Volkswagen stellt den ID. Tiguan als neuen elektrischen Nachfolger für ID.4 und ID.5 vor. Der Wagen startet im Oktober 2026 ab 42.695 Euro in den Vorverkauf und kommt Anfang 2027 mit bis zu 600 Kilometern Reichweite, physischen Tasten und einem 32-Liter-Frunk in den Handel.
Vom ID.4 zum elektrischen Tiguan: die Abkehr vom reinen Elektrolyt-Design
Volkswagen zieht Konsequenzen aus der Kritik an den ersten Elektro-Baureihen der Marke. Der neue ID. Tiguan führt zwei bisherige Erfolgsgeschichten zusammen und löst zugleich die Crossover-Modelle ID.4 und ID.5 ab, wie unter anderem Motormobiles berichtete. Der ID.5 wird ersatzlos gestrichen, während der klassische Verbrenner-Tiguan parallel im Programm bleibt. Für den Wolfsburger Konzern steht viel auf dem Spiel: Seit 2007 wurden mehr als 8,3 Millionen Exemplare des Verbrenner-Bestsellers produziert. Thomas Schäfer, CEO der Marke Volkswagen, Leiter der Markengruppe Core und Mitglied des Konzernvorstands, erklärte hierzu: „Der Tiguan ist unser weltweit meistverkauftes Modell, ID.4 und ID.5 gehören zu unseren erfolgreichsten Elektroautos. Mit dem ID. Tiguan führen wir diese beiden Erfolgsgeschichten zusammen. Das kraftvollere und optisch präzisere SUV-Design ersetzt das weichere Crossover-Design des Vorgängers.
Optisch bricht das neue Modell mit der runden Formensprache seiner Vorgänger. Der Wagen zeigt eine aufrechte Fronthaube, straff gespannte Flächen und halbrunde Radhäuser mit kantiger Verkleidung. Im Gesamtbild misst das Elektro-SUV in der Länge 4,62 Meter und legt damit um rund 3 Zentimeter zu, während die Höhe leicht absinkt.

Antriebsoptionen und technische Daten des ID. Tiguan
Beim technischen Unterbau setzt Volkswagen weiterhin auf den Modularen Elektrobaukasten, hat jedoch bei Zellchemie und Softwaresteuerung nachgebessert. Zum Marktstart stehen drei Leistungsstufen zur Auswahl, wobei die Reichweite je nach Batteriepaket laut Herstellerangaben bis zu 600 Kilometer nach WLTP erreichen soll.
- Das Basismodell arbeitet mit einem 140 kW (190 PS) starken Heckantrieb und einer 58-kWh-LFP-Batterie.
- Die mittlere Variante bietet einen Hecktriebler mit 210 kW (286 PS) und einem 77-kWh-NMC-Akku.
- Das Allradmodell Pro 4Motion leistet 220 kW (299 PS) und nutzt ebenfalls den 77-kWh-NMC-Akku.
Kritik lässt sich an der Ladeleistung üben. Während die Konkurrenz zunehmend auf 800-Volt-Systeme setzt, verbleibt der ID. Tiguan bei maximal 165 kW an der Schnellladesäule beziehungsweise 105 kW beim Basismodell mit LFP-Akku.
Rückkehr physischer Tasten und neue Details im Innenraum
Im Interieur korrigiert Volkswagen einen der meistkritisierten Punkte der ersten Elektro-Generation. Unter den Lüftungsdüsen befindet sich eine eigene Schalterleiste für die Klimaanlage, und auch das Lenkrad erhält wieder klassische Drucktasten. Ergänzt wird die Bedienlandschaft durch ein zentrales 15-Zoll-Infotainmentdisplay sowie erstmals in Europa ein optionales 12-Zoll-Beifahrerdisplay.
Für nostalgische Fahrer hat Volkswagen eine Retro-Anzeige integriert. Per Knopfdruck wechseln die Instrumente in die blauroten Uhren eines Golf IV, während sich im Infotainment auch der Look älterer Klassiker wie des Golf I oder des ersten Tiguan aufrufen lässt. Praktischen Nutzen bringen zudem ein 32 Liter großer Frunk unter der Fronthaube sowie eine auf 1.800 bis 2.000 Kilogramm gesteigerte Anhängelast.

Vorverkauf und Marktstart in Emden
Produziert wird das neue Elektro-SUV im Volkswagen-Werk Emden. Der Vorverkauf für den ID. Tiguan beginnt in Deutschland und weiteren europäischen Ländern am 13. Oktober 2026 zu Preisen ab 42.695 Euro für das Einstiegsmodell. Die ersten Serienfahrzeuge sollen Anfang 2027 an die Händler ausgeliefert werden.
Zum Vergleich: Der normale Tiguan startet bei 39.385 Euro. Der Kofferraum bietet ein Stauraumvolumen von 534 bis 1.577 Litern.
Verwandte Artikel