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Gesundheit

Forscher finden schnelleres Gehen entscheidend für ein langes Leben

Ein zügigeres Gehtempo bei kürzeren Strecken liefert vergleichbare gesundheitliche Vorteile wie das traditionelle Ziel von 10.000 Schritten, wie Wissenschaftler haben im September 2026 im British Journal of Sports Medicine festgestellt haben. Ausgewertet wurden Daten von über 64.000 Teilnehmern im Vereinigten Königreich zur Effizienz von Gehgeschwindigkeit und Schrittzahl.

Datenanalyse im Vereinigten Königreich zu 64.743 Personen

Die im September 2026 im British Journal of Sports Medicine veröffentlichte Untersuchung analysierte Daten von genau 64.743 Erwachsenen im Vereinigten Königreich, deren Durchschnittsalter bei 62 Jahren lag. Während eines durchschnittlichen Nachbeobachtungszeitraums von rund acht Jahren registrierten die Forscher 1.697 Todesfälle in der Studiengruppe, wovon 502 auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen waren. Alle Personen trugen eine Woche lang Handgelenk-Aktivitätstracker, um ihre täglichen Schrittzahlen und ihre Schrittfrequenz präzise aufzuzeichnen. Um das jeweilige Tempo zu bestimmen, ermittelten die Forscher den Durchschnitt der Schritte pro Minute über die 30 aktivsten Minuten eines Tages, die nicht notwendigerweise aufeinanderfolgen mussten.

Das Forscherteam um Emmanuel Stamatakis – Professor für körperliche Aktivität, Lebensstil und Bevölkerungsgesundheit an der Monash University in Australien – wies nach, dass Menschen mit weniger als 5.000 Schritten, die jedoch schneller gingen, ein deutlich geringeres Sterberisiko aufwiesen. Die täglichen Schrittzahlen wurden in Gruppen von weniger als 5.000; 5.000 bis 7.500; 7.500 bis 10.000 sowie über 10.000 Schritte pro Tag unterteilt. Verglichen wurden diese Kombinationen mit einer Referenzgruppe von Personen, die weniger als 5.000 Schritte täglich bei einem Tempo von 45 Schritten pro Minute absolvierten. Eine weitere im European Journal of Preventive Cardiology veröffentlichte Untersuchung zeigte zudem, dass bei Menschen mit Bluthochdruck schrittweise Erhöhungen um jeweils 1.000 Schritte pro Tag – insbesondere bei höherer Intensität – das Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse erheblich senken können.

Höheres Tempo als Ausgleich für geringere Schrittanzahl

Wer es zeitlich nicht schafft, das klassische Pensum zu absolvieren, kann laut den Daten durch eine Erhöhung der Intensität ähnliche gesundheitliche Schutzwirkungen erzielen. Das zentrale Ergebnis der neuen Untersuchung bricht mit der starren Annahme, dass exakt 10.000 Schritte der einzig gültige Weg zu mehr Langlebigkeit sind. Personen, die beispielsweise weniger als 5.000 Schritte täglich zurücklegten, aber ein höheres Tempo anschlagen, wiesen eine ähnlich geringe Sterblichkeitsrate auf wie Menschen, die 5.000 bis 7.500 Schritte in einem gemütlicheren Rhythmus absolvierten.

Forscher finden schnelleres Gehen entscheidend für ein langes Leben
Foto: Harvard

Studienautoren betonen ergänzend, dass die Steigerung der täglichen Schrittzahl bei langsamerem Tempo für Personen mit Einschränkungen ebenfalls eine alternative Möglichkeit darstellt.

Er betonte, dass jemand mit 10.000 Schritten nahezu denselben Nutzen ziehe wie jemand, der sich mit 7.000 Schritten und mehr Intention fortbwege, wobei dies keinesfalls bedeute, dass man künftig weniger gehen solle.

Forscher finden schnelleres Gehen entscheidend für ein langes Leben
Foto: GIGAZINE

Optimaler Rhythmus im Alltag mit 90 bis 100 Schritten

Als idealer Zielwert für das Gehtempo kristallisierten sich in der Studie durchschnittlich 90 bis 100 Schritte pro Minute während der aktivsten 30 Minuten heraus. Ein Beibehalten dieses zügigen Tempos für 30 Minuten täglich gilt den Autoren zufolge als vielversprechendes Ziel für ein längeres Leben. Um die Intensität im Alltag zu bewerten, reicht laut Forschern oft ein Blick auf das eigene Körpergefühl: Eine Erhöhung der Herzfrequenz, schnellere Atmung und leichte Perlen auf der Stirn zeigen zuverlässig den Übergang zu moderater Aktivität an.

Ergänzend dazu betonte Annapoorna Kini, Kardiologin am Mount Sinai Fuster Heart Hospital in New York, in einem Interview mit Today.com die universellen Vorteile dieser Fortbewegung. Sie erklärte, dass Gehen eine einfache, jederzeit durchführbare und kostenlose Aktivität ist, bei der jede zusätzliche Anstrengung direkt zur Gesundheit beiträgt.

Dennoch liefern die Ergebnisse eine wertvolle wissenschaftliche Basis, die zeigt, dass Gehen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vorzeitigen Tod maßgeblich senken kann.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

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