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Technik und Wissenschaft

Xbox Series X|S-Preise steigen ab August 2026 um bis zu 150 Dollar

Microsoft erhöht zum 1. August 2026 die Preise für Xbox-Konsolen weltweit, da die Kosten für Speicher und Arbeitsspeicher massiv gestiegen sind. Die Preise für 512-GB-Modelle steigen um 100 US-Dollar, während 1-TB-Modelle um 150 US-Dollar teurer werden. Diese Entscheidung folgt auf ähnliche Preiserhöhungen bei Apple.

Neue Preisstruktur für Xbox-Modelle

Die Anpassung der Preispolitik tritt laut einer Mitteilung von Xbox Wire am 1. August 2026 in Kraft. Die Preissteigerungen treffen verschiedene Hardware-Kategorien unterschiedlich hart. Die Xbox Series S mit 512 GB Speicher wird um 100 US-Dollar teurer und kostet damit etwa 500 US-Dollar. Modelle mit 1 TB Speicher steigen um 150 US-Dollar, während die Einstiegsvariante der Xbox Series X nun bei etwa 750 US-Dollar beginnt.Parallel zu den Preiserhöhungen streicht Microsoft ein Produkt aus dem Sortiment: Das im Jahr 2024 eingeführte 2-TB-Modell der Xbox Series X wird nicht mehr angeboten.Dies ist nicht die erste Preisanpassung innerhalb kurzer Zeit. Microsoft bestätigte, dass bereits im Oktober des Vorjahres die Preise in den USA um 20 bis 70 US-Dollar angehoben wurden.

„Im vergangenen Oktober haben wir die Preise für XBOX-Konsolen in den USA um 20 bis 70 US-Dollar erhöht.

Microsoft, via Xbox Wire

Die KI-Krise: Warum Speicher teurer wird

Der Hauptgrund für die Teuerung liegt in einer massiven Knappheit bei kritischen Komponenten. Laut Berichten von CNBC sind die Preise für Konsolenspeicher und Arbeitsspeicher bereits um mehr als das 2,5-fache gestiegen. Microsoft prognostiziert eine weitere Verdopplung dieser Kosten bis zum Herbst 2027.Die Ursache für diese Entwicklung ist der Boom der Künstlichen Intelligenz. Speicherhersteller wie Micron und SK Hynix priorisieren derzeit die Produktion von High-Bandwidth Memory (HBM) für die KI-Infrastruktur, insbesondere für die Grafikprozessoren von Nvidia. Diese Verschiebung der Produktionskapazitäten führt zu einem Engpass für herkömmliche Consumer-Elektronik.Besonders hart trifft dies den Gaming-Sektor. Während Smartphones oder Laptops oft mit Gewinn verkauft werden, ist das Geschäftsmodell von Konsolen traditionell anders. Microsoft betont, dass Konsolen im Gegensatz zu Computern oder Lautsprechern typischerweise nicht mit Gewinn, sondern unter den Herstellungskosten verkauft werden.

Branchenweite Trends: Apple und die Rolle von Micron

Microsoft ist nicht allein mit diesem Problem. Fast zeitgleich kündigte Apple Preiserhöhungen für MacBooks und iPads an. CEO Tim Cook erklärte gegenüber dem Wall Street Journal, dass diese Schritte unvermeidlich seien. Die Dynamik hinter diesen Entscheidungen wird durch die enorme Nachfrage nach Rechenzentren getrieben, die KI-Modelle betreiben.

„Die schnelle Expansion von KI-Rechenzentren hat zu einem außergewöhnlichen Anstieg der Nachfrage nach Speicher und Arbeitsspeicher geführt.

Apple, via Polygon
Die Aussichten auf eine baldige Entspannung sind gering. Polygon berichtet über Aussagen von Martin Hiegl, dem geschäftsführenden Direktor von Lenovo, der auf einer deutschen ISC-Konferenz warnte, dass die Preise „niemals“ auf das Niveau von vor ein oder zwei Jahren zurückkehren würden.Zudem hat der Speicherhersteller Micron die Preise für die nächsten fünf Jahre auf einem hohen Niveau fixiert. Sumit Sadana, CGO von Micron, kritisierte in diesem Zusammenhang Kunden, die in der Vergangenheit eine zu aggressive Preispolitik verfolgt hatten, was 2023 zu einem Stopp vieler Industrieinvestitionen aufgrund schlechter Margen geführt habe.

Finanzierungsoptionen und Refurbished-Programme

Um die Hardware trotz der steigenden Kosten zugänglich zu halten, führt Microsoft neue Kaufoptionen ein. Dazu gehören „Buy Now, Pay Later“-Modelle im Microsoft Store sowie zinsfreie Finanzierungen über bis zu 12 Monate mit 0 % APR.Für preisbewusste Käufer gibt es zudem zwei alternative Wege:
  • Zertifizierte generalüberholte Konsolen: Diese sind im Microsoft Store mit einem Rabatt von bis zu 100 US-Dollar gegenüber der UVP erhältlich.
  • Gebrauchtprogramme: In Zusammenarbeit mit Einzelhandelspartnern sollen Trade-in-Programme etabliert werden, bei denen Nutzer ihre alten Konsolen gegen Bargeld oder Store-Guthaben eintauschen können, welche dann günstiger weiterverkauft werden.
Die Xbox Series S bleibt damit die günstigste Option für den Zugang zu aktuellen Titeln wie Grand Theft Auto VI, Call of Duty: Modern Warfare 4 oder Madden NFL 27.Die aktuelle Situation deutet auf einen strukturellen Wandel im Hardware-Markt hin. Wenn selbst Tech-Giganten wie Microsoft und Apple die steigenden Kosten nicht mehr abfedern können, ist davon auszugehen, dass auch zukünftige Hardware-Generationen – etwa von Sony oder neue Steam-Maschinen – zu deutlich höheren Preisen auf den Markt kommen werden. Die „KI-Steuer“ auf Hardware ist damit für den Endverbraucher real geworden.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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