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Gesundheit

WEHI-Forscher finden Immunzellen gegen kleinzelliges Lungenkarzinom

Wissenschaftler des WEHI haben gamma-delta T-Zellen als eine bis dato übersehene Immunabwehr gegen das kleinzellige Lungenkarzinom identifiziert. Die im Fachjournal Cancer Cell veröffentlichte Studie zeigt, dass diese speziellen Immunzellen den aggressiven Tumor in Laborversuchen erkennen und zerstören können. Die Wirksamkeit ließ sich durch die Kombination mit bestehenden Medikamenten deutlich steigern.

Das WEHI-Forschungsteam entdeckt getarnte Immunzellen gegen das Lungenkarzinom

Kleinzelliges Lungenkrebs gilt als besonders aggressiv und gehört weltweit zu den tödlichsten Krebserkrankungen überhaupt. Weniger als sieben Prozent der betroffenen Patientinnen und Patienten überleben die ersten fünf Jahre nach der Diagnose. Während Immuntherapien bei anderen Tumorarten enorme Fortschritte gebracht haben, blieben die Erfolge bei dieser Krebsform bislang stark begrenzt. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Fähigkeit der Tumoren, sich vor dem körpereigenen Immunsystem zu verstecken.

Forscher am Walter and Eliza Hall Institute of Medical Research in Australien haben nun jedoch eine spezielle Population von Immunzellen identifiziert, die dieses Versteckspiel durchschauen kann. Dabei handelt es sich um gamma-delta T-Zellen. Analysen von Patientengewebeproben und Daten aus den klinischen Großstudien IMpower133 und CASPIAN zeigten, dass Betroffene mit höheren Mengen dieser Zellen in der Regel längere Überlebenszeiten aufwiesen.

Miniatur-Tumoren im Labor enthüllen die Wirkung von Tarlatamab und Zoledronate

Um die Vorgänge im Detail zu beobachten, baute das Forschungsteam in Zusammenarbeit mit der Victorian Cancer Biobank und dem Royal Melbourne Hospital realitätsnahe Mini-Tumoren im Labor auf. Bei Versuchen mit Blutproben von Patienten erwiesen sich die gamma-delta T-Zellen als hochwirksam im Aufspüren und Eliminieren der Krebszellen. Die Wissenschaftler untersuchten im Anschluss, ob sich diese natürliche Reaktion durch bereits zugelassene Medikamente verstärken lässt.

Dabei zeigten zwei Arzneien eine deutliche Wirkung. Das für Knochenerkrankungen und Krebstherapien genutzte Zoledronat erhöhte die Anzahl der verfügbaren Immunzellen und verbesserte deren Erkennungsfähigkeit. Das Krebsmedikament Tarlatamab fungierte demgegenüber wie ein magnetischer Vermittler, der die Immunzellen näher an die Tumoren heranführte.

Medikament Ursprünglicher Anwendungsbereich Wirkung im WEHI-Laborversuch
Zoledronat Osteoporose und knochenbezogene Krebserkrankungen Erhöht die Anzahl der gamma-delta T-Zellen und schärft deren Erkennung
Tarlatamab Kleinzelliges Lungenkarzinom Bringt Immun- und Krebszellen physisch zusammen

Die Perspektive für künftige personalisierte Krebstherapien

Die Erkenntnisse eröffnen neue Wege für zukünftige Behandlungsstrategien. Nach Angaben des Erstautors Dr. Jin Ng bieten bestehende Techniken die Möglichkeit, gamma-delta T-Zellen außerhalb des Körpers zu vermehren und den Patienten im Rahmen einer adoptiven Zelltherapie erneut zuzuführen.

WEHI-Forscher finden Immunzellen gegen kleinzelliges Lungenkarzinom
Foto: The Times of India

Das WEHI-Team arbeitet nun gemeinsam mit dem Doherty Institute daran, die Entdeckung in eine neue Klasse von Immuntherapien zu überführen. Bevor klinische Versuche an Patienten beginnen können, sind jedoch weitere Tests an Tiermodellen erforderlich.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

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