Der All England Lawn Tennis and Croquet Club hat Serena und Venus Williams eine Wildcard für den Doppelwettbewerb von Wimbledon 2026 erteilt. Damit kehren die US-Amerikanerinnen erstmals seit den US Open 2022 gemeinsam auf den Rasen zurück. Die Entscheidung wurde am Dienstag bekannt gegeben und markiert ein emotionales Comeback für die Tennis-Legenden.
Die Rückkehr der Williams-Schwestern beim Wimbledon-Doppel
Die Vergabe der Wildcard für den Doppelwettbewerb beendet eine gemeinsame Absenz, die bis zum ersten Runden-Aus bei den US Open 2022 zurückreicht. Damals unterlagen die Schwestern den Tschechinnen Lucie Hradecka und Linda Noskova.
Die historische Bilanz des Duos spricht für eine Dominanz, die im modernen Tennis ihresgleichen sucht. Zusammen gewannen sie 14 Grand-Slam-Titel und drei olympische Goldmedaillen. Besonders beeindruckend ist die gegenseitige Abhängigkeit in ihrem Erfolg: Während Serena fast alle ihre 23 Doppeltitel auf der WTA-Tour mit ihrer Schwester gewann, holte Venus sämtliche ihrer 22 Titel ausschließlich an Serenas Seite.
Wimbledon ist dabei ihr erfolgreichster Ort. Insgesamt sechs Siege feierten sie dort gemeinsam, wobei der erste Erfolg im Jahr 2000 und der letzte im Jahr 2016 gelang. Das bedeutet, dass die Schwestern seit zehn Jahren nicht mehr gemeinsam in Wimbledon triumphiert haben.
| Kategorie | Erfolge (Gemeinsam) |
|---|---|
| Grand-Slam-Titel | 14 |
| Wimbledon-Titel | 6 |
| Olympische Goldmedaillen | 3 |
Vorbereitungen in Berlin und Bad Homburg
Die aktuelle Vorbereitungsphase zeigt zwei unterschiedliche Wege zurück in die Top-Form. Serena Williams ist derzeit bei den Berlin Tennis Open aktiv, wo sie im Doppel an der Seite der Tschechin Karolína Muchová antritt. Laut einem Live-Ticker von rbb24 startete ihr erstes Doppel in der Hauptstadt am Dienstag gegen Giuliana Olmos und Erin Routliffe.
Ein erster Erfolg gelang Serena bereits in der vergangenen Woche beim Londoner Queen’s Club. Dort erreichte sie mit der Kanadierin Victoria Mboko das Achtelfinale, bevor eine Verletzung von Mboko das Turnier vorzeitig beendete.
Venus Williams hingegen konzentriert sich in der kommenden Woche auf Bad Homburg, wo sie sowohl im Einzel als auch im Doppel antritt. Ihre aktuelle Form im Einzel ist jedoch fragil; in diesem Jahr verlor sie bislang alle ihre Partien in dieser Kategorie. Im Doppel zeigte sie zuletzt beim Masters in Madrid mit der Britin Katie Boulter eine stabilere Leistung und konnte dort mindestens eine Runde gewinnen.
Das ist ein Comeback der Emotionen, aber die sportliche Herausforderung ist enorm.
Die Frage nach der Einzel-Wildcard für Serena Williams
Während die Teilnahme im Doppel gesichert ist, bleibt die Situation im Einzel ungewiss. Wie Spiegel berichtet, ist Serena Williams derzeit nicht für eine Einzel-Wildcard gelistet. Es gibt jedoch noch einen einzigen freien Platz, der vergeben werden muss.
Die Spannung steigt, ob die 23-malige Grand-Slam-Siegerin diesen Platz erhält, um ihr Comeback zu vervollständigen. Ihr letzter Versuch in Wimbledon im Jahr 2022 endete bereits in der ersten Runde mit einer Niederlage gegen die Französin Harmony Tan. Serena begründete ihre Rückkehr auf die Tour damit, dass ihr zu Hause schlichtweg langweilig geworden sei.
Die Konkurrenz um die verbleibenden Plätze ist hoch. So ist beispielsweise die polnische Spielerin Maja Chwalinska sicher dabei, nachdem sie beim French Open als Qualifikantin bis ins Finale vorgestoßen war und dort gegen Mirra Andrejewa verlor.
Familiärer Hintergrund und private Organisation
Die Rückkehr auf den Platz erfolgt unter völlig anderen privaten Vorzeichen als in der Prime-Time ihrer Karriere. Serena Williams reist mit ihrer Familie, einschließlich Ehemann Alexis Ohanian und den Kindern Olympia, 8, und Adira River, 2, nach Berlin.
Die logistische Herausforderung wird durch zwei Kindermädchen gelöst, die die Betreuung der Kinder übernehmen, während Williams im Training oder im Wettkampf steht. Diese Struktur wird laut Berichten auch während des Turniers in Wimbledon beibehalten.
Die Präsenz der Familie in Berlin unterstreicht den neuen Fokus von Serena: Die Balance zwischen dem Status als Mutter und dem Ehrgeiz einer Weltklasse-Athletin. Es ist eine Transformation, die das Interesse der Öffentlichkeit weit über die rein sportlichen Ergebnisse hinaus steigert.
Die nächsten zwei Wochen werden zeigen, ob die physische Verfassung beider Schwestern ausreicht, um in Wimbledon nicht nur als nostalgische Attraktion, sondern als echte Konkurrentinnen aufzutreten. Die Wildcard ist eine Einladung; die Leistung auf dem Rasen wird das eigentliche Urteil fällen.
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