Lewis Hamilton kritisiert die von der FIA beschlossene Verkürzung der Formel-1-Ränge ab 2027 scharf. Der Ferrari-Pilot hält den Schritt für völlig sinnlos. Währenddessen verhagelt dem Rekordweltmeister in Madrid ein technischer Defekt an den Bremsen ein mögliches Podium und lässt den Rückstand in der Weltmeisterschaft auf über 100 Punkte anwachsen.
Streit um die Zukunft: Hamilton lehnt Formel-1-Verkürzung ab
Formel-1-Kommission
Die von der Formel-1-Kommission des Weltverbands FIA in London beschlossene Verkürzung der Renndistanz ab der Saison 2027 sorgt bei Lewis Hamilton für deutliches Unverständnis. Statt der traditionellen Mindestdistanz von 305 Kilometern, die seit 2012 gilt bis heute, sollen die Grands Prix künftig nur noch über 290 Kilometer ausgetragen werden. Das führt je nach Strecke zu einer Reduzierung von zwei bis drei Rennrunden.
Hintergrund der umstrittenen Regeländerung ist ein neues Motorenreglement ab 2027, das eine veränderte Gewichtung in Kraft tritt zwischen elektrischer Energie und der Leistung vom Verbrenner, dazu wird eine höhere Benzinflussmasse erlaubt. Dies führt zu mehr Spritverbrauch, widerspricht jedoch dem Grundgedanken. Hamilton hält von dieser Logik jedoch rein gar nichts.
„Die Rennen zu verkürzen, ergibt für mich überhaupt keinen Sinn. Lewis Hamilton, Ferrari-Pilot, via F1 Insider
Zudem verwies der siebenmalige Weltmeister darauf, dass die heutigen Grand Prix oft mit nur einem Boxenstopp nötig sind und die Autos nicht besonders anspruchsvoll zu steuern seien. Die Formel 1 sollte körperlich und mental so anspruchsvoll wie möglich sein, Fahrer müssten an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gebracht werden, aber durch die neue Anpassung würden die Rennen einfacher als je zuvor.
Drama in Madrid: Bremsdefekt stoppt Ferrari-Star
Madrid
Abseits der zukünftigen Regeln lief das Rennwochenende für Hamilton in der spanischen Hauptstadt auf dem neuen Kurs rund um das Messegelände, der erstmals seit 1981 wieder in Madrid gastierenden Formel 1, alles andere als rund. Nach einem soliden Start in das Formel-1-Debüt des Madrings, bei dem er im Training allerdings mit zahlreichen fragwürdigen Manövern und einer eher unkollegialen Fahrweise sowie langsamen Fahrten auf der Ideallinie für Diskussionen und Ärger gesorgt hatte, folgte im Grand Prix das sportliche Aus.


Ein technisches Bremsendrama auf dem bislang meisterhaft zuverlässigen SF-26 beendete alle Hoffnungen auf eine Podestplatzierung und führte zu seinem ersten Ausfall des Jahres. Nachdem der Brite in der Startphase de facto die dritte Position gegen Max Verstappen gewann, der in Kurve 1 abgekürzt hatte und später vorbeilassen musste, nahm das Drama in der zweiten Runde seinen Lauf, als der Brite am Ausgang der Schikane Turn 5/6 die Wand touchierte. Ein erster Check ergab, dass das Auto heil geblieben war, aber offenbar waren das bereits die ersten Zeichen des nahenden Desasters.
„Ich trat in Kurve 5 auf die Bremsen, das Auto begann zu verlangsamen, dann aber machte das Pedal einen Ruck und es wollte plötzlich nicht mehr stoppen, deshalb ging ich weit. Da touchierte…Lewis Hamilton, Ferrari-Pilot, via Motorsport Magazin
Auf Anweisung parkte der Brite sein Auto.
WM-Abstand wächst: Über 100 Punkte Rückstand auf Antonelli
Kimi Antonelli
Durch den ersten Ausfall der laufenden Saison schrumpfen Hamiltons ohnehin schon verschwindende WM-Chancen weiter, und er verlor wichtige Punkte. Der Rückstand auf den Eben-noch-Teenager Kimi Antonelli (Mercedes, 20 Jahre alt) ist auf über 100 Punkte angewachsen – er trennen 76 Punkte vom Führenden, das sind etwas mehr als drei Siege, und Leclerc ist über 100 Punkte entfernt, während zehn Rennen noch geplant sind und 258 Punkte maximal zu vergeben sind.
Während bei Hamilton der Frust über den verpassten Anschluss überwiegt, blickt Teamkollege Charles Leclerc auf eine andere Phase. Nachdem der Monegasse im Vorjahr Teamkollege Lewis Hamilton deutlich hinter sich gelassen hatte, verläuft das Duell 2026 deutlich ausgeglichener. Nachdem der Monegasse in dieser Saison auf ein neues Reglement umgestiegen war, hatte Charles Leclerc zeitweise Probleme mit dem Ferrari SF-26, was durch einen rätselhaften Unfall bei seinem Heimrennen in Monaco, den er auf Bremsenlieferant Brem[bo] zurückführte, verschärft wurde.
Charles Leclerc
Im Qualifyingduell führt Hamilton aktuell mit 10:9, während Leclerc im Schnitt 0,023 Sekunden schneller war, ein Wert der in Barcelona nach einem Unfall in Q3 verzerrt wurde, wo er in den Rennen in Kanada, Monaco und Barcelona viermal im Qualifying geschlagen wurde und lediglich 16 Punkte gegenüber Hamiltons 64 erzielte. Mit noch verbleibenden Rennen richtet sich der Blick des Teams nun auf die nächste Station, während Lewis Hamilton in seiner grandiosen Karriere auf 31 verschiedenen Rennstrecken Grands Prix gewonnen hat – darunter neun Mal in Silverstone, acht Mal auf dem Hungaroring, sieben Mal in Montreal und Barcelona, und einmal den Grossen Preis von Aserbaidschan in Baku 2018, wo er vor einem Jahr in seiner ersten Saison als Ferrari-Pilot Achter wurde.

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