US-Präsident Donald Trump stellte am Freitag auf der Joint Base Andrews in Maryland seine neue Regierungsmaschine vor. Die vom Emirat Katar geschenkte Boeing 747-8 dient als Übergangslösung, bis im Jahr 2028 zwei maßgefertigte Maschinen ausgeliefert werden. Das Flugzeug bricht mit dem traditionellen Design der Kennedy-Ära und setzt auf eine neue Farbgebung.
Farben und Luxus: Der Bruch mit der Kennedy-Tradition
Die neue Maschine ist in Rot, Weiß, Dunkelblau und Gold lackiert. Wie SRF berichtet, wählte der Präsident diese Farben persönlich aus. Damit endet eine jahrzehntelange Tradition: Das hellblaue Farbschema, das einst von Jacqueline Kennedy eingeführt wurde, wird durch einen dunkelblau-weißen Rumpf mit roten Streifen ersetzt.
Trump bezeichnete die Boeing 747-8 bei der Präsentation als das luxuriöseste Flugzeug der Welt. Er hob insbesondere die Qualität der Hölzer, der Materialien und der Triebwerke hervor.
Donald Trump, US-Präsident, via BILD
Während die äußere Hülle modernisiert wurde, blieb die prunkvolle Innenausstattung der katarischen Emirfamilie weitgehend unverändert. US-Beamte bestätigten, dass das Design dem ursprünglichen Luxus-Layout der Privatflotte Katars bemerkenswert ähnlich sehen wird. Dabei ist zu beachten, dass „Air Force One“ kein Name eines spezifischen Flugzeugs ist, sondern das offizielle Funkrufzeichen für jede Maschine der US-Luftwaffe, in der sich der Präsident der Vereinigten Staaten befindet.
Überbrückung bis 2028: Warum Katar einspringt
Die Annahme des Jets ist eine Reaktion auf massive Verzögerungen beim US-Flugzeugbauer Boeing. Eigentlich sollten zwei eigens angefertigte Maschinen des Typs 747-8 die Flotte verstärken, doch deren Auslieferung hat sich bis Mitte 2028 verschoben. Diese Verzögerungen betreffen das Programm der VC-25B-Maschinen, die als hochmoderne, militärische Versionen der Boeing 747-8 konzipiert sind. Ohne die katarische Maschine hätte Trump möglicherweise bis zum Ende seiner Amtszeit im Januar 2029 auf die veralteten Vorgänger zurückgreifen müssen.

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Laut Watson dient der Jet daher explizit als Brückenlösung. Die bisherigen Maschinen waren teilweise seit 1990 im Einsatz. Die letzte Boeing 747-200, die über 30 Jahre alt war, kehrte am Donnerstag von einer Europareise zurück und wird künftig in einem Museum ausgestellt.
Um die Einsatzbereitschaft zu beschleunigen, strich die US-Luftwaffe einige geplante Umbauten. Dennoch wurden kritische Systeme integriert. Das Rüstungsunternehmen L3Harris übernahm die Installation von abhörsicherer Funktechnik sowie einem Raketenabwehrsystem, wie der Spiegel berichtet. Diese Modifikationen sind für Präsidentenmaschinen essenziell, um eine unterbrechungsfreie Kommunikation mit dem Pentagon und dem Weißen Haus sowie den Schutz gegen Luftbedrohungen zu gewährleisten.
Die Geste Katars unterstreicht die strategische Partnerschaft zwischen den USA und dem Golfstaat. Katar ist ein wichtiger Verbündeter der USA im Nahen Osten und beherbergt unter anderem die Al-Udeid-Luftbasis, einen der größten US-Militärstützpunkte in der Region.
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Kosten und Korruptionsvorwürfe: Die politische Debatte
Das Geschenk aus dem Golfstaat löste in den USA heftige politische Kontroversen aus. Im Zentrum stehen ethische Fragen und die US-Verfassung, die Regierungsvertretern untersagt, Geschenke von ausländischen Staaten ohne Zustimmung des Kongresses anzunehmen. Diese Regelung ist in der sogenannten „Foreign Emoluments Clause“ (Artikel I, Sektion 9) der Verfassung verankert, die verhindern soll, dass ausländische Mächte durch Geschenke oder Titel unzulässigen Einfluss auf US-Amtsträger ausüben.
Die finanziellen Dimensionen des Deals sind erheblich. Während der reine Wert der Boeing 747-8 bei der Übergabe auf etwa 400 Millionen Dollar taxiert wurde, schätzen demokratische Senatoren die Gesamtkosten inklusive der Modernisierungen auf über eine Milliarde Dollar.
| Posten | Geschätzter Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Basiswert des Jets | ca. 400 Millionen Dollar | BILD / Spiegel |
| Gesamtwert inkl. Umbauten | bis zu 1 Milliarde Dollar | Newsweek / People (via BILD) |
Vertreter der Demokratischen Partei bezeichneten das Präsent als „blanke Korruption“ und „Bestechung“. Sie warnten zudem vor potenziellen Sicherheitsrisiken durch die ausländische Herkunft der Maschine. US-Luftwaffenminister Troy Meink wies diese Bedenken zurück und betonte, dass die Sicherheit des Präsidenten höchste Priorität habe.
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Trump selbst bezeichnete die Ablehnung des Angebots als „dumm“. Um den Verdacht der Bestechlichkeit formal zu entkräften, wurde die Spende offiziell an das Verteidigungsministerium übergeben, wodurch das Flugzeug in den Besitz des Staates und nicht in den Privatbesitz des Präsidenten übergeht.
Nächste Ziele: Von der Parade zum NATO-Gipfel
Bevor der Jet in den regulären Dienst eintritt, stehen letzte Testflüge an, sogenannte „Commissioning Flights“, um die technischen Umrüstungen zu prüfen.
- 4. Juli: Die Maschine soll bei einer Feier in Washington eine Formation anführen, die Trump als den größten Formationsflug der US-Geschichte ankündigte.
- Anfang Juli: Der erste offizielle Einsatz führt den Präsidenten zum NATO-Gipfel in Ankara, Türkei.
- Unbestimmter Zeitpunkt: Trump kündigte zudem einen Flug zu einer „großen Konferenz“ in China an, ohne weitere Details zu nennen.
Die neue Maschine wird erst dann das Rufzeichen „Air Force One“ tragen, sobald der Präsident tatsächlich an Bord ist. Bis dahin bleibt sie ein Symbol für die Balance zwischen diplomatischem Luxus und den logistischen Problemen der US-Luftfahrtindustrie.
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