Rund 70 Personen kümmern sich bei den Swiss Indoors in Basel um das Wohl der Tennisprofis. Während das Turnier für das Publikum ein Großereignis ist, sorgt ein eingespieltes Team hinter den Kulissen für maßgeschneiderte Betreuung, von individueller Verpflegung bis hin zur Organisation privater Freizeitwünsche in der Stadt.
Helfer in der St. Jakobshalle
Wenn die Swiss Indoors Basel in der St. Jakobshalle stattfinden, verwandelt sich die Arena in einen logistischen Ameisenhaufen. Insgesamt rund 600 Mitarbeitende sorgen für den reibungslosen Ablauf.
Für die Tennisstars selbst ist eine spezielle Gruppe von etwa 70 Personen zuständig. Diese arbeiten in Bereichen, die selbst der Entourage der Spieler oft verschlossen bleiben.
Die Competition Zone
dient dabei als zentrale Rückzugsoase. Hier können Profis am sogenannten Players Desk nicht nur Tickets anfragen, sondern auch Freizeitpläne schmieden. Das Turnierbüro unter der Leitung von Madlaina Barth fungiert als Schnittstelle für individuelle Wünsche: Von Restaurantreservierungen über Konzertkarten bis hin zu speziellen Ausflügen, wie etwa einer privaten Führung durch die Ausstellung Faszination Körperwelten
für Andre Agassi, wird versucht, den Spielern den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.
Verpflegung und Logistik
Laut Patrick Ammann, Managing Director des ATP-500-Turniers, werden heute keine Standardmenüs mehr serviert; die Spieler wählen individuell aus. Dies stellt die Küchencrew vor Herausforderungen, insbesondere wenn Stars wie Novak Djokovic in Basel antreten. Da der Serbe glutenfrei isst und bestimmte Intoleranzen hat, muss das Angebot entsprechend angepasst werden.
Für den Transport steht ein turniereigener Shuttleservice bereit, der die Profis zwischen der Halle, Trainingsmöglichkeiten in Allschwil und ihrer Unterkunft befördert. Die Chauffeure berichten dabei gelegentlich von ungewöhnlichen Anfragen, etwa als die ehemalige Frau der deutschen Tennislegende Michael Stich darum bat, Hundefutter einzukaufen.
Das Hotel Mövenpick als Unterkunft
Seit der Eröffnung im Jahr 2021 dient das Hotel Mövenpick in der Nähe des Bahnhofs Basel SBB als Hauptunterkunft für die Spieler. Die Swiss Indoors übernehmen für jeden Profi die Kosten für mindestens sechs Nächte. An Spitzentagen belegen die Turniergäste bis zu 170 der insgesamt 260 Zimmer des Hauses.
Lilia Haag, Reservation Managerin des Hotels, stellt fest, dass das Haus eng mit dem Turnierrestaurant abgestimmt ist, um Ernährungspläne konsequent umzusetzen. Zudem verzeichnet das Hotel im Vorfeld des Events eine Vielzahl an ankommenden Paketen
, da Ausrüster und Sponsoren regelmäßig Material wie Schläger, Outfits oder Nahrungsergänzungsmittel direkt an die Spieler senden.
Taylor Fritz, aktuell die Nummer 13 im ATP-Ranking, äußerte sich zufrieden mit dem Service in Basel und hob mit einem Schmunzeln zwei Prioritäten hervor: Gutes Essen beim Turnier – und richtig schnelles Internet zum Gamen.
Tradition der Unterbringung
Die heutige Konzentration auf das Hotel Mövenpick markiert einen Wandel in der Tradition des Basler Turniers. In früheren Jahren waren die Topstars wie Roger Federer oder Boris Becker regelmäßig im Grand Hotel Les Trois Rois am Rhein untergebracht, während andere Teilnehmer im inzwischen insolventen Swissôtel Le Plaza wohnten. Rafael Nadal setzte sich in der Vergangenheit aktiv dafür ein, im selben Haus wie seine Konkurrenten untergebracht zu sein, was damals schließlich zur Unterbringung im Le Plaza führte.