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Unterhaltung

Prozess gegen Duane „Keffe D“ Davis wegen Mordes an Tupac Shakur beginnt

Duane „Keffe D“ Davis, 63, steht ab Montag vor Gericht, weil er laut Staatsanwaltschaft die Ermordung des Rappers Tupac Shakur im Jahr 1996 organisiert haben soll. Davis ist seit Ende 2023 in Haft und wehrt sich gegen die Anklage wegen Mordes mit einer tödlichen Waffe mit der Absicht, eine kriminelle Gang zu fördern, zu unterstützen oder zu helfen.”

Fast drei Jahrzehnte nach dem fatalen Drive-by-Shooting in Las Vegas beginnt nun der Prozess gegen den Mann, der als Drahtzieher hinter dem Attentat gilt. Der Fall, der jahrzehntelang als einer der berüchtigtsten ungelösten Morde in den Vereinigten Staaten galt, wurde erst durch öffentliche Aussagen und ein Buch des Angeklagten selbst wiederbelebt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ohne diese Selbstauskünfte vermutlich keine Anklage hätte erhoben werden können.

Die Beweislast: „Compton Street Legend“ und Polizeiaussagen

Im Zentrum der Anklage steht das 2019 veröffentlichte Memoiren-Buch Compton Street Legend, das Davis mitverfasst hat. In diesem Werk sowie in verschiedenen Medieninterviews beschreibt Davis seine Rolle als Anführer der South Side Compton Crips und seine Beteiligung an dem Attentat. Die Verteidigung versuchte erfolglos, die Verwendung des Buches im Prozess zu verhindern, mit dem Argument, es handele sich um ein fiktionalisiertes Werk zur Profitmaximierung.

Ein weiterer kritischer Punkt ist eine Aufnahme eines Polizeinterviews aus dem Jahr 2008. Richterin Carli Kierny entschied, dass diese Aufzeichnung zulässig ist, obwohl die Verteidigung argumentierte, das Gespräch sei unter dem Versprechen der Vertraulichkeit geführt worden. Davis schrieb in seinem Buch über diese Phase: Ich sang, weil sie versprochen hatten, dass ich nicht strafrechtlich verfolgt würde, wie AP News berichtet.

Es tötet mich innerlich zu wissen, dass ich ihnen irgendetwas erzählt habe. Duane „Keffe D“ Davis, im Buch „Compton Street Legend“””

Die Staatsanwaltschaft will beweisen, dass Davis die Waffe bereitstellte und die Anweisungen gab. Laut den vorliegenden Informationen wird der Prozess wahrscheinlich nicht klären, wer genau den Abzug drückte, da Davis der einzige Beteiligte in dem weißen Cadillac ist, der heute noch lebt.

Der 7. September 1996: Rekonstruktion des Attentats

Die Ereignisse am Abend des 7. September 1996 begannen mit einem Besuch eines Boxkampfs, bei dem Mike Tyson Bruce Seldon knockte. Tupac Shakur befand sich anschließend auf dem Beifahrersitz eines schwarzen BMW, während Marion „SugeKnight, Mitbegründer von Death Row Records, am Steuer saß. Auf dem Weg zu einem Nachtclub, in dem Shakur auftreten sollte, hielten sie an einer roten Ampel in der Nähe des Las Vegas Strip an.

Full timeline for Tupac Shakur's murder trial: From 1989 to Keffe D's trial

In diesem Moment zog ein weißer Cadillac neben ihnen gleich und es kam zum Schusswechsel. Shakur wurde mehrfach getroffen und starb sechs Tage später. Knight überlebte mit geringfügigen Verletzungen.

Das Motiv für den Angriff war laut Anklage Rache. Stunden zuvor hatten Shakur und sein Gefolge Orlando „Baby LaneAnderson, den Neffen von Davis, im MGM Grand Hotel zusammengeschlagen. In seinem Buch rechtfertigte Davis diesen Vorfall mit den Worten: Wir konnten nicht zulassen, dass uns diese Studio-Gangster einer Plattenfirma so etwas antun.

Gang-Kriege zwischen Death Row und Bad Boy Records

Die Ermordung war kein isoliertes Ereignis, sondern der Höhepunkt einer tiefgreifenden Fehde. Grand-Jury-Transkripte belegen einen Konflikt zwischen den Plattenlabels Death Row Records und Bad Boy Records sowie den dazugehörigen Gang-Sektionen Mob Piru und South Side Compton Crips.

Prozess gegen Duane „Keffe D“ Davis wegen Mordes an Tupac Shakur beginnt
Photo: mercurynews.com
  • Death Row Records: Verbunden mit Mob Piru (Teil der Bloods). Hier unter Vertrag standen unter anderem Tupac Shakur, Snoop Dogg und Dr. Dre.
  • Bad Boy Records: Gegründet von Sean „Diddy“ Combs, mit Künstlern wie The Notorious B.I.G. (Christopher Wallace). Diese Gruppe wurde laut Zeugenaussagen von den South Side Compton Crips geschützt.

Diese Rivalitäten führten zu einer Spirale aus Gewalt und Vergeltungsmaßnahmen, die sowohl vor als auch nach dem Tod von Shakur anhielten.

Die Rolle von Orlando „Baby Lane“ Anderson

Obwohl Davis im Zentrum des aktuellen Prozesses steht, spielt sein Neffe Orlando Anderson eine zentrale Rolle in der Beweisführung. In dem 2008 geführten Interview beschrieb Davis, wie er und seine Crew Shakur entdeckten und neben ihn fuhren, wobei Anderson sie abknallte. Anderson selbst bestritt zu Lebzeiten jede Beteiligung am Mord.

Rapper Tupac Shakur attends a voter registration event in South Central Los Angeles on Aug. 15, 1996, left, and Duane "Keffe
Photo: AP News

Es gibt jedoch widersprüchliche Zeugenaussagen. Ein Zeuge sagte vor der Grand Jury aus, dass Anderson keinen klaren Schusswinkel gehabt habe und stattdessen Deandrae „FreakySmith die Waffe nahm und feuerte. Anderson starb zwei Jahre nach dem Attentat bei einer nicht im Zusammenhang stehenden Gang-Schießerei in Compton, Kalifornien.

Perspektiven der Familie und rechtliche Folgen

Für die Familie von Tupac Shakur ist der Prozess nach fast 30 Jahren eine emotionale Belastung. Maurice „MopremeShakur, sein Stiefbruder, bezeichnete die vergangenen Jahrzehnte als erschöpfend und stressig. Er gab an, dass die Teilnahme am Prozess retraumatisch sein werde, zeigte sich jedoch vorsichtig optimistisch, dass Gerechtigkeit walte.

Man charged with organizing killing of Tupac Shakur goes to trial

Ich hoffe, dass der Prozess fair ist und wir die Wahrheit erfahren. Maurice „Mopreme“ Shakur, Stiefbruder von Tupac Shakur

Sollte das Gericht Duane „Keffe DDavis für schuldig befunden, droht ihm eine lebenslange Haftstrafe ohne die Möglichkeit einer Bewährung. Der Prozess wird voraussichtlich etwa einen Monat dauern.

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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