Präsident Donald Trump hat angekündigt, den historischen Golfplatz East Potomac Golf Links in Washington D.C. am 15. November zu schließen und für rund 15 Monate umzubauen. Die Ankündigung folgt auf einen heftigen juristischen Streit um die kurzfristige Fällung von mehr als 400 Bäumen.
Trump kündigt Schließung des East Potomac Golf Links an
US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag per Onlinedienst bekannt gegeben, dass der traditionelle öffentliche Golfplatz in der Bundeshauptstadt Washington für eine umfassende Umgestaltung vorübergehend geschlossen wird. Die Arbeiten sollen am 15. November beginnen und etwa 15 Monate in Anspruch nehmen, wie unter anderem die Nachrichtenagentur CNBC berichtete.
In seinem Beitrag auf Truth Social präsentierte Trump eine künstlerische Darstellung des geplanten Umbaus. Die Neugestaltung fügt sich in eine Reihe von Projekten ein, mit denen die Administration weiße Hausstrukturen und andere Wahrzeichen in Washington umgestaltet; so wurde unter anderem der Ostflügel des Weißen Hauses abgerissen, während auf dem Gelände des Golfplatzes zudem Erde und Trümmer aus diesen Abrissarbeiten abgeladen wurden. Trump verteidigte das Vorhaben im Internet mit deutlichen Worten und bezeichnete den aktuellen Zustand der Anlage als veraltet.
US-Präsident Donald Trump erklärte laut CNBC: „Der aktuelle Platz ist alt, kaputt, marode und von keinem weiteren Nutzen oder Wert mehr.
Er verwies zudem auf gefährliche, krankheitsbefallene Bäume sowie eine kollabierende und gefährliche Uferbefestigung. Die Eröffnung nach dem Umbau soll den Angaben zufolge für die Öffentlichkeit erfolgen, während Kritiker und von Organisationen wie Democracy Forward vertretene Kläger argumentieren, dass ein solcher Meisterschaftsplatz die Kosten für Startzeiten in die Höhe treiben und den ursprünglichen Charakter der Anlage als für alle Menschen offenen Ort gefährden würde.
Eskalation im Gerichtssaal wegen gefällter Bäume
Die zivilgesellschaftliche Organisation Democracy Forward und die Denkmalschutzvereinigung D.C. Preservation League klagen in dem im Februar eingereichten Verfahren D.C. Preservation League v. Department of Interior gegen das Vorgehen des Innenministeriums und des National Park Service.
Die Spannungen hatten sich drastisch verschärft, als der National Park Service und das Innenministerium über das Wochenende schätzungsweise 430 beziehungsweise mehr als 500 reife Bäume auf dem Gelände fällen ließen. Die von einem Team aus 20 bis 40 Mitarbeitern durchgeführten Arbeiten wurden aus einem Sondertopf für Verschönerungsprojekte finanziert. Dies führte zu einer scharfen Rüge durch die zuständige Bundesrichterin Ana Reyes, die den Regierungsanwälten vorwarf, jegliches Vertrauen verspielt zu haben, wie Reuters berichtete.
US-Bezirksrichterin Ana C. Reyes warf den Beteiligten laut Reuters vor: „Sie haben nicht Ihr Bestes gegeben. Sie haben Ihr absolutes Schlimmstes gegeben.
Die Richterin, die 2023 von Joe Biden an das Bundesgericht berufen wurde, hatte zuvor im Mai angeordnet, dass das Gericht vor jeglichen substanziellen Bauarbeiten an der Anlage rechtzeitig benachrichtigt werden muss. Angesichts der überraschenden Fällarbeiten erließ Richterin Reyes eine einstweilige Verfügung, die weitere Baumfällungen untersagte und die Regierung aufforderte, sich zu den Plänen zu erklären. Das Justizministerium reagierte mit einem am Freitag eingereichten Schriftsatz, in dem es die Ablehnung der Richterin mit der Begründung beantragte, sie habe eine offene Feindseligkeit und Antipathie gegenüber der Regierung gezeigt und die Intelligenz von Regierungsanwälten in Frage gestellt.

Proteste von Anwohnern und Kommunalpolitikern
Die Pläne stoßen bei Anwohnern, Golfern und politischen Vertretern auf heftigen Widerstand. Am Sonntag herrschte unter den Spielern auf dem 106 Jahre alten Platz eine stark gedrückte Stimmung.
Skye Perryman, die Präsidentin und Geschäftsführerin von Democracy Forward, betonte in einer Stellungnahme, dass der Park und die Freizeiteinrichtung für alle Menschen da seien und die Kläger entschlossen seien, das Gemeinschaftsjuwel zu verteidigen. Auch der demokratische Abgeordnete Don Beyer kritisierte die Baumfällungen und warf der Administration vor, die Öffentlichkeit getäuscht zu haben.

What a disgrace.
Don Beyer, US-Abgeordneter, via ARLnow
Während für den folgenden Tag weitere Anhörungen angesetzt sind, bei denen auch die amtierende Direktorin des National Park Service, Jessica Bowron, sowie Fragen zur genauen Befehlskette und zu den Fristen der Regierungsmitteilung im Mittelpunkt stehen, bleibt die Zukunft dieses historischen Erholungsgebiets ungewiss.
Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde ausschließlich auf Basis von offiziellen Gerichtsdokumenten, Erklärungen der beteiligten Organisationen sowie Berichten akkreditierter Journalisten und Nachrichtenagenturen erweitert.