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Welt

Uganda zieht seine Truppen nach 20 Jahren aus Somalia ab

Uganda hat damit begonnen, seine Truppen aus Somalia abzuziehen, und leitet damit eine schrittweise Sicherheitsübergabe ein, die Ende 2027 abgeschlossen sein und fast zwei Jahrzehnte militärisches Engagement gegen die al-Shabab-Miliz beenden wird. Der Abzug beginnt vor dem Hintergrund von Finanzierungsdruck und Ungewissheit über die internationale Unterstützung für regionale Friedenssicherungseinsätze.

Truppenabzug der UPDF beginnt in Mogadischu

Uganda hat offiziell mit dem Abzug seiner Streitkräfte aus Somalia begonnen. Eine erste Gruppe von 109 Soldaten der Uganda People’s Defence Forces (UPDF) verließ am Freitag, dem 30. Oktober 2026, die Hauptstadt Mogadischu. Der Sprecher der ugandischen Armee, Chris Magezi, bestätigte am Montag, dem 2. November 2026, dass diese ersten Einheiten bereits in Uganda eingetroffen sind und weitere Soldaten in den kommenden Tagen folgen werden.

Uganda begins troop withdrawal from Somalia

General Muhoozi Kainerugaba, der Chef der ugandischen Streitkräfte, kündigte den Rückzug auf der Plattform X an. Dabei betonte er den historischen Charakter des Schritts nach zwei Jahrzehnten des militärischen Engagements. Nach 20 Jahren voller Blut und Opfer übergeben wir die Sicherheit an unsere somalischen Brüder, schrieb er. Der vollständige Abzug aller ugandischen Truppen, einschließlich jener unter dem Mandat der Afrikanischen Union, soll bis zum Ende des Jahres 2027 abgeschlossen sein.

Historischer Hintergrund der ugandischen Mission seit 2007

Uganda war im März 2007 der erste afrikanische Staat, der Truppen nach Somalia entsandte, um die damalige Übergangsregierung vor islamistischen Aufständischen zu schützen. Die damalige Mission der Afrikanischen Union, AMISOM, bildete den Grundstein für einen jahrelangen und verlustreichen Einsatz. Ugandische Einheiten spielten eine entscheidende Rolle dabei, al-Shabab aus Mogadischu und anderen wichtigen Städten wie jenen in der Region Lower Shabelle zu vertreiben.

Uganda zieht seine Truppen nach 20 Jahren aus Somalia ab
Foto: dw.com

Im Laufe der Jahre passte sich die internationale Präsenz an neue Phasen an. Die Mission wurde zunächst von ATMIS abgelöst und im Januar 2025 durch die African Union Support and Stabilization Mission in Somalia (AUSSOM) ersetzt. Derzeit sind rund 4.500 ugandische Soldaten im Rahmen der AU-Mission in Somalia stationiert, während etwa 2,000 weitere Einheiten über bilaterale Vereinbarungen im Land operieren. Beide Kontingente sind nun von dem angekündigten Abzug betroffen.

Finanzierungsdruck und ungelöste Fragen zur Sicherheit

Der Entschluss aus Kampala erfolgt zu einer Zeit, in der die internationale Friedenssicherung in Somalia unter massivem finanziellem Druck steht. General Muhoozi Kainerugaba hatte im Vorfeld darauf hingewiesen, dass das United Nations Support Office in Somalia (UNSOS) seine Unterstützung bereits um 25 Prozent gekürzt hat. Zugleich droht der Verlust wesentlicher Geberbeiträge, da die Vereinigten Staaten als größter Spender signalisiert haben, die Mandatsverlängerung der Mission nicht länger in der bisherigen Form zu mittragen.

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Der Abzug steht zudem im Kontrast zu den Wünschen der somalischen Führung. Erst wenige Tage vor der Ankündigung hatte Somalias Präsident Hassan Sheikh Mohamud bei einem Treffen mit dem ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni in Entebbe darum gebeten, die militärische Unterstützung zu verlängern. Eine Einigung darüber wurde jedoch nicht bekannt gegeben, während Museveni betonte, dass Somalia seine politischen Kräfte im Kampf gegen al-Shabab bündeln müsse.

Die Bewährungsprobe für die somalischen Sicherheitskräfte

Mit dem Beginn des Abzugs stehen die somalischen Streitkräfte vor einer kritischen Bewährungsprobe. Al-Shabab kontrolliert nach wie vor bedeutende Gebiete im Süden und Zentrum des Landes und verübt weiterhin Anschläge. Während internationale Partner die somalischen Streitkräfte seit Jahren unterstützen, wirft der Abzug Fragen auf, ob die nationalen Institutionen die Kontrolle übernehmen können, während im Mai nächsten Jahres Wahlen anstehen.

Uganda gen muhoozi kainerugaba
Foto: wardheernews.com

Der ugandische Armeesprecher Chris Magezi erklärte, dass der Abzug den somalischen Streitkräften die vollständige Verantwortung für die Sicherheit im Land übertragen soll. Dennoch hat die Afrikanische Union wiederholt gewarnt, dass unzureichende und unvorhersehbare Finanzmittel die Operationen gefährden und vorzeitige Abzüge ohne ausreichende Vorbereitung zu Sicherheitslücken führen könnten.

Somalis Staatsminister für auswärtige Angelegenheiten, Ali Omar, betonte gegenüber Agenturen, dass die Situation derzeit nicht dramatisch sei, jedoch Probleme entstehen könnten, falls Truppen zu abrupt abgezogen werden.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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