Eine neue INSA-Umfrage vom August 2026 zeigt die AfD bundesweit als stärkste Kraft mit 29 Prozent, während eine Mehrheit von 53 Prozent die Partei als rechtsextrem einstuft.
Die politische Landschaft in Deutschland bleibt stark polarisiert. Die Debatte um den Umgang mit der Partei prägt weiterhin den politischen Alltag und offenbart tiefe Gräben in der Bevölkerung.
INSA-Umfrage: AfD baut Führung aus
In der aktuellen Sonntagsfrage verzeichnet die AfD einen Zuwachs von einem Prozentpunkt und erreicht nun einen Wert von 29 Prozent. Damit baut die Partei ihren Vorsprung vor den übrigen politischen Kräften deutlich aus. Die Union, die in den Wochen zuvor historische Tiefstwerte verzeichnet hatte, erholt sich leicht und kommt auf 21 Prozent, was einem Plus von einem Prozentpunkt entspricht. Der Abstand zwischen dem Erst- und dem Zweitplatzierten beträgt damit weiterhin spürbare acht Prozentpunkte.
Auf den weiteren Plätzen zeigen sich im Vergleich zur Vorwoche kaum nennenswerte Bewegungen. Die Grünen behaupten sich stabil bei 13 Prozent, gefolgt von der SPD mit unveränderten zwölf Prozent. Die Linkspartei verzeichnet einen leichten Rückgang um einen Punkt auf elf Prozent. Die FDP hält exakt die Fünf-Prozent-Hürde und würde damit den Wiedereinzug in den Bundestag gerade so schaffen, während das BSW mit drei Prozent aktuell nicht im Parlament vertreten wäre.
Einstufung als rechtsextrem und Umgang mit der Brandmauer
Neben der reinen Sonntagsfrage widmete sich das Institut in einer vertieften Befragung den Einstellungen der Bürger zur politischen Einordnung der Partei. Die Ergebnisse zeigen ein klares Meinungsbild zur ideologischen Verortung: Eine Mehrheit von 53 Prozent der Befragten teilt die Einschätzung, dass es sich bei der AfD um eine rechtsextreme Partei handelt. Demgegenüber sehen 37 Prozent diese Einordnung nicht als gegeben an. Auf Bundesebene führt der Verfassungsschutz die Partei als rechtsextremistischen Verdachtsfall, während auf Landesebene bereits fünf von 16 Landesverbänden als gesichert rechtsextremistisch eingestuft sind.
Die strikte Abgrenzung der anderen Parteien gegen eine Zusammenarbeit – oft als Brandmauer bezeichnet – findet in der Bevölkerung weiterhin eine stabile Basis. Rund die Hälfte der Bürger, exakt 48 Prozent, bewertet es als richtig, dass die etablierten Parteien Koalitionen oder Regierungszusammenarbeiten mit der AfD ausschließen. Dagegen halten 39 Prozent diese politische Blockadehaltung für den falschen Weg. Gespalten zeigt sich die Öffentlichkeit hingegen bei der Frage, ob ein offizielles Verbotsverfahren gegen die Partei eingeleitet werden sollte: Befürworter und Gegner halten sich mit jeweils 42 Prozent die Waage.
Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und die Personalie Ulrich Siegmund
Besondere Aufmerksamkeit richtet sich im Rahmen der aktuellen Erhebungen auf die politischen Verhältnisse in Sachsen-Anhalt, wo die AfD Umfragen zufolge auf ein Ergebnis von mehr als 40 Prozent zusteuert. Nach Ansicht von 45 Prozent der Befragten wird die Partei dort nach der kommenden Wahl voraussichtlich den Ministerpräsidenten stellen. Zugleich spaltet die dortige personelle Aufstellung die Wählerschaft.
Der AfD-Politiker Ulrich Siegmund, den das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ zuvor in einer umstrittenen Cover-Geschichte als gefährlichsten Mann Deutschlands
bezeichnet hatte, wird von einem großen Teil der Bevölkerung kritisch gesehen. In der INSA-Erhebung bestätigten 47 Prozent der Befragten, dass sie den 35-Jährigen für gefährlich für die Demokratie im Bundesland halten; 35 Prozent teilen diese Sorge nicht. Bei der Frage nach dem bevorzugten Regierungschef wünschen sich 33 Prozent den CDU-Kandidaten Sven Schulze als Lösung, während Ulrich Siegmund für 30 Prozent die Wunschbesetzung darstellt.
Die Untersuchung macht deutlich, dass die politische Dynamik rund um die Partei im Bund wie in den Ländern nicht nur die Wählerzahlen antreibt, sondern auch grundlegende Fragen über den Zustand der demokratischen Institutionen und den Umgang der politischen Mitbewerber aufwirft.
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