Wer an Karls Erdbeerhof denkt, hat meistens süße Früchte und gemütliche Landidylle im Kopf. Doch Robert Dahl, der Kopf hinter dem Imperium, bricht mit dieser Tradition und bringt eine ordentliche Portion Ruhrpott-Ekletik nach Oberhausen. Mit der Eröffnung eines neuen Erlebnis-Dorfs am Centro im Juli 2026 plant der Unternehmer eine Fusion, die so absurd klingt, dass man sie fast für einen Scherz halten könnte: Döner-Karussells und Currywurst-Bahnen. Es ist ein riskanter, aber kalkulierter Versuch, die regionale Identität des Reviers mit dem kommerziellen Erfolg der Erdbeer-Welt zu verknüpfen.
Zwischen Adrenalin und Imbissbude: Das Konzept des „Flying Döner“
Dahl setzt nicht auf klassische Jahrmarkt-Attraktionen. Er will das Unerwartete. Das Herzstück des neuen Parks wird der „Flying Döner“ sein. Dieses Karussell im Drehspieß-Design katapultiert bis zu zwölf Passagiere in einer Höhe von 16 Metern durch die Luft. Das Besondere ist die Kontrolle: Die Fahrgäste entscheiden selbst, ob sie sich überschlagen wollen. Wer das Maximum aus der Fahrt herausholt, erreicht bis zu 39 Überschläge. Dahl nennt denjenigen, der das schafft, schlicht den „Döner-Meister“.
Die kulinarische Komponente geht dabei weit über die bloße Optik hinaus. In einer fast surrealen Kombination bietet Dahl einen „Erdbeer-Döner“ an. Rotes Fladenbrot, gefüllt mit einer speziellen roten Soße aus Fruchtsaft, kostet 9,50 Euro. Es ist ein Spiel mit den Sinnen, das die Grenze zwischen Gastronomie und Jahrmarkt-Kuriosität bewusst verwischt.
Das Curryversum und die Logistik des Lachens
Neben dem Döner-Wirbel plant der Unternehmer ein ganzes „Curryversum“. Hier steht die Currywurst-Bahn im Zentrum, ein Projekt, das derzeit noch in einer Metallbaufirma in Niedersachsen Gestalt annimmt. Während die ersten Prototypen aus dem 3D-Drucker kamen, wird die reale Bahn eine Länge von 480 Metern erreichen. 24 Waggons mit lachenden Gesichtern schlängelnn sich durch den Park, begleitet von singenden „Curry-Kumpeln“. Es ist eine Art Themenfahrt, die die lokale Currywurst-Kultur fast schon sakralisiert.
Abgerundet wird das Angebot durch eine klassische Achterbahn, die sich über eine riesige Erdbeer-Skulptur windet. Auf insgesamt 40.000 Quadratmetern sollen neben diesen Kuriositäten insgesamt 20 Attraktionen Platz finden. Der Fokus liegt klar auf Familien mit Kindern, doch der Reiz des Absurden dürfte auch Erwachsene anlocken.
Strategische Expansion in den Ruhrpott
Dahl ist kein Anfänger in Sachen Freizeitparks. Mit acht Standorten in Sachsen, Brandenburg und Niedersachsen weiß er, wie er Massen bewegt. Der Schritt nach Nordrhein-Westfalen ist eine bewusste strategische Entscheidung. Er erkennt an, dass Döner und Currywurst im Ruhrgebiet kulturell tief verwurzelt sind. Indem er diese Symbole in seine Erdbeer-Welt integriert, versucht er, die lokale Identität des Reviers zu spiegeln.
Man könnte diese Strategie als opportunistisch bezeichnen, doch Dahl selbst beschreibt es als Lust an der Kreativität. Er pusht ungewöhnliche Ideen, weil sie Aufmerksamkeit erregen. In einer Zeit, in der klassische Freizeitparks oft auf Perfektion und sterile Themenwelten setzen, bietet das Erlebnis-Dorf in Oberhausen eine bewusst schräge, fast schon volkstümliche Alternative. Ob die Kombination aus Erdbeeren und Fleischklassikern bei den Besuchern ankommt, wird sich am 15. Juli 2026 zeigen.
Wann genau eröffnet das Karls Erlebnis-Dorf in Oberhausen?
Die Eröffnung ist für den 15. Juli 2026 geplant. Der Park wird direkt am Centro Oberhausen in Nordrhein-Westfalen entstehen.
Was ist das Besondere am „Flying Döner“?
Das Karussell wirbelt Passagiere bis zu 16 Meter in die Höhe. Die Fahrer können selbst steuern, ob sie sich überschlagen, wobei bis zu 39 Überschläge pro Fahrt möglich sind.
Könnte dieses Konzept die Attraktivität des Centro-Areals nachhaltig verändern?
Durch die Kombination aus regionalem Bezug (Currywurst/Döner) und familienfreundlichen Attraktionen könnte das Erlebnis-Dorf eine neue Zielgruppe anziehen, die über das reine Shopping-Erlebnis des Centros hinausgeht und so die Verweildauer der Besucher im Gebiet erhöhen.
