Präsident Donald Trump und Vizepräsident JD Vance haben am 20. Oktober 2026 in Washington ein neues Programm vorgestellt, das Informanten belohnen soll, die Betrug mit US-Regierungsgeldern aufdecken. Die Initiative im Wert von 25 Millionen US-Dollar sieht Zahlungen für Hinweise vor, die zu Verurteilungen führen.
Die Regierung hat das Fraud Whistleblower Incentive Program (WHIP) ins Leben gerufen, um gegen die Veruntreuung von Steuergeldern vorzugehen. Das Justizministerium verwaltet die Initiative, während Hinweise verschlüsselt an das Finanzministerium übermittelt werden. Die Administration betont, dass Berichte über die offizielle Website eingereicht werden können, woraufhin das Justizministerium die Aufsicht über das gesamte Programm übernimmt.
Das WHIP-Programm und die unterschiedlichen Angaben zur Auszahlung
Bei der Bekanntgabe im Oval Office traten deutliche Diskrepanzen zwischen den offiziellen Vorgaben und den Ankündigungen des Präsidenten zutage. Auf der Regierungswebsite America.gov/fraud ist festgehalten, dass erfolgreiche Hinweisgeber je nach Ausgang des Verfahrens bis zu 30.000 US-Dollar erhalten können. Trump nannte im Gespräch mit CBS News jedoch eine andere Berechnungsgrundlage und betonte, dass es keine Obergrenze geben solle und auch keine strafrechtlichen Anklagen zwingend erforderlich seien. Auf eine entsprechende Nachfrage von CBS News erklärte Trump, dass die Entschädigung für Hinweisgeber kein Limit kenne und strafrechtliche Schritte nicht notwendig seien.
Nick Shirley und der erste Scheck im Oval Office
Erster Empfänger einer Zahlung aus dem Umfeld der Initiative war der in seinen 20er Jahren befindliche YouTuber Nick Shirley. Er erhielt persönlich einen Scheck über 10.000 US-Dollar von Trump. Shirley hatte zuvor durch ein Video Aufmerksamkeit erlangt, in dem er angebliche Unregelmäßigkeiten und Betrugsfälle in Kindertagesstätten in Minnesota öffentlich machte und behauptete, Mitglieder der dortigen somatischen Gemeinschaft würden gefälschte Betreuungseinrichtungen betreiben, um staatliche Subventionen zu kassieren.
Das Verhältnis zu bestehenden Gesetzen und Kritik von Organisationen
Das neue Programm soll Lücken im bisherigen Rechtssystem schließen. Die Hürden dafür sind jedoch streng.
Nicht alle Organisationen blicken dem Projekt positiv entgegen. Vertreter von Whistleblower Aid äußerten sich skeptisch über die Ankündigung. Die Präsidentin der Non-Profit-Organisation, Naomi Seligman, warf der Regierung vor, eher daran interessiert zu sein, Hinweisgeber zu verfolgen, als echte Verfehlungen aufzuklären. In einer veröffentlichten Erklärung lud sie die Administration dazu ein, bei ernsthaftem Interesse an der Bekämpfung von Missständen zunächst die Verstöße der eigenen Führungskräfte zu untersuchen, und bot eine Zusammenarbeit bei diesen Rechenschaftsbemühungen an.