern die Schlafqualität im Zusammenhang mit Fibromyalgie.

Besonders Tai Chi erwies sich als wirksam, um chronische muskuloskelettale Schmerzen und Steifheit in mehreren Erkrankungen signifikant zu erleichtern. Bei Teilnehmern mit Osteopenie oder Osteoporose erhöhte sich zudem die Knochenmineraldichte.

Empfehlungen für die klinische Praxis und Prävention

Um maximale Effekte zu erzielen, wurden diese Übungen erreicht, wenn Menschen diese Übungen für länger als sechs Monate machten, mindestens dreimal pro Woche, und insgesamt mindestens 150 Minuten pro Woche erreichten.

The evidence, particularly for tai chi, reaches high certainty for improving key outcomes such as physical function in knee osteoarthritis, mental health in neck pain, sleep in fibromyalgia and bone density in osteoporosis. Forschungsteam, British Journal of Sports Medicine

British Journal of Sports Medicine

Die Autoren fügten hinzu, dass diese Übungen in klinische Leitlinien und Rehabilitationsprogramme weltweit aufgenommen werden sollten. Angesichts einer globalen Bevölkerungswachstum und Alterung nimmt die Zahl der Menschen, die mit muskuloskelettalen Bedingungen und verbundenen Gesundheitsproblemen leben, rasant zu, während jüngere Menschen ebenfalls oft während ihrer Haupteinnahmejahre betroffen sind. Die Forscher gaben an, dass diese Übungen eine sichere, zugängliche und kostengünstige Strategie darstellen, die herkömmliche Therapien ergänzen, die pharmazeutische Abhängigkeit reduzieren und Patienten im Selbstmanagement befähigen kann. Für Gesundheitssysteme und Entscheidungsträger könnte die Förderung der Annahme traditioneller chinesischer Übungen, insbesondere in Gemeinschafts- und Primärversorgungsbereichen, eine strategische Komponente öffentlicher Gesundheitsinitiativen sein, die auf gesundes Altern und die Prävention chronischer Erkrankungen abzielen.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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