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Technik und Wissenschaft

Verlag beendet Zusammenarbeit mit Thélyson Orélien über KI-Einsatz

Der kanadische Verlag Les Éditions du Boréal hat die Zusammenarbeit mit dem Bestsellerautor Thélyson Orélien beendet. Grund dafür sind in Dokumenten entdeckte KI-Metadaten, die den Einsatz künstlicher Intelligenz bei seinem Debütroman C’était ça ou mourir belegen. Der Autor weist die Vorwürfe des KI-Einsatzes beim Schreiben weiterhin zurück.

Nach wochenlangen Kontroversen über die Entstehung des Romans zog Les Éditions du Boréal am Mittwoch, den 22. Oktober 2026, die Konsequenzen aus einer externen Untersuchung.

Das Ergebnis der externen Manuskriptprüfung

Nachdem im September in den sozialen Medien erste Vorwürfe über die Urheberschaft laut geworden waren, gab der Verlag sämtliche Arbeitsversionen des Manuskripts an ein externes Analyseunternehmen. Die Untersuchungen deckten dabei eindeutige Spuren auf.

বেস্টসেলার উপন্যাসে কৃত্রিম বুদ্ধিমত্তার অভিযোগ | AI Writing | Thelyson Orelien | ATN News

Die in dieser Woche erzielten Ergebnisse offenbarten Spuren von KI-Kennzeichnungen in den Metadaten bestimmter Dokumente.

Les Éditions du Boréal, Verlagserklärung vom 21. Oktober 2026

Zwar betonte das Verlagshaus, dass das genaue Ausmaß der KI-Nutzung während des Schreibprozesses wohl nie vollständig aufgeklärt werden kann, doch der Vertrauensbruch war besiegelt. Der Verlag kündigte an, den Roman nicht weiter zu bewerben, geplante Nachdrucke abzusagen und künftige Werke des Autors nicht zu verlegen.

Die Reaktion des Autors und der Streit um den Schreibprozess

Thélyson Orélien hat den Vorwurf, künstliche Intelligenz zum Verfassen des eigentlichen Textes eingesetzt zu haben, stets bestritten. Gegenüber der französischen Zeitung Libération erklärte der Autor, er habe digitale Werkzeuge lediglich für historische Recherchen im kreativen Prozess genutzt – insbesondere für den Umgang mit fremden Redewendungen.

Zur zeitlichen Einordnung verwies Orélien darauf, dass er bereits Ende 2017 mit der Arbeit an dem Buch begonnen und im Jahr 2019 einen ersten Entwurf mit mehr als 300 Seiten fertiggestellt habe – zu einem Zeitpunkt, als generative KI-Dienste noch nicht flächendeckend verfügbar waren.

Hier und da habe ich zwar Werkzeuge für die Recherche genutzt, insbesondere für fremdsprachige Redewendungen. Aber kein einziger Satz in diesem Buch wurde von einer Maschine erstellt, ebenso wenig wie der Sinn oder die Struktur einer Geschichte, die aus meinem Bauchgefühl stammt.

Thélyson Orélien, Autor

In einer früheren Stellungnahme bezeichnete der Autor die Anschuldigungen als Slander and heresy. Zudem räumte Orélien in diesem Zusammenhang getrennt davon Fehler bei früheren Arbeiten ein, bei denen Passagen anderer Autoren entdeckt worden waren, was er als inakzeptabel bezeichnete.

L'incroyable histoire derrière l'affaire Thélyson Orélien #thelysonorelien #actualités #litterature

Der rasante Aufstieg und Fall des Romandebüts

Der Roman ,C’était ça ou mourir‘, der auf den Migrationsemotionen und Oréliens eigener Biografie basierende Geschichte, hatte dem Autor zunächst breite Anerkennung eingebracht. Das Werk wurde mit dem renommierten Prix du Roman Fnac ausgezeichnet und entwickelte sich zu einem Bestseller in Frankreich.

Doch die Kontroverse hatte unmittelbare Auswirkungen auf den weiteren literarischen Erfolg. Nachdem KI-Erkennungsprogramme wie Pangram eine hundertprozentige Wahrscheinlichkeit für computergenerierten Text angezeigt hatten, strich die Jury des renommierten Goncourt-Preises das Buch von der Auswahlliste. Auch die geplante Übersetzung des Romans in über 20 Ländern geriet durch die Ereignisse ins Stocken.

Nächste Schritte und offene Fragen im Verlagswesen

Die Verlagsleitung versuchte nach eigenen Angaben zunächst, gemeinsam mit Orélien Beweise für dessen Unschuld zu sammeln. Nachdem diese Bemühungen ergebnislos blieben und der Autor jede weitere Mitwirkung an der Aufklärung ablehnte, zog Boréal die Reißleine. Bereits im Umlauf befindliche Exemplare des Buches bleiben vorerst im Handel, während der Verlag seine internationalen Vereinbarungen abwickelt.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.