Die US-Regierung hat am Samstag Dutzende Menschen, darunter einen afghanischen Staatsbürger, im Rahmen ausgeweiteter Abschiebeabkommen in die Zentralafrikanische Republik ausgeflogen. Der betroffene Afghane hatte zuvor von einem US-Richter Rechtsschutz gegen eine Abschiebung in sein Heimatland erhalten, da dort eine Verfolgung durch die Taliban drohte.
Erweiterung der umstrittenen Abschiebepläne nach Afrika
Die US-Behörden haben ihre Kampagne für sogenannte Drittstaatlenzungen massiv ausgeweitet. Laut Regierungsdokumenten, die dem Sender CBS News vorliegen, flog die Einwanderungsbehörde ICE innerhalb einer zehntägigen Frist mehr als 100 Menschen aus Afghanistan, Kuba, Nicaragua und weiteren Staaten in acht afrikanische Länder aus. Die Betroffenen haben keinerlei Verbindung zu den Zielstaaten.
Unter den Ländern, die Abkommen mit der US-Regierung geschlossen haben, befinden sich Staaten wie Burundi, Kamerun, Liberia, Ruanda, Sierra Leone sowie Eswatini und die Zentralafrikanische Republik. Während einige afrikanische Staaten lediglich Rückkehrer von demselben Kontinent aufnehmen, haben andere Regierungen Detainees aus Lateinamerika, Europa und Asien übernommen. Kritiker und Einwanderungsanwälte sehen in dieser Praxis ein rechtliches Schlupfloch, um Asylsuchende indirekt in Regionen zurückzubringen, die sie zuvor aus Furcht vor Verfolgung verlassen hatten.
Schicksal eines Afghanen trotz richterlichem Schutz
Zu den Betroffenen des jüngsten Fluges, der am Samstag in der Hauptstadt Bangui landete, gehört ein Anfang zwanzigjähriger Afghane. Seine Anwältin Alma David und Hilfsorganisationen bestätigten den Fall.
Alma David, Anwältin, erklärte, dass dem Anfang zwanzigjährigen Afghanen aufgrund von Befürchtungen vor Verfolgung durch die Taliban von einem US-Richter Schutz vor einer Abschiebung nach Afghanistan gewährt worden sei.
Gerichtsdokumenten zufolge begründete sich der Schutzstatus auf die massiven Taliban-Drohungen gegen die Familie. Mehrere Brüder hatten direkt mit dem US-Militär zusammengearbeitet. Ein Bruder diente in der afghanischen Nationalarmee und lebt heute in den USA, während ein anderer als von den USA ausgebildeter Pilot von den Taliban getötet wurde. Nach Berichten der New York Times arbeiteten auch der Vater und die Schwester mit den amerikanischen Streitkräften zusammen.
Zusammensetzung des Fluges nach Bangui und Sicherheitslage vor Ort
Nach Angaben von Savi Arvey, Direktorin für Richtlinien sowie Flüchtlings- und Einwanderungsrechte bei Human Rights First, befanden sich auf dem Flug nach Bangui neben zwölf Afghanen auch acht Iraner sowie mehrere Personen aus Nepal und Nicaragua. Es handelt sich um den zweiten Flug dieser Art in die Zentralafrikanische Republik seit Juni.
Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights First, die American Civil Liberties Union und AfghanEvac kritisierten die Maßnahme scharf. Die Zentralafrikanische Republik gilt wegen anhaltender bewaffneter Konflikte und der Präsenz russischer Söldner als eines der gefährlichsten Länder der Welt. Das US-Außenministerium warnt in einer offiziellen Reisewarnung der höchsten Stufe „Level 4vor jeglichen Reisen in den Staat.
Reaktionen des Außen- und Heimatschutzministeriums
Auf Anfragen zu den Verträgen und den Flügen verwies das Außenministerium auf die Umsetzung der politischen Vorgaben.

Ein Sprecher des U.S. State Department erklärte, die Umsetzung der Einwanderungspolitik der Regierung Trump habe für das Außenministerium oberste Priorität, und man bleibe unverbrüchlich darin engagiert, die illegale und Masseneinwanderung zu beenden sowie die Grenzsicherheit Amerikas zu stärken.
Das Ministerium für Innere Sicherheit (DHS) betonte in einer Stellungnahme am Sonntag, dass man gesetzlich verpflichtet sei, bei gerichtlichen Weigerungen von Ausländern in ihre Herkunftsländer zurückzukehren, sichere Alternativstaaten zu finden. Gleichzeitig biete die Behörde jedem Ausländer, der freiwillig ausreist, einen kostenlosen Rückflug sowie eine finanzielle Unterstützung an. Das DHS unterstrich: The choice is theirs.
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