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Technik und Wissenschaft

Will Anderson entdeckt drei seltene Eiskrabler in Yellowstone

Will kam bereits mit dem festen Wunsch zu uns, Insekten zu studieren, und entwickelte schon bald die Idee, nach den geheimnisvollen Grylloblattodea zu suchen, während er mir bei meiner Feldarbeit half. Ein Student der University of Wyoming hat diesen Sommer in Yellowstone drei seltene Grylloblattodea entdeckt. Die Funde gelangen nach einer intensiven Suche über zwei Feldsaisonen hinweg in den Hochgebirgszonen des Nationalparks.

Funde auf alpinen Gletschern und Eisflächen

Die kaum erforschten Insekten, auch als Eiskrabbler bekannt, leben in extremen alpinen Lebensräumen. Über ihre Lebensgeschichte, ihren genauen Lebensraum und ihre Verbreitung ist noch vieles unbekannt.

Eiskrabbler bewohnen winzige Nischen in Nordostasien, Sibirien sowie im Westen der Vereinigten Staaten und Kanadas. Die Tiere ernähren sich opportunistisch. Sie fressen überwiegend andere Wirbellose, nehmen aber auch pflanzliches Material zu sich. Wenn die Temperaturen es erlauben, suchen sie nachts auf dem Schnee nach Nahrung.

Audrey Lindsteadt, Doktorandin im Programm für Ökologie und Evolution, untersuchte Yellowstone-Gesteinsgletscher für ihr Promotionsprojekt. Gesteinsgletscher ähneln alpinen Gletschern, sind jedoch von Schutt und Gestein bedeckt, was das darunterliegende Eis schützt. Während die Forscher im ersten Jahr im Süden des Parks keine Eiskrabbler fanden, bot das Jahr 2026 bessere Bedingungen: Eine frühere Feldsaison und die räumliche Nähe zu bekannten Vorkommen in Montana begünstigten die Suche.

Grizzlybären und schwierige Geländebedingungen

Bei einer Exkursion im Juli kreuzte eine Grizzlybärin mit ihrem Jungtier den Weg der Forscher und zwang das Team zu einer Planänderung. Der Weg zum Erfolg war von Hindernissen geprägt. Die Wissenschaftler wichen auf den Grey Peak aus, wo Anderson nach dem Abstieg einen weiteren Eiskrabbler entdeckte.

Die Insekten spielen nach Ansicht der Forscher wegen ihrer extremen Seltenheit nur eine kleine Rolle in den Nahrungsnetzen dieser Ökosysteme. Neben den Einsätzen in Yellowstone suchte Anderson im August auch in alpinen Gletschern des Grand-Teton-Nationalparks nach den Tieren, blieb dort jedoch ohne Funde.

Expeditionen im kommenden Sommer

Die Feldforschung im Park soll im kommenden Sommer fortgesetzt werden. Geplant ist die Untersuchung von 17 Gesteinsgletschern im östlichen Teil von Yellowstone sowie die Rückkehr zu bereits besuchten Standorten. Die gesammelten Daten und Beobachtungen sollen dazu beitragen, das Wissen über die stark isolierten Populationen dieser Insektenordnung zu erweitern.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.