Die UBS hat rund 3.000 Kunden im Schweizer Private Banking entschädigt, nachdem diese durch den Verkauf von hochriskanten US-Dollar-Derivaten massive Verluste erlitten hatten. Nach massivem Druck beglich die Bank etwa 90 Prozent des Schadens, was die Bank insgesamt 50 Millionen Franken kostete.
Produkte und Verluste
Die betroffenen Kunden, mit einem Vermögen zwischen einem und zehn Millionen Franken, hatten sogenannte Range Target Payout Forwards (RTPFs) erworben. Diese Derivate sahen zweiwöchentliche Auszahlungen vor, sofern der Dollar-Franken-Kurs innerhalb einer festgelegten Bandbreite blieb. Ein Minimal-Kontrakt von 25.000 Franken bot einen maximalen Ertrag von 4.500 Franken über die Laufzeit, während die UBS pro Kontrakt 4.000 Franken einnahm.
Interne Untersuchungen und Konsequenzen
Die UBS führte eine interne Untersuchung unter Leitung der Rechtsabteilung durch, bei der Betroffene teilweise elf Stunden lang befragt wurden. Im Ergebnis stempelte die Bank sieben Mitarbeiter – primär Kundenberater und Produktespezialisten aus der Ostschweiz und Zürich – als Verantwortliche. Diese wurden gekündigt; mehrere von ihnen fechten die Entlassungen nun als widerrechtlich an.
Laut Insiderberichten blieben Führungskräfte, darunter August Hatecke, Chef des Schweizer Private Bankings der UBS, sowie Regionalleiter der Deutschschweiz und Zürich, von Konsequenzen verschont. Auch das „FX Sales Team der Investmentbank in Opfikon-Glattbrugg, das die Produkte entwickelt hatte, wurde nicht sanktioniert. Einem Insider zufolge waren die Produkte bereits ab 2022 wiederholt kritisch, was das Team durch sogenannte Restrukturierungen löste, wodurch Kunden jedoch tiefer in den hochriskanten Produkten gefangen waren.
Die Finanzmarktaufsicht Finma hat es der Bank ermöglicht, den Skandal in Eigenregie zu untersuchen.