Bereits Millionen US-Amerikaner haben kurz vor den Kongresswahlen ihre Stimmen abgegeben. Die Wahlbeteiligung bei der Briefwahl und der vorgezogenen Stimmabgabe übertrifft in den umkämpften Senatsstaaten die Werte der vergangenen Zwischenwahlen deutlich. Dabei zeigen Umfragen und Daten unter anderem eine spürbare Aktivierung bestimmter Wählergruppen.
Wenige Tage vor der entscheidenden Abstimmung am 3. November läuft die amerikanische Politik auf Hochtouren. Die Zwischenwahlen bestimmen die künftigen Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses, während das Weiße Haus unter Präsident Donald Trump den Gegenwind spürt. In den Bundesstaaten mit hart umkämpften Senatssitzen drängen die Wählerinnen und Wähler vermehrt an die Urnen.
Steigende Beteiligung in den Senats-Wahlkämpfen
Die von der University of Florida betriebene Plattform Election Lab verzeichnet im Vergleich zu den Jahren 2018 und 2022 eine spürbar höhere vorzeitige Stimmabgabe nach Angaben der Beobachter. Die Dynamik konzentriert sich dabei stark auf jene Regionen, in denen das Rennen um den Senat völlig offen ist. In Texas, wo eine hart umkämpfte Senatswahl das politische Geschehen dominiert, hatten nach einer Analyse von The Associated Press bereits mehr als 6,3 Millionen Menschen ihre Stimme abgegeben. Dies entspricht einem deutlichen Zuwachs im Vergleich zum selben Zeitpunkt bei früheren Wahlen.
Auch in anderen Bundesstaaten mit kritischen Senatsmandaten wächst der Andrang. In Maine, Michigan, North Carolina und Kansas liegt das Plus bei den vorgezogenen Stimmen jeweils über 30 Prozent. South Carolina verzeichnet nach dem Tod des langjährigen Senators Lindsey Graham sogar einen Anstieg der frühen Stimmabgabe um 83 Prozent, wie die Datenauswertung zeigt.
Wählerdynamik und das wirtschaftliche Umfeld
Gleichzeitig stehen die politischen Akteure unter dem Druck der hohen Lebenshaltungskosten. Die wirtschaftliche Lage bleibt für viele Amerikaner das bestimmende Thema, wobei Trumps Zölle und die Folgen des Iran-Krieges für gestiegene Spritpreise sorgen.
Trump’s falling job approval rating among Latino registered voters.
Pew Research Center
Die Zustimmungswerte des Präsidenten sind in bestimmten Bevölkerungsgruppen unter Druck geraten. Während die Demokraten auf eine historische Wiederholung des Trends hoffen, bei dem die Partei des amtierenden Präsidenten bei Zwischenwahlen Sitze verliert, versuchen die Republikaner durch gezielte Auftritte das Ruder herumzureißen. Präsident Trump wirbt landesweit um Unterstützung, um die republikanischen Stimmanteile zu sichern.
Historische Stimmabgabe aus dem Vatikan
Für ein weltweites Novum in der Geschichte der US-Wahlen sorgte unterdessen das katholische Kirchenoberhaupt. Der aus Illinois stammende Papst Leo XIV. hat nach Bestätigung des Vatikans per Briefwahl für seinen Heimatbundesstaat Illinois teilgenommen. Das Büro des Papstes betonte, er betrachte die Beteiligung an demokratischen Prozessen als bürgerliche Pflicht.

In Illinois stimmen die Wähler neben den Kongressabgeordneten auch über die Gouverneursarbeit von JB Pritzker sowie die Nachfolge des demokratischen Senators Dick Durbin ab. Die Wahlbehörden verzeichnen dort wie in den meisten anderen Bundesstaaten einen harten Endspurt, während die offenen Fragen über die künftigen Mehrheiten in Washington bis zum Auszählen der letzten Stimmzettel am Wahlabend ungelöst bleiben.
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