Bereits 54 Millionen Amerikaner haben im Vorfeld der Zwischenwahlen ihre Stimmen abgegeben, sieben Millionen mehr als zum gleichen Zeitpunkt bei den Midterms 2022. Angesichts sinkender Umfragewerte für US-Präsident Donald Trump und drohender demokratischer Mehrheiten im Kongress spekulieren US-Expertinnen laut Medienberichten über mögliche Fluchtpläne in das Ausland.
Rekordbeteiligung bei der vorzeitigen Stimmabgabe
Am 3. November 2026 entscheiden die Wähler in den USA über sämtliche 435 Sitze im Repräsentantenhaus, 35 der insgesamt 100 Senatssitze sowie über 36 Gouverneursposten. Der Andrang an den Urnen und bei der Briefwahl bricht Rekorde laut NBC News. Bislang haben 54 Millionen Bürger ihre Kreuze gemacht, wobei die Demokraten bei der Mobilisierung ihrer Anhänger deutlich im Vorteil zu sein scheinen.
Daten aus den Bundesstaaten zeigen, dass rund 10,7 Millionen demokratische Wähler und 7,8 Millionen Republikaner bereits vor dem offiziellen Wahltag abgestimmt haben. Die Zustimmungswerte für Präsident Donald Trump bewegen sich im Durchschnitt bei 38 Prozent. Laut dem Wall Street Journal machen sich große Teile der Republikaner Sorgen, dass sich Trumps Nähe zu Diktatoren und Erbfeinden der USA negativ auf ihr Ergebnis bei den Midterms auswirken könnte.
Spekulationen über mögliche Ausreisepläne
Vor dem Hintergrund drohender Mehrheitsverluste im Kongress und möglicher strafrechtlicher Ermittlungen wird in den USA über die politischen Konsequenzen für den Präsidenten diskutiert. Jamie Rowen, Professorin an der Universität Massachusetts, äußerte in einem Interview die Einschätzung, dass sich Trump und Regierungsmitglieder für den Fall einer Niederlage auf mögliche juristische Konsequenzen vorbereiten könnten berichtet die Frankfurter Rundschau. Konkrete Belege für diese Szenarien nannte die Politikwissenschaftlerin nicht. Laut Berichten über die Debatte rund um die Zwischenwahlen drohen den Republikanern herbe Verluste, und es wird darauf verwiesen, dass der Präsident sich längst auf eine Machtübernahme der Demokraten im Kongress vorbereiten soll. Dabei wird auch thematisiert, dass Sonderermittler Jack Smith bereits in der Vergangenheit Ermittlungen zu Trumps Rolle bei den Ausschreitungen, der Blockade der Machtübergabe sowie im Zusammenhang mit Wahlbeeinflussung in Georgia leitete.
Als mögliches Ziel für eine solche Ausreise wird Russland genannt, verwiesen wird dabei auf das Verhältnis zu Wladimir Putin. Die enge Verbindung zu Moskau sorgt auch innerhalb der eigenen Partei für Unruhe. Bill Cassidy kritisierte geplante Gipfeltreffen als moralisch falsch, während Senator Thom Tillis äußerte, Putin spiele auf dem Präsidenten wie auf einer Geige.
Der Kampf um die Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus
Die Republikaner verteidigen aktuell ihre knappe Kontrolle in beiden Kammern. Im Senat halten sie eine Mehrheit von 53 zu 47 Sitzen, doch Umfragen zeigen für sie ungünstige Entwicklungen in umkämpften Bundesstaaten wie Texas, Iowa, Alaska und Kansas. Die Demokraten benötigen im Repräsentantenhaus lediglich vier zusätzliche Sitze, um die Mehrheit zu übernehmen. Gleichzeitig führt das präsidiale Regieren dazu, dass Trump seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus bevorzugt auf Präsidialerlasse statt auf das reguläre Gesetzgebungsverfahren setzt und damit die Rolle des Kongresses faktisch geschmälert hat.
Sollten die Demokraten die Kontrolle über den Kongress erlangen, planen sie nach Angaben von Beobachtern umfangreiche Untersuchungen gegen die Regierung, den Präsidenten und dessen Umfeld.
Rechtliche Hürden und die Zeit nach der Wahl
Beobachter warnen vor möglichen juristischen Auseinandersetzungen nach Schließung der Wahllokale. In Alaska wies ein Richter ein Verfahren ab, nachdem die Demokraten Bedenken wegen der Stimmzettelgestaltung angemeldet hatten. Dennoch könnte selbst ein überwältigender Sieg der Demokraten nach den Aussagen von Beobachtern in wochenlangen Auseinandersetzungen und gerichtlichen Anfechtungen stecken bleiben.
Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung bleibt offen, wie die Parteiführung auf das Wahlergebnis reagieren wird.
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