Der BSC Young Boys hat am 24. Oktober 2026 das Super-League-Spitzenspiel gegen den FC St. Gallen mit 2:0 gewonnen. Im Stadion Wankdorf trafen Samuel Essende und Bahereba Guirassy vor 24.266 Zuschauern, während Cheftrainer Gerardo Seoane von zu Hause aus zusehen musste.
Auswärtssperre im Wankdorf: YB stoppt St. Gallens Serie
Für den FC St. Gallen endete am Samstagabend eine bemerkenswerte kleine Ära. Nach drei Siegen in Folge im Berner Wankdorf mussten sich die Ostschweizer erstmals wieder geschlagen geben. Vor der vergangenen Saison hatten die St. Galler über zwanzig Jahre lang kein Meisterschaftsspiel in der Bundeshauptstadt gewonnen, ehe eine historische Serie mit drei Auswärtserfolgen den Bann brach. Diesmal blieben die Gäste jedoch über weite Strecken harmlos.
Die erste Halbzeit im Wankdorf bot vor 24.266 Zuschauern fussballerische Magerkost. Beide Defensivreihen standen kompakt, und die Berner Tormaschine kam gegen disziplinierte Gäste zunächst nicht auf Touren. Der St. Galler Captain Lukas Görtler prüfte YB-Torhüter Marvin Keller in der 27. Minute zwar mit einem Distanzschuss, doch dieser blieb der einzige nennenswerte Torabschluss der ersten Hälfte.
Trainerabwesenheit und spielentscheidende Szenen nach der Pause
Die Young Boys mussten an der Seitenlinie auf ihren Cheftrainer verzichten. Gerardo Seoane hatte am Freitag nach Schwindelgefühlen ins Spital eingeliefert werden müssen, wo eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs im Innenohr diagnostiziert wurde. Er verfolgte die Partie vor dem Fernseher und soll in der kommenden Woche an die Seitenlinie zurückkehren.
Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Berner den Druck massiv. In der 59. Minute brach Samuel Essende den Bann: Nach einer Flanke von Edimilson Fernandes köpfte der Stürmer zum 1:0 ein und erzielte damit seinen zwölften Saisontreffer. Nur fünf Minuten später erhöhte Bahereba Guirassy auf 2:0, nachdem Goalie Lawrence Ati Zigi einen Abschluss des erstmals in der Startelf stehenden Moritz Jenz nur abklatschen konnte.
Bereits in der ersten Halbzeit verzeichneten die Berner Offensivaktionen durch Herba Guirassy, die jedoch unter anderem von Tom Gaal rechtzeitig geklärt wurden. Die Berner starteten mit einer Offensivpower in die Begegnung, welche die Abwehr der Gäste vor grosse Aufgaben stellte, während der FC St. Gallen nach dem Seitenwechsel offensiv kaum noch Akzente setzen konnte. Für das Team von Enrico Maassen endete damit eine Serie von drei Pflichtspielsiegen in Folge.
Rote Karte gegen Edimilson Fernandes sorgt für Diskussionen
Für Aufregung sorgte eine Intervention des Videobeweises in der 78. Minute. Schiedsrichter Lukas Fähndrich schickte Edimilson Fernandes nach Konsultation der Videobilder mit der roten Karte vom Platz. Fernandes hatte zwar den Ball gespielt, traf mit dem Nachziehbein aber den St. Galler Lukas Görtler. Die Aktion hatte keine spielentscheidenden Konsequenzen mehr, rief nach Abpfiff jedoch heftige Kritik hervor.
Edi spielt klar den Ball und trifft Görtler dann mit dem zweiten Bein, das nicht mal gestreckt ist. Für mich ist es eine mega harte Rote Karte.
Cédric Zesiger, YB-Captain, via Watson
Trotz Unterzahl brachten die Young Boys den Vorsprung sicher über die Zeit, wobei YB-Captain Cédric Zesiger kurz vor Schluss einen Kopfball des eingewechselten Chima Okoroji von der Linie klärte.
Tabellensituation nach dem elften Super-League-Spieltag
Mit dem Heimsieg bleiben die Young Boys in der Super League ungeschlagen und rücken bis auf drei Punkte an Tabellenführer FC Lugano heran. Der FC St. Gallen rutscht durch die Niederlage vorerst auf den sechsten Tabellenrang ab und wartet nun auf die restlichen Partien der elften Runde.

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