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Asiatische Aktienmärkte stürzen nach Verkaufswelle bei Chipwerten ab

Asiatische Aktienmärkte verzeichneten am Freitag deutliche Kursverluste, nachdem Anleger die hohen Bewertungen von Technologieunternehmen und KI-Investitionen infrage stellten. Der Einbruch folgte auf schwache Vorgaben von der Wall Street und einen optimistischen, aber Investoren enttäuschenden Ausblick von Samsung Electronics, der weltweit eine Verkaufswelle bei Halbleitern auslöste.

Talfahrt an den Börsen in Asien nach Ausverkauf bei Chipwerten

Die Talfahrt im Technologiesektor erfasste am Freitag die asiatischen Börsen und drückte die Kurse massiv ins Minus. Der breit gefasste Aktienindex MSCI’s Asia-Pacific equities gauge gab um 2,1 Prozent nach. Besonders hart traf es den japanischen Markt, wo der Nikkei 225 Stock Average einen Verlust von 4,4 Prozent verzeichnete.

Der Abwärtsdruck breitete sich rasch auf die Derivatemärkte und die Region aus. Die Futures auf den Nikkei 225 brachen um 3,6 Prozent ein, während der breiter gefasste Topix-Index um 2,6 Prozent nachgab. Auch in Australien gab der S&P/ASX 200 um 0,5 Prozent nach. In Greater China zeigte sich ein ähnliches Bild: Der Hang-Seng-Index in Hongkong sank um 1,9 Prozent, und der Shanghai Composite in Festlandchina verlor 1,7 Prozent.

Auslöser der weltweiten Unruhe an den Märkten war zuvor ein Quartalsbericht von Samsung Electronics. Obwohl der südkoreanische Konzern als weltgrößter Speicherchiphersteller einen massiven Gewinnsprung in Aussicht stellte, blieben die Reaktionen an den Börsen verhalten. Die Aktie stürzte in Seoul zeitweise um bis zu 10 Prozent ab und schloss schließlich mit einem Minus von 6,9 Prozent. Dies reichte aus, um eine globale Verkaufswelle im Halbleitersektor loszutreten.

Skepsis gegenüber künstlicher Intelligenz und steigende Investitionskosten

Im Zentrum der Marktkorrektur steht die wachsende Skepsis unter Investoren, ob der enorme Boom rund um künstliche Intelligenz in den vergangenen Monaten überzogen war. Anleger fragen zunehmend, ob sich die Milliardeninvestitionen in die KI-Infrastruktur tatsächlich bald in nachhaltigen Gewinnen niederschlagen werden.

Fabien Yip, Marktanalyst bei IG International, erklärte, dass die Prognosen für Investitionsausgaben wieder in den Fokus rücken, da Anleger zunehmend skeptisch werden, ob ein nachhaltiges Wachstum bei gleichzeitig gesundem Bilanzbild erreicht werden kann.

Trotz der anhaltenden Nervosität rechnen Beobachter jedoch nicht mit dem abrupten Ende des gesamten Trends. Fabien Yip von IG International erklärte dazu, dass der Markt in der aktuellen Berichtssaison zwar weiterhin Volatilität erleben dürfte, dies jedoch kaum das Ende der KI-Geschichte bedeute.

Zusätzlichen Druck auf den Technologiesektor übte Taiwan Semiconductor Manufacturing aus, deren Aktienkurs um mehr als 4 Prozent nachgab. Der Chip-Riese legte zwar solide Zahlen vor, doch wurde der Ausblick durch drastisch angehobene Investitionspläne überschattet. In Tokio brach die Aktie von Kioxia sogar um 15 Prozent ein, womit das Unternehmen innerhalb eines einzigen Monats die Hälfte seines Börsenwerts einbüßte. Auch außerhalb des Chipsektors sorgten Enttäuschungen für schlechte Stimmung: Netflix verzeichnete im nachbörslichen US-Handel ein Minus von 9 Prozent, nachdem das Unternehmen das zweite Quartal in Folge ein verlangsamtes Umsatzwachstum prognostiziert hatte.

Geopolitische Spannungen treiben Ölpreise und Inflationsängste

Neben den Bewertungen im Technologiesektor belasten geopolitische Konflikte und deren Folgen für den Energiemarkt das Geschehen. Die Ölpreise legten spürbar zu, da sich die Feindseligkeiten im Nahen Osten verschärften und der Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Straße von Hormus massiv einbrach. Berichten zufolge wurden in der Region Schiffe angegriffen und beschädigt.

Die Notierungen für die Nordseesorte Brent handelten knapp unter 85 US-Dollar je Barrel und steuerten auf ein Wochenwochenplus von rund 12 Prozent zu. Damit verzeichnete der Rohölmarkt den stärksten wöchentlichen Anstieg seit April, was an den Märkten umgehend neue Sorgen vor einer hartnäckigen Inflation schürte.

Die rasche Verteuerung des Öls droht die Bemühungen der Zentralbanken zu durchkreuzen. Spekulationen machen die Runde, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen angesichts der wiederkehrenden Teuerungsrisiken länger auf dem aktuellen Niveau belassen muss. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries bewegte sich wenig verändert bei rund 4,55 Prozent.

Währungsmärkte und geldpolitische Aussichten im Blick

Am Devisenmarkt geriet der japanische Yen erneut stark unter Druck und notierte um die Marke von 162,45 Yen je US-Dollar. Angesichts des Kurses nahe dem tiefsten Stand seit vier Jahrzehnten erneuerte Japans Finanzministerin Satsuki Katayama ihre Warnungen vor möglichen Interventionen der Regierung am Devisenmarkt.

Nasdaq Futures Plunge as Samsung Sparks Chip Selloff
Photo: Barchart

Der US-Dollar präsentierte sich gegenüber den meisten Hauptwährungen fester. Chidu Narayanan, Chef-Asien-Pazifik-Stratege bei Wells Fargo in Singapur, verwies auf das Zusammenspiel aus dem Ausverkauf bei Tech-Aktien, steigenden Energiepreisen und höheren realen Renditen in den USA. Die US-Wirtschaftsdaten seien zwar nicht überhitzt, aber stark genug, um die US-Währung auch dann zu stützen, wenn andere Faktoren nur bedingt für Rückenwind sorgen.

Während die Anleger weltweit auf die anstehenden Handelsbilanzdaten aus den USA und weitere geldpolitische Signale blicken, zeigt sich das Marktumfeld hochsensibel. Die Kombination aus geldpolitischer Unsicherheit, eskalierenden geopolitischen Risiken und einer kritischen Neubewertung der Künstlichen Intelligenz verspricht für die kommenden Wochen anhaltende Schwankungen an den globalen Börsen.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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