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Gesundheit

West-Nil-Virus breitet sich in zwölf europäischen Ländern rasant aus

Das West-Nil-Virus breitet sich im August 2026 rasant in Europa aus. Zwölf europäische Länder melden inzwischen Infektionen, wobei Italien mit 311 und Griechenland mit 157 Fällen die höchsten Zahlen verzeichnen. Gesundheitsbehörden warnen vor schweren neurologischen Verläufen und fordern einen konsequenten Schutz vor Stechmücken.

Die aktuelle Mückensaison in Europa bringt eine spürbare Zunahme von Infektionen mit dem West-Nil-Virus mit sich. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) haben mittlerweile zwölf europäische Länder Fälle gemeldet, wie der Spiegel berichtet. Im Vorjahreszeitraum hatten laut derselben Quelle lediglich neun Länder Infektionen registriert.

Die Ausdehnung zeigt sich auch in der Anzahl der betroffenen Regionen. Europaweit sind demnach 99 Regionen betroffen, wobei das Virus in 21 dieser Gebiete zum ersten Mal aufgetreten ist. Die Hochsaison der Übertragungen liegt zwischen Juli und September, begünstigt durch sommerliche Temperaturen und invasive Mückenarten wie die Asiatische Tigermücke, die als wichtige Treiber der Ausbreitung gelten.

Italien und Griechenland als europäische Schwerpunkte

Die mit Abstand meisten Fälle konzentrieren sich auf Südeuropa. Unmittelbar dahinter folgt Griechenland mit 157 Erkrankungen.

In Griechenland hat sich die Situation im Spätsommer drastisch zugespitzt. Die griechische Gesundheitsbehörde EODY registrierte landesweit 157 Fälle seit Jahresbeginn, von denen bereits 13 Menschen nach einer Infektion starben.

Demnach traten bei 54 Patientinnen und Patienten schwere neurologische Komplikationen wie Enzephalitis oder Meningitis auf, während 11 Betroffene milde oder gar keine Symptome am Zentralnervensystem zeigten. Von den insgesamt 65 erfassten Patienten der ersten großen Sommerwelle befanden sich Anfang August noch 20 im Krankenhaus, davon zwölf auf Normal- und acht auf Intensivstationen; 38 Personen konnten das Krankenhaus verlassen.

Ausbreitung in Deutschland und weiteren europäischen Staaten

Neben den südeuropäischen Hauptbetroffenen zirkuliert das Virus in geringerem Maße auch in Mitteleuropa. Das ECDC zählte bis Ende Juli bestätigte menschliche Fälle in Italien, Rumänien, Frankreich, Nordmazedonien, Spanien und Deutschland. Insgesamt waren zu jenem Zeitpunkt 49 betroffene Gebiete in sieben europäischen Ländern identifiziert worden.

Nach 1. Fall in Deutschland: West-Nil-Virus verbreitet sich in Europa
Photo: de.euronews.com

Für Deutschland verzeichnet das Robert Koch-Institut (RKI) im laufenden Jahr einen bestätigten Fall, der gleichzeitig den ersten Nachweis einer solchen Infektion bei einem Menschen in Rheinland-Pfalz darstellt. Als Hauptendemiegebiete in Deutschland gelten traditionell Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt, während in den Vorjahren auch in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen und Bayern vereinzelte Nachweise registriert wurden.

Empfehlungen der Behörden zum Schutz vor Stechmücken

Da für die Mehrheit der Infizierten – rund 80 Prozent – eine Infektion unbemerkt und ohne Beschwerden verläuft, bleibt ein großer Teil der Viruszirkulation laut EODY im Verborgenen. Weniger als ein Prozent der Betroffenen entwickelt jedoch schwere Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sind besonders gefährdet; alle bisherigen Todesfälle in Griechenland betrafen Menschen über 65 Jahre.

West-Nil-Virus breitet sich in zwölf europäischen Ländern rasant aus
Photo: Spiegel

Angesichts der steigenden Zahlen rufen Experten und Behörden zu konsequenten Vorsichtsmaßnahmen auf. Der Epidemiologe Gkikas Magiorkinis rief im griechischen Fernsehen ERT dazu auf, Insektenschutzmittel regelmäßig anzuwenden. Das Robert Koch-Institut rät in Regionen mit hoher Mückenbelastung ebenfalls zu Insektenschutzmitteln, dem Tragen langer Kleidung sowie zur Installation von Moskitonetzen an den Fenstern.

Das ECDC fordert derweil von den europäischen Staaten einen Ausbau der Kapazitäten zur Mückenbekämpfung. Notwendig sei ein integrierter Ansatz, der neben der Überwachung der Mückenpopulationen auch die Einbindung der Bevölkerung sowie gezielte Bekämpfungsmaßnahmen unter Berücksichtigung von Umweltaspekten umfasst.

West Nile virus cases rise as experts warn mosquito season may be starting earlier
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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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