Am 20. Oktober 2026 kam es zu einem Ausfall von Google Cloud-Diensten in der Londoner Region, der britische Banken, öffentliche Dienste und Gerichtssysteme beeinträchtigte. Der Ausfall wurde auf ein Stromausfall im europe-west2-Region zugeschrieben.
Power Event in Londoner Datenzentren
Der Ausfall von Google Cloud-Diensten begann am Dienstagmorgen um etwa 7 Uhr GMT in der Londoner Region europe-west2. Laut einer Mitteilung des Unternehmens war der Ausfall auf ein „Stromausfall in der Zone europe-west2-b zurückzuführen. Google bestätigte, dass die Dienste nach etwa acht Stunden wiederhergestellt wurden, wobei „die meisten Kundenvon der Wiederherstellung profitierten.
Der Ausfall betraf spezifische Produkte wie Cloud Run, Google App Engine, Google Kubernetes Engine und Cloud Filestore, die Unternehmen bei der Ausführung von Anwendungen, Container-Verwaltung und Dateispeicherung unterstützen. Die Störung begann um 07:08 Uhr BST und war auf der Google Cloud-Dashboard-Plattform als aktiver Vorfall markiert, wobei Fehlerquoten und Netzwerkprobleme in der Region gemeldet wurden. Die Wiederherstellung erfolgte bis etwa 15 Uhr, wobei einige Kunden weiterhin Probleme meldeten.
Auswirkungen auf Finanz- und Öffentliche Dienste
Der Ausfall betraf mehrere britische Banken, darunter Revolut, Lloyds Bank und HSBC. Revolut berichtete, dass Kunden Probleme mit Kartenzahlungen und ATM-Abhebungen hatten. Lloyds Bank teilte mit, dass einige Online-Funktionen beeinträchtigt waren, während HSBC bestätigte, dass Kunden Schwierigkeiten beim Zugang zu ihren Diensten hatten. Die NHS App erlebte ebenfalls Probleme bei der Terminbuchung, wobei das HM Courts and Tribunals Service Berichten zufolge Probleme mit der Video-Plattform für Fernverhandlungen hatte.
Die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA gab bekannt, dass sie sich mit Google und betroffenen Unternehmen abstimme, um die Auswirkungen des Vorfalls zu verstehen. Ein Sprecher der FCA erklärte: „Wir sind über einen Vorfall informiert, der Dienste von Google betreffen, und verfolgen die Entwicklung.
Der HM Courts and Tribunals Service bestätigte Probleme mit der Cloud Video Platform, die für Fernverhandlungen genutzt wird. Die Criminal Bar Association berichtete, dass die Plattform in großen Teilen Englands und Wales ab 10 Uhr BST ausgefallen war, was zu Verzögerungen bei Gerichtsverfahren führte. Zudem meldeten Nutzer von DPD, dass ihre Website drei Stunden lang nicht erreichbar war, während die NHS-App für einige Patienten die Terminbuchung erschwerte.
Kritik an Abhängigkeit von Cloud-Diensten
Der Vorfall hob erneut die Bedenken hinsichtlich der Abhängigkeit der Finanzbranche von Cloud-Diensten wie Google Cloud, Microsoft und AWS hervor. Im Juli 2026 hatte die britische Regierung Google Cloud, Microsoft, AWS und Oracle unter direkte Aufsicht gestellt, da ein Ausfall eines solchen Anbieters mehrere Institutionen gleichzeitig beeinträchtigen könnte. Die EU hatte 2025 19 Technologieunternehmen als kritische Drittanbieter eingestuft, auf die die Finanzbranche angewiesen sei.

Die Störung war nicht der erste Ausfall in der europe-west2-Region. Im Jahr 2022 hatte ein Kühlungsausfall während einer Hitzewelle zu einer Abschaltung zahlreicher Server in dem Cluster geführt. Dies unterstrich die Vulnerabilität von Cloud-Infrastrukturen, die für kritische Dienste entscheidend sind.
Wir sind über einen Vorfall informiert, der Dienste von Google betreffen, und verfolgen die Entwicklung.
Financial Conduct Authority, via Reuters
Unklarheiten um Ursache und Ausmaß
Zum Zeitpunkt der Meldungen war die genaue Ursache des Ausfalls und das gesamte Ausmaß der Auswirkungen noch nicht geklärt. Ein Bericht von Goldesel stellte fest, dass die Ursache des Ausfalls und das internationale Ausmaß der Störung zunächst noch untersucht wurden. Lloyds Bank gab an, dass der direkte Zusammenhang mit Google Cloud zunächst nicht bestätigt wurde.
Die vollständige Behebung des Ausfalls und eine genauere Klärung seiner Ursache und Reichweite sind nun entscheidend. Ob ING-Kunden längerfristig beeinträchtigt wurden oder finanzielle Folgen entstanden, geht aus den bisherigen Angaben nicht hervor. Die Störung betraf zudem internationale Dienste, wie die ING und Revolut, wobei Nutzer in mehreren europäischen Ländern Einschränkungen bei Apps und Transaktionen meldeten.
Die genaue Auswirkung auf die NHS-App war begrenzt, da das Problem auf einen dritten Anbieter für Terminbuchungen zurückging, nicht auf die gesamte Anwendung. Dieses Problem wurde um Mittag gelöst. Die Störung unterstrich jedoch die Notwendigkeit von Backup-Systemen, um bei Ausfällen von Cloud-Regionen kontinuierliche Dienste zu gewährleisten.
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