Der demokratische Abgeordnete James Talarico führt in aktuellen Umfragen knapp vor dem republikanischen Generalstaatsanwalt Ken Paxton im Rennen um den US-Senatssitz in Texas. Wenige Tage vor Beginn der vorzeitigen Stimmabgabe am 19. Oktober 2026 zeigen die Daten einen historisch wettbewerbsintensiven Wahlkampf in dem traditionell republikanisch geprägten Bundesstaat.
Umfragen zum US-Senatsrennen zwischen Talarico und Paxton
Das Rennen um den Senatssitz in Texas hat sich laut jüngsten Erhebungen deutlich verschärft. Eine Umfrage des Texas Politics Project der University of Texas sieht Talarico bei 50 Prozent, während Paxton auf 47 Prozent kommt. Die Ergebnisse liegen innerhalb der statistischen Fehlermarge von 3,3 Prozentpunkten. Andere Erhebungen, wie eine vom 13. Oktober stammende ReconMR-Umfrage, deuten auf einen Vorsprung von vier Prozentpunkten hin (48 zu 44 Prozent). In einer weiteren Umfrage von Marist aus dem Oktober lag Talarico bei registrierten Wählern mit 48 zu 44 Prozent vorn, während sein Vorsprung bei den wahrscheinlich wählenden Bürgern lediglich zwei Prozentpunkte betrug.

Trotz der knappen Abstände in den Umfragen bleibt die politische Landschaft in Texas für Demokraten eine Herausforderung. Seit 1988, als Lloyd Bentsen als letzter Demokrat in den US-Senat gewählt wurde, hat die Partei kein landesweites Mandat mehr errungen. Analysten wie Jim Henson vom Texas Politics Project betonen, dass die aktuelle Wettbewerbsintensität vor allem auf einer „Lücke bei der Begeisterungberuht: 53 Prozent der befragten Demokraten gaben an, extrem enthusiastisch hinsichtlich der Wahl zu sein, verglichen mit 37 Prozent der Republikaner.
Wahlkampfstrategien und externe Finanzierung
Talarico hat es geschafft, seinen republikanischen Konkurrenten beim Fundraising zu übertreffen, wobei er selbst in Postleitzahlengebieten, die zuvor Donald Trump unterstützten, mehr Spenden einsammelte. Paxton hingegen profitierte von massiver Unterstützung durch politische Aktionskomitees (PACs), die in nur 17 Tagen 131 Millionen Dollar für seine Kampagne ausgaben. Während Talarico versucht, unabhängige Wähler anzusprechen – bei denen er laut Umfragen mit 69 zu 11 Prozent führt –, konzentriert sich das Lager um Paxton darauf, den Demokraten als Teil des linken Parteiflügels zu framen.
Die Rolle von Donald Trump bleibt ein zentraler Faktor. Der ehemalige Präsident hat Paxton mehrfach bei Wahlkampfauftritten unterstützt, zuletzt am 1. Oktober in Denton und am 7. Oktober in San Antonio. Laut CNN-Datenanalyst Harry Enten zeigt sich zudem eine historische Verschiebung bei hispanischen Wählern, die in diesem Wahlzyklus den Demokraten gegenüber Republikanern den Vorzug geben, was eine Abkehr von der Tendenz der Jahre zuvor markiert.
Wettbewerb um das Gouverneursamt und weitere Ämter
Neben dem Senatsrennen ist auch der Kampf um das Gouverneursamt ungewöhnlich eng. Die Demokratin Gina Hinojosa tritt gegen den amtierenden Gouverneur Greg Abbott an, der eine vierte Amtszeit anstrebt. Aktuelle Erhebungen, darunter die des Texas Politics Project, sehen Hinojosa bei 49 Prozent und Abbott bei 48 Prozent. Auch in anderen Rennen, wie dem um das Amt des Generalstaatsanwalts und des Vizegouverneurs, zeigen sich die demokratischen Herausforderer Nathan Johnson und Vikki Goodwin in Schlagdistanz zu den republikanischen Amtsinhabern.
| Wahlkampf | Demokratischer Kandidat | Republikanischer Kandidat |
|---|---|---|
| Gouverneur | Gina Hinojosa (49%) | Greg Abbott (48%) |
| Vizegouverneur | Vikki Goodwin (49%) | Dan Patrick (46%) |
| Generalstaatsanwalt | Nathan Johnson (48%) | Mayes Middleton (47%) |
Die Ergebnisse für diese Ämter liegen ebenfalls innerhalb der Fehlermarge. Während die demokratische Basis eine hohe Mobilisierung zeigt, setzen die Republikaner auf ihre langjährige Dominanz. Ob die „blinde Parteientreue“, wie Jim Henson es nennt, ausreicht, um die republikanischen Mandate zu halten, wird sich ab dem 19. Oktober zeigen, wenn die vorzeitige Stimmabgabe beginnt. Experten warnen jedoch davor, diese Zahlen als Vorhersage zu missverstehen, da selbst geringe Verschiebungen bei der Wahlbeteiligung das Ergebnis kippen könnten.”

Jade Simmons und die Rolle der parteilosen Kandidaten
Neben den Hauptkandidaten sind auch parteilose Bewerber wie Jade Simmons sowie Avery Ayers, Bradford Hall und Zul Mohamed auf dem Stimmzettel vertreten. Simmons betont, dass viele Wähler angesichts der polarisierten Stimmung „politisch heimatlos“ seien. Sie sieht in der aktuellen Unzufriedenheit mit beiden großen Parteien eine Chance für alternative Kandidaten. Während solche Überraschungen in der Vergangenheit selten waren, verweisen Beobachter auf historische Fälle wie den Sieg der parteilosen Senatorin Lisa Murkowski im Jahr 2010 in Alaska als Beispiel für die theoretische Möglichkeit eines solchen Erfolgs. Auch der Libertäre Ted Brown bleibt als Kandidat auf dem Wahlzettel gelistet.”

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