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Welt

Trump verkündet überraschendes Abkommen zu russischem Diesel

US-Präsident Donald Trump hat überraschend ein Abkommen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin über russische Diesellieferungen verkündet. Das am 10. Oktober 2026 bekannt gegebene Geschäft zielt darauf ab, die hohen Kraftstoffpreise vor den US-Zwischenwahlen zu senken, bricht jedoch mit jahrelangen Sanktionen und löst scharfe internationale Kritik aus.

Die Nachricht schlug am Freitag wie eine Bombe ein: In einem Telefonat mit dem Kremlchef vereinbarte der US-Präsident die Lieferung von zunächst mehr als 300.000 Tonnen Diesel aus Russland. Laut einer Mitteilung des Weißen Hauses und entsprechenden Verlautbarungen soll das Erdölprodukt für den US- und Weltmarkt bereitgestellt werden.

Lieferdetails und der Preiskampf an den Zapfsäulen

Dem ersten Tranche von 300.000 Tonnen sollen im November weitere 500.000 Tonnen folgen.

Trump verkündet überraschendes Abkommen zu russischem Diesel
Foto: bbc.co.uk

Ökonomen und Energieexperten bezweifeln jedoch, dass die Maßnahme den gewünschten Effekt bringt. Tim Armitage, Investmentstratege bei Quilter Cheviot, stufte die genannten Mengen als relatively small ein. Die ersten 300.000 Tonnen entsprechen demnach etwa 2,25 Millionen Barrel, während der tägliche US-Verbrauch bei rund 3,8 Millionen Barrel liegt. Das Geschäft werde daher won’t make a material difference to pump prices in the US, so Armitage gegenüber der BBC. Auch europäische Fachleute rechnen kaum mit spürbaren Preissenkungen, da die eigentlichen Ursachen – wie kriegsbedingte Ausfälle an Raffinerien und gestörte Handelswege infolge des Iran-Krieges – bestehen bleiben.

Das Kalkül hinter dem Bruch mit den Sanktionen

Der Deal steht in krassem Gegensatz zu einem erst kurz zuvor am 18. September unterzeichneten US-Sanktionsgesetz, das Moskau hart treffen sollte. Berichten des Portals Axios zufolge ging der Vereinbarung ein heftiger Streit mit der Ukraine voraus. Demnach hatte Trump Kiew zuvor rund sechsmal ergebnislos aufgefordert, die gezielten Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. Da die ukrainischen Drohnen- und Raketenschläge die russische Treibstoffproduktion empfindlich trafen und die internationalen Märkte verknappten, entschied sich das Weiße Haus zum Alleingang.

Ein von der ukrainischen Führung vorgeschlagener Kompromiss, wonach Kiew die Angriffe auf Raffinerien im Gegenzug für einen russischen Stopp von Angriffen auf ukrainische Kraftwerke eingestellt hätte, wurde von Washington abgelehnt. Trump wollte Kiew zu einem einseitigen Stopp bewegen, um den Inflationsdruck im eigenen Land zu mindern.

Trump kündigt Diesel-Lieferungen aus Russland an

Scharfe Kritik aus Kiew, Europa und dem US-Kongress

Die Reaktion in der Ukraine und bei den westlichen Verbündeten fiel verheerend aus. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskyj bezeichnete das Abkommen als unfair sowie unehrlich und kritisierte, dass es nicht so sei, wie Partner einander behandeln sollten. Die Lockerung der Sanktionen verschaffe dem Kreml neue Einnahmen zur Fortführung des Krieges.

Dies ist nicht der Zeitpunkt, den Druck auf Russland zu verringern, und Europa wird das auch nicht tun.

Kaja Kallas, EU-Außenbeauftragte

Auch EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas betonte, dass der Kreml durch die Maßnahme zusätzliche Finanzmittel erhalte. Die europäischen Außenminister planen als Antwort darauf die Verabschiedung des bisher größten Sanktionspakets gegen Russland seit Beginn des Einmarsches. Aus London verlautete, dass die britische Regierung weiterhin Druck auf Russland durch das toughest sanctions regime ever imposed by the UK gegen die Aggression vorgehen werde.

Trump verkündet überraschendes Abkommen zu russischem Diesel
Foto: 20min.ch

Im US-Senat wandten sich führende Demokraten wie Chuck Schumer, Jeanne Shaheen und Elizabeth Warren gegen das Abkommen und sprachen von einem Vertrauensbruch gegenüber den Verbündeten. Australiens Energieminister Chris Bowen erklärte in Sydney, sein Land wolle und werde keinen russischen Treibstoff importieren und den Putin-Regime keine wirtschaftlichen Vorteile verschaffen.

Offene Fragen in den laufenden Verhandlungen von Miami

Parallel zu der Energie-Kontroverse berieten Trumps Gesandte Steve Witkoff und Jared Kushner in Miami stundenlang mit ukrainischen Delegierten über mögliche Sicherheitsgarantien und Nachkriegspläne. Während die US-Unterhändler den ukrainischen Partnern die anstehende Einigung mit Moskau ankündigten, blieb Wladimir Putin in dem rund 90-minütigen Telefonat konkrete Zusagen für umfassende Friedensverhandlungen schuldig.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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