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Technik und Wissenschaft

University of Cambridge entwickelt Methode zur Kartierung des Nachklingens Schwarzer Löcher

Forscher an der University of Cambridge haben eine neue Methode entwickelt, um das Nachklingen von kollidierenden Schwarzen Löchern präzise zu kartieren. Das auf Bayes-Inferenz basierende Framework filtert schwache Obertöne aus Gravitationswellensignalen heraus und liefert eine systematische Referenz für künftige kosmologische Beobachtungen.

Wenn zwei Schwarze Löcher verschmelzen, bricht das Signal nicht abrupt ab. Stattdessen vibriert das neue physikalische System in einer stabilisierenden Übergangsphase weiter. Diese als Ringdown bezeichneten Schwingungen enthalten wertvolle Informationen über die Masse und den Spin des verbleibenden Objekts, doch die schwächeren Signalanteile verbergen sich meist hinter dominanten Frequenzen und Störrauschen.

Ein Bayes-Framework zur Trennung von Signalen

Die von Richard Dyer und Christopher J. Moore entworfene Methode setzt genau an diesen verdeckten Frequenzen an. Um zu verhindern, dass rein mathematische Artefakte oder ungenaue Startzeitpunkte das Ergebnis verfälschen, nutzt das System Bayes-Faktoren als statistisches Prüfinstrument. Damit wird überprüft, ob das Hinzufügen einer zusätzlichen Schwingungsmode durch die Daten tatsächlich gerechtfertigt ist.

Laut den Erläuterungen von Richard Dyer bietet dieser datengestützte Weg eine Möglichkeit, die seit Langem geführten Diskussionen über den Zeitpunkt und das Auftreten leiserer Moden zu klären. Das Verfahren verhindert sowohl eine Unteranpassung als auch eine Überanpassung der physikalischen Modelle.

Simulationen offenbaren Obertöne und nichtlineare Effekte

Für ihre Analysen griffen die Forscher auf 13 hochpräzise Simulationen von binären Schwarzen Löchern zurück, die unterschiedliche Massenverhältnisse und Rotationskonfigurationen abbilden. Dabei kamen sogenannte Cauchy-Characteristic-Evolution-Wellenformen zum Einsatz, welche die Abstrahlung bis zur theoretischen Grenze verfolgen.

University of Cambridge entwickelt Methode zur Kartierung des Nachklingens Schwarzer Löcher
Photo: notebookcheck.com

Die Auswertung zeigte, dass kurz nach dem Signalmaximum zahlreiche hohe Obertöne auftreten. In mehreren Komponenten identifizierte das Verfahren Obertöne bis zur Ordnung n = 6. Werden die Analysen zu spät gestartet, verschwinden diese kurzlebigen Phänomene aus dem bevorzugten Modell.

Zusätzlich entdeckten die Wissenschaftler nichtlineare Moden, die durch das Zusammenspiel grundlegender Schwingungen entstehen. Während quadratische Beiträge in mehreren höheren Wellenkomponenten sichtbar wurden, fand das Team in einer schwächeren Komponente sogar eine kubische Mode. Diese nichtlinearen Signale blieben teils länger messbar als die Obertöne.

Rückläufige Moden und ein neuer Referenzkatalog

In einzelnen Simulationen traten ferner retrograde Moden zutage. Diese Schwingungen verlaufen entgegengesetzt zur Rotation des Endzustands und zeigten sich besonders bei Systemen mit gleichen Massen und gegensinnig ausgerichteten Spins. Langsam abklingende Potenzgesetz-Ausläufer blieben in den CCE-Simulationen erwartungsgemäß aus, da Rückwirkungen von außerhalb der endlichen Rechenregion nicht erfasst werden.

University of Cambridge entwickelt Methode zur Kartierung des Nachklingens Schwarzer Löcher
Photo: spaceeyenews.com

Mit den erstellten Referenzkarten verfügen theoretische Studien und künftige Beobachtungsteams über ein systematisches Suchschema. Ob die schwachen Obertöne und nichtlinearen Effekte in realen Messdaten detektierbar sind, hängt direkt von der Qualität künftiger Gravitationswellen-Observatorien ab.

Erweiterung durch alternative astrophysikalische Methoden

Neben der Gravitationswellenanalyse beschäftigen sich Astronomen auch mit ergänzenden Ansätzen zur Erforschung dieser extremen Objekte. So lässt sich das Zentrum der Galaxie M87 in einer Entfernung von 55 Millionen Lichtjahren mithilfe von simulierten Licht-Echos und Gravitationslinseneffekten untersuchen. Solche Interferenzen sollen künftig genauere Bestimmungen von Massen, Spins und der umgebenden Strahlung ermöglichen.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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