Ein Streit über den Umbau des historischen East Potomac Golf Links in Washington, D.C., hat zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Bundesrichterin Ana C. Reyes und dem Justizministerium geführt, nachdem dort im Oktober 2026 hunderte Bäume ohne rechtzeitige Vorankündigung gefällt wurden.
Baumfällungen im East Potomac Park rufen Bundesrichterin auf den Plan
Der Konflikt entzündete sich an unangekündigten Holzarbeiten auf der städtischen Golfanlage in der US-Hauptstadt. Über ein Wochenend-Feiertags-Fenster hinweg ließen Mitarbeiter des National Park Service Hunderte Bäume auf dem Gelände roden. Die D.C. Preservation League sowie zwei Golfer hatten zuvor Klage eingereicht, um den von der Regierung geplanten Umbau zu verhindern. Als die Kläger erfuhren, dass die Arbeiten schneller als erwartet
vorangingen, forderten sie ein sofortiges gerichtliches Eingreifen.
This statement says that East Potomac, along with Langston and Rock Creek, will remain "affordable and accessible for all." It also acknowledges that the plan is to turn East Potomac into a "top-tier 18-hole championship golf course capable of hosting pre-eminent tournament… https://t.co/8p4ruAcNhF
— https://x.com/garrett_TFE/status/2052924205424087157
Bundesrichterin Ana C. Reyes reagierte auf die rasche Fällung von mehr als 500 Bäumen mit scharfer Kritik an den Vertretern des Justizministeriums. Sie warf der Regierung vor, durch das Verschleiern der Pläne jegliches Vertrauen verspielt zu haben. In der Verhandlung machte sie deutlich, dass die zuständigen Behörden das Gericht absichtlich im Unklaren gelassen hätten, um vollendete Tatsachen zu schaffen. Ich bin fassungslos,
erklärte die Richterin in Richtung der Regierungsanwälte und betonte, die Regierung habe jegliche Glaubwürdigkeit eingebüßt.
Hintergrund des Streits um den Umbau zum Meisterschaftsplatz
Im Zentrum der juristischen Auseinandersetzung steht die Frage, ob die Bundesregierung eine historische und günstige Sportstätte in einen exklusiven Austragungsort für Turniere verwandeln darf, ohne die vorgeschriebenen Umwelt- und Denkmalschutzprüfungen einzuhalten. Der Park, der im Jahr 1897 eingerichtet wurde, bietet Spielern aller Einkommensschichten Zugang zu urbanem Golf mit Blick auf das Kapitol und die umliegenden Denkmäler. Ein Wochenend-Greenfee auf dem Blue Course kostet maximal 48 US-Dollar, während Jugendliche und Militärangehörige etwa die Hälfte zahlen.

Die Pläne zur Neugestaltung gehen auf Ideen zurück, die im Sommer 2025 Fahrt aufnahmen. Damals schlug Innenminister Doug Burgum dem Präsidenten vor, das Areal als Washington National Golf Course
neu zu errichten. Die Administration verteidigte die Baumfällungen im Nachhinein als routinemäßige Instandhaltungsmaßnahmen im Rahmen eines älteren Berichts des National Park Service aus dem Jahr 2019. Gregory Wischer, stellvertretender Stabschef im Innenministerium, erklärte vor Gericht, die Maßnahmen dienten der Pflege des alten Bestands.
Eskalation vor Gericht und Vorwürfe der Befangenheit
Die juristische Auseinandersetzung weitete sich rasch auf die persönliche Ebene aus. Nachdem Richterin Reyes eine einstweilige Verfügung erlassen hatte, um weitere Holzarbeiten zu untersagen, versuchte das Justizministerium, die Richterin wegen angeblicher Befangenheit vom Fall abzuziehen. Stanley Woodward Jr., hochrangiger Justizbeamter, reichte entsprechende Anträge ein, die Reyes jedoch umgehend zurückwies. Sie bezeichnete den Versuch als unbegründet und warf den Regierungsanwälten vor, selektive Zitate zu instrumentalisieren.

Das Gericht ordnet ferner an, dass die Regierung den Klägersträgern und dem Gericht bis einschließlich Montag, den 26. Oktober 2026, eine schriftliche Vorankündigung von drei Arbeitstagen zukommen lassen muss, bevor sie unwiderrufliche Änderungen an permanenten Formen oder Merkmalen des East Potomac Golf Course vornimmt.
Zusätzlich sorgten Äußerungen des Präsidenten für neuen Zündstoff. Am Wochenende hatte die Führung im Weißen Haus via Social Media angekündigt, den Platz ab dem 15. November für 15 Monate zu schließen, um die Umbauarbeiten voranzutreiben. Richterin Reyes konfrontierte die Regierungsvertreter in einer mehrstündigen Anhörung mit diesen Verlautbarungen, um zu klären, ob es sich dabei um offizielle Behördenentscheidungen handele.
Sicherheitsbedenken und das Echo in der Öffentlichkeit
Die Spannungen rund um das Verfahren führten zu einer beispiellosen Sicherheitslage für die Justiz. Am Ende der siebenstündigen Verhandlung gab Richterin Reyes bekannt, dass ihr Büro besorgniserregende E-Mails, Voicemails und Morddrohungen erreicht hätten. Familienmitglieder hätten sich besorgt bei ihr gemeldet, nachdem Medien über die Angriffe berichtet hatten. Dass eine Bundesrichterin Morddrohungen wegen eines Golfplatzes erhält – ich glaube wirklich nicht, dass die Verfassungsväter sich das so vorgestellt haben, so Reyes.
Die einstweilige Verfügung der Richterin untersagt der Regierung vorerst bis zum 26. Oktober 2026 jegliche weiteren irreparablen Eingriffe an den Anlagen des East Potomac Golf Links, während die Kläger auf eine vollständige rechtliche Prüfung der Umbaupläne drängen.
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