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Technik und Wissenschaft

US’s climate.gov site, taken down by Trump, relaunched by nonprofit

Ein Team aus ehemaligen Regierungsmitarbeitern und Freiwilligen hat die Website climate.us gestartet, um die von der Trump-Administration abgeschaltete Plattform climate.gov zu ersetzen. Die neue Non-Profit-Organisation stellt den öffentlichen Zugang zu 15 Jahren Klimadaten und dem Fifth National Climate Assessment wieder her, nachdem die US-Regierung diese Ressourcen systematisch gekürzt oder gelöscht hatte.

Die Wiederherstellung der Daten erfolgt in einem Moment, in dem die US-Bundesregierung den Zugang zu wissenschaftlichen Informationen drastisch einschränkt. Wie Ars Technica berichtet, gab das Team am vergangenen Dienstag bekannt, dass die vollständige Wiederherstellung aller verlorenen Inhalte von climate.gov abgeschlossen ist. Die neue Plattform climate.us umfasst nun die 15-jährige Sammlung von Klimanachrichten, Expertenblogs, visuellen Statusberichten zu Schlüsselindikatoren, Karten sowie Unterrichtsmaterialien. Die Initiative wird von Rebecca Lindsey geleitet, der ehemaligen Managerin von climate.gov. Das Projekt nutzt die Tatsache, dass die US-Bundesregierung keine Urheberrechte an ihren Materialien halten darf, was es Freiwilligen ermöglichte, Kopien der Daten zu sichern, bevor sie gelöscht wurden.

Die systematische Zerschlagung der NOAA-Klimadaten

Die systematische Zerschlagung der NOAA-Klimadaten
Photo: dw.com
Der Weg zu climate.us begann mit einer Serie von Personalentscheidungen und Budgetkürzungen innerhalb der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA). Laut Berichten von DW wurden bereits im Februar, nur wenige Wochen nach Amtsantritt von Präsident Trump, rund 800 Mitarbeiter der NOAA entlassen. Diese Entlassungswelle traf gezielt die Teams, die für die Pflege von climate.gov zuständig waren. Die Plattform, die im Jahr 2024 noch etwa 15 Millionen Seitenaufrufe verzeichnete, wurde durch politische ernannte Beamte faktisch obsolet gemacht. Die Startseite wurde auf eine von politischen Appointees kontrollierte Seite umgeleitet. „Unser Projekt wurde wahrscheinlich aufgrund seiner hohen Sichtbarkeit ins Visier genommen.“ Rebecca Lindsey, ehemalige Managerin von climate.gov Die Kürzungen beschränkten sich nicht nur auf Personal. Lindsey erklärte, dass die Demontage der Klimastudien Teil einer allgemeinen Defundierung von Projekten zur erneuerbaren Energie und Klimaresilienz war. Ein konkretes Beispiel hierfür sind die im März gestoppten Zuschüsse für saubere Energie in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar (18,3 Milliarden Euro), die unter der vorherigen Biden-Administration bewilligt worden waren.

Ein Netzwerk privater Rettungsaktionen für die Wissenschaft

Trump offlines website that helped military leaders plan for climate change
Die Rettung von climate.gov ist Teil einer größeren Bewegung von Non-Profit-Organisationen, die versuchen, die Lücken zu füllen, die durch den Rückzug des US-Staates aus der Klimaforschung entstanden sind. Wie eeNews berichtet, haben mehrere Organisationen parallel dazu gehandelt:
  • American Geophysical Union (AGU): Koordiniert Forschung, um das Fehlen der National Climate Assessments zu kompensieren, und unterstützt die Nominierung amerikanischer Wissenschaftler für den Weltklimarat (IPCC), nachdem die US-Regierung dies 2025 verweigerte.
  • Climate Central: Startete eine eigene Version der milliardenschweren Katastrophen-Datenbank der NOAA, nachdem diese im Mai eingestellt worden war.
  • Data Foundation: Gründung einer Koalition im Jahr 2025 zur Überwachung von Treibhausgasemissionen, während die EPA ihr eigenes entsprechende Programm beenden will.
Die strategische Entscheidung, climate.us außerhalb der Regierungsdomain zu betreiben, soll die Integrität der Informationen vor politischer Einflussnahme schützen. The Guardian berichtet, dass das Team unter Lindsey nun auch plant, direkte Dienstleistungen anzubieten, wie etwa die Unterstützung lokaler Regierungen bei der Kartierung von Überschwemmungsrisiken.

Das Risiko des Informationsverlusts und die Frage der Autorität

Das Risiko des Informationsverlusts und die Frage der Autorität
Photo: eenews.net
Trotz des Erfolgs bei der Datenrettung warnen Experten vor den langfristigen Folgen. Der Verlust offizieller staatlicher Daten beeinträchtigt die Fähigkeit des Landes, sich auf Extremwetterereignisse vorzubereiten. Wenn die Sichtbarkeit von Klimadaten eingeschränkt wird, werde das Land für Klimaeffekte „blind“, was die Vorbereitung erschwere. Ohne diese Vorbereitung sind Gemeinden gezwungen, lediglich auf Katastrophen zu reagieren und wieder aufzubauen. Die finanziellen Folgen sind massiv: Die globalen wirtschaftlichen Kosten für den Wiederaufbau nach Klimakatastrophen beliefen sich im Jahr 2024 auf 320 Milliarden US-Dollar (etwa 272 Milliarden Euro). Ein weiteres Problem ist der Verlust an institutioneller Glaubwürdigkeit. Während die Non-Profit-Organisationen die Daten sichern können, fehlt ihnen oft das politische Gewicht einer Bundesbehörde. „Ein Bericht der American Geophysical Union wird nicht denselben Einfluss oder dieselbe Gravitas haben … als ein Bericht der Bundesregierung. Es ist keine Erklärung der Bundesregierung.“ Andrew Dessler, Klimawissenschaftler an der Texas A&M University Die Herausforderungen für climate.us bleiben infrastrukturell und finanziell. Während die Domain und das Hosting anfangs durch Spenden und Freiwillige gesichert wurden, fehlt es derzeit noch an einer dauerhaften operativen Finanzierung. Das Team hat daher eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um den Übergang in eine stabile Non-Profit-Struktur zu ermöglichen. Die Verschiebung der Klimainformationen von staatlichen in private Hände markiert einen Wendepunkt in der amerikanischen Wissenschaftsgeschichte. Was früher als neutrale, staatliche Informationspflicht galt, ist nun zu einer privaten Mission geworden, die auf Spenden und dem Ehrenamt ehemaliger Regierungsmitarbeiter basiert.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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