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Basel: Verein kritisiert SBB wegen Tötung von Tauben am Bahnhof

Am Bahnhof Basel SBB sorgt die Tötung von Tauben in Sicherheitsnetzen für öffentliche Empörung und eine angekündigte Strafanzeige. Der Verein Stadttauben Basel kritisiert das Vorgehen der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), während das Unternehmen die Maßnahme mit Hygiene- und Sicherheitsvorgaben begründet. Der Vorfall ereignete sich Ende September 2026.

Strafanzeige und Kritik am Vorgehen der SBB

Anlass ist eine Bestandsregulierung, bei der Tauben, die sich in Netzen unter dem Bahnhofsdach verfangen hatten, getötet wurden. Passanten berichteten von toten Tieren, Blutspuren auf den Bahnsteigen und am Boden liegenden Patronenhülsen.

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Sie bezeichnet den Umgang mit den Vögeln als Skandal und moniert, dass Passagiere sowie Kinder mit dieser verstörenden Szene konfrontiert werden. Der Kanton Basel-Stadt bestätigte die Meldung an die Feuerwehr sowie die Kontaktaufnahme mit dem Wildhüter, woraufhin die SBB informiert und mit der Beseitigung beauftragt wurden.

Begründung der SBB und Sicherheitsvorgaben

Die SBB bedauern die Situation und räumen ein, dass die gezeigten Bilder nicht ihrem Anspruch entsprechen. Mediensprecher Reto Schärli erklärte, dass es grundsätzlich nicht dazu kommen dürfe, dass Tiere in den Netzen eingeschlossen oder verletzt werden, weshalb die SBB die betroffene Installation nun prüfen. Das Gebäude ist zum Schutz vor Vogel-Inkursionen mit einem Netz versehen.

Das Unternehmen rechtfertigt die Maßnahmen mit Hygiene- und Sicherheitsgründen. Taubenkot und Nistmaterial können technische Anlagen beeinträchtigen und die Infrastruktur beschädigen. Laut Schärli kann eine Regulation als Maßnahme eingesetzt werden, wenn andere Vorkehrungen nicht ausreichen. Alle Einsätze erfolgten unter Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und der erforderlichen kantonalen Bewilligungen, was auch bei der Regulation in Basel der Fall gewesen sei.

Alternative Konzepte und Forderungen der Tierschützer

Der Verein Stadttauben Basel fordert alternative Lösungen und verweist auf andere Städte. Nach Angaben aus Quellen ist dieses Modell bereits in den Bahnhöfen von Bern und Winterthur implementiert, wo der Umgang mit den Tieren nach Ansicht von Aktivisten besser funktioniert. Karin Lanz kritisiert die Netze und moniert, dass trotz Gesprächsangeboten nichts geschehen sei. Dabei sei auch eine Taskforce angekündigt worden, jedoch sei seither nichts geschehen.

Basel: Verein kritisiert SBB wegen Tötung von Tauben am Bahnhof
Foto: 24heures.ch

Die SBB lehnen Taubenschläge in einem offenen Bahnhof mitten in der Stadt jedoch als taugliches Mittel zur Bestandsreduktion ab. Tierschützerin Renée Winkler fordert unterdessen, dass Netze oder Gitter anständig montiert oder regelmässig gewartet werden müssen, wie es das Gesundheitsamt vorschreibt. Alternativ brauche es bei den Gleisen einen Taubenschlag mit genügend Futter, um die Tauben vom Bahnhof wegzulocken.

Aktuelle Lage am Bahnhof Basel SBB

Die Problematik bleibt akut: Zurzeit sind wieder ein bis zwei lebendige Tauben über den Gleisen hinter dem Netz gefangen und müssen in den Netzen verharren. Den SBB ist dieser Fall bekannt, und sie prüfen die betroffene Stelle. Das Veterinäramt, welches dem Gesundheitsdepartement (GD) des Kantons Basel-Stadt unterstellt ist, kann sich aus rechtlichen Gründen zurzeit nicht äußern, steht jedoch mit den SBB grundsätzlich in Kontakt. Ob die Netze unrechtmäßig angebracht wurden und ob ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt, müssen die Behörden nun klären.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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