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US-Staatsanleihen: Rendite zehnjähriger Treasuries steigt über 5 Prozent

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist auf den höchsten Stand seit Juli 2007 geklettert und hat die Marke von fünf Prozent durchbrochen. Ausgelöst wurde der Zinssprung am Mittwoch durch unerwartet starke Konjunkturdaten, steigende Ölpreise über 100 US-Dollar je Barrel und hawkische Äußerungen von Notenbankseite, die Aktienmärkte belasten.

Zinsrallye am Anleihenmarkt: Zehnjährige Treasuries erreichen Höchststand seit 2007

Am Anleihenmarkt hat sich die Lage drastisch zugespitzt. Sprang die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um 0,17 Prozentpunkte auf 5,13 Prozent nach oben. Dies ist der höchste Stand seit Juli 2007 und markiert laut Berichten den größten eintägigen Renditesprung seit mehr als einem Jahr.

Der plötzliche und heftige Ausschlag nach oben wurde durch eine Kombination verschiedener Belastungsfaktoren ausgelöst. Spielte dabei eine schwache Auktion fünfjähriger Schuldverschreibungen eine zentrale Rolle. Das US-Finanzministerium versuchte, Papiere in einem ohnehin schwachen Markt zu platzieren, wobei die Nachfrage drastisch einbrach.

Peter Boockvar, chief investment officer bei One Point BFG Wealth Partners, erklärte zusammenfassend, es sei eine schwache Auktion gewesen, bei der das Finanzministerium versucht habe, Papiere in einen schwachen Markt zu verkaufen, und bei der die Renditen nicht attraktiv genug gewesen seien, um Käufer anzulocken, weshalb sich der Bärenmarkt bei Anleihen fortsetze.

Auch andere Laufzeiten blieben von der Bewegung nicht verschont. Die 30-jährige US-Staatsanleihe legte um über zehn Basispunkte auf 5,41 Prozent zu, womit auch hier das Niveau aus der Mitte des Jahres 2007 erreicht wurde.

Boomende Wirtschaft und Sorgen vor hartnäckiger Inflation

Treiber des Zinsanstiegs sind neben den Anleiheauktionen auch Konjunkturdaten, die die Notenbank zu einem schärferen Vorgehen zwingen könnten. Die von S&P Global veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes (PMI) überraschten den Markt am Mittwoch massiv. Der Index für den Dienstleistungssektor kletterte im September auf 58,7 Punkte, während das Pendant für das verarbeitende Gewerbe auf 56,7 Punkte stieg.

US-Staatsanleihen: Rendite zehnjähriger Treasuries steigt über 5 Prozent
Photo: finance.yahoo.com

Chris Williamson, chief business economist bei S&P Global Market Intelligence, betonte, dass die US-Wirtschaft weiterhin boome, und führte aus, dass diese jüngste Verbesserung der Geschäftsaktivität – wenn man den Nachfrageschub nach der Öffnung der Wirtschaft nach den COVID-19-Lockdowns ausklammere – die größte sei, die seit Anfang 2015 verzeichnet wurde, womit die Wirtschaft sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor derzeit klar boome.

US-Staatsanleihen: Rendite zehnjähriger Treasuries steigt über 5 Prozent
Photo: CNBC

Diese unerwartete Wirtschaftsdynamik bringt jedoch erhebliche Preisdrücke mit sich. S&P Global wies darauf hin, dass die Inputkosten im September so stark gestiegen sind wie seit vier Jahren nicht mehr. Hauptverantwortlich dafür sind die Treibstoff- und Transportkosten, die durch den erneuten Anstieg der Ölpreise angeheizt wurden.

Die Sorgen um die Energieversorgung und die globale Inflation werden durch die geopolitische Lage im Nahen Osten verschärft. Während die Rohölsorten Brent und WTI um Werte von über 100 beziehungsweise rund 92 US-Dollar je Barrel notieren, warnen Analysten vor den Konsequenzen.

Daniela Hathorn, senior market analyst bei Capital.com, erklärte, dass dies einen zunehmend unangemessenen Rückkopplungseffekt erzeuge, da höhere Energiepreise das Wachstum gefährdeten, es den Zentralbanken aber auch schwerer machten, den Sieg über die Inflation zu verkünden.

Reaktionen der Federal Reserve und Folgen für die Aktienmärkte

Die Zinserwartungen der Anleger haben sich infolge dieser Daten dramatisch verschoben. Nachdem die US-Notenbank Federal Reserve in der Vorwoche ihren Leitzins um 25 Basispunkte angehoben hatte, preisen Händler laut dem FedWatch-Tool der CME Group inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent für einen weiteren Zinsschritt im Oktober ein. Vor einem Monat lag dieser Wert noch unter zehn Prozent.

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Zusätzlichen Auftrieb erhielten die Zinssorgen durch Äußerungen aus dem Kreis der Währungshüter. Fed-Gouverneur Michael Barr betonte in einer Stellungnahme, dass weitere geldpolitische Anpassungen notwendig sein könnten, um die Inflation fristgerecht auf das Zielniveau zurückzuführen. Auch am Aktienmarkt hinterlässt dieser restriktive Kurs deutliche Spuren.

Die US-Indizes gaben am Mittwoch nach. Besonders hart traf es den technologielastigen Nasdaq Composite, der um mehr als 1 Prozent sank. Neben den steigenden Kapitalkosten drückten auch anhaltende Fragen rund um den Technologiesektor und Künstliche Intelligenz auf die Stimmung der Investoren.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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