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Gesundheit

US-Gesundheitsbehörden schließen Masern-Todesfälle aus Zählung aus

Zwei Masern-assoziierte Todesfälle im Lancaster County in Pennsylvania sorgen für politische Konflikte, da US-Gesundheitsbehörden die Fälle bisher nicht in ihre nationalen Zählungen aufnehmen. Während staatliche Stellen und das Commonwealth auf niedrige Impfquoten verweisen, werfen Bundesverantwortliche Fragen zur genauen Todesursache auf.

Die ersten Masern-Todesfälle in den Vereinigten Staaten im laufenden Jahr führen zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen lokalen Politikern und der US-Bundesgesundheitsbehörde. Das Pennsylvania Department of Health bestätigte im August 2026, dass zwei ungeimpfte Personen aus dem Lancaster County an den Folgen einer Maserninfektion verstorben sind (Ibtimes). Es handelt sich dabei um die ersten Todesfälle durch die Viruserkrankung in Pennsylvania seit 35 Jahren (Ibtimes) und um die ersten US-weiten Masern-Todesfälle des Jahres 2026 (Sungazette).

Unstimmigkeiten bei der nationalen Erfassung in Washington

Trotz der offiziellen Bestätigung durch die Bundesstaatenbehörden haben das US-Gesundheitsministerium (HHS) und die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) die beiden Todesfälle in Pennsylvania vorerst von ihrer offiziellen nationalen Zählung ausgeschlossen. (Theguardian) berichtete, dass die CDC eine wöchentliche Aktualisierung verzögerte und die Zahl der Todesopfer zunächst auf Null beließ. In einer Erklärung der Bundesbehörde hieß es, die verfügbaren Informationen würden nicht abschließend belegen, ob die Masern ursächlich für die Todesfälle waren oder ob die Betroffenen an anderen Erkrankungen verstarben, während sie gleichzeitig mit Masern infiziert waren (Theguardian).

Representation. Vaccine
Photo: Ibtimes

Diese Praxis stößt bei früheren Gesundheitsexperten auf Unverständnis. Debra Houry, die ehemalige leitende medizinische Beamtin der CDC, nennte das Vorgehen hochgradig ungewöhnlich, da bei Todesfällen in Texas und New Mexico im Vorjahr eine solche Überprüfung durch die Bundesbehörde nicht stattgefunden habe (Theguardian). Normalerweise würden die Bundesstaaten Masernfälle an die CDC melden, ohne dass die Bundesbehörde diese Einzelfälle überprüfe, es sei denn, ein Bundesstaat fordere zusätzliche Unterstützung an (Theguardian).

Politischer Streit zwischen Gouverneur Shapiro und Gesundheitsminister Kennedy

Begleitet wird die wissenschaftliche und statistische Debatte von einem offenen Schlagabtausch zwischen Pennsylvanias Gouverneur Josh Shapiro und dem US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. (cbsnews.com) Gouverneur Shapiro machte einen Rückgang der Durchimpfungsraten für den Ausbruch verantwortlich und kritisierte die Bundesregierung scharf. Es gibt reale Konsequenzen, wenn man Menschen Angst einjagt und sich nicht auf tatsächliche Ärzt und medizinische Fachkräfte verlässt, um Eltern unvoreingenommene Informationen zu liefern, erklärte Shapiro nach einem Gespräch mit Kennedy, in dem er Hilfsangebote des Bundes ablehnte (Sungazette).

US-Gesundheitsbehörden schließen Masern-Todesfälle aus Zählung aus
Photo: Sungazette

Bundesgesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. äußerte seinerseits Zweifel an der Richtigkeit der Meldungen. Kennedy suggerierte, dass diese zwei Todesfälle fabricated (frei erfunden) sein könnten (Theguardian).

Der Fall Lancaster County

Zu den betroffenen Fällen gehört laut Angaben eines Amish-Paares aus Lancaster County ein neugeborener Sohn, der unmittelbar nach der Geburt verstarb (Theguardian).

Pennsylvania health official confirms 2 measles-associated deaths in state

Pennsylvanias Gesundheitsministerin Dr. Debra Bogen hielt an der offiziellen Einordnung fest. Sie betonte, dass es sich um zwei Masern-assoziierte Todesfälle in der Region handele (cbsnews.com). In dem US-Bundesstaat wurden in diesem Jahr bislang fast 400 Masernfälle verzeichnet (Sungazette), wobei etwa 20 Prozent der Betroffenen im Krankenhaus behandelt werden mussten (Ibtimes).

Weil die Masern im Commonwealth mehr als drei Jahrzehnte lang weitgehend eliminiert waren, sind die Menschen mit dieser Krankheit nicht vertraut und verstehen die potenzielle Schwere der Erkrankung nicht vollständig. Dr. Debra Bogen, Gesundheitsministerin von Pennsylvania

Im kommenden November werden internationale Gesundheitsbehörden zusammentreten, um zu prüfen, ob die Vereinigten Staaten und Mexiko ihren offiziellen Status als masernfreie Länder verloren haben (Sungazette).

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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